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Dießen

08.07.2020

Wo gibt es in Dießen einen neuen Platz für Hund und Herrchen?

Auch bei Frauen steht der Hundesport hoch im Kurs, wie diese Aufnahme vom samstäglichen Training beim Hundesportverein Dießen zeigt.
Bild: Uschi Nagl

Plus Beim Dießener Hundesportverein trainieren Kursteilnehmer aus der ganzen Region. Jetzt muss sich der Verein ein neues Zuhause suchen.

Seit 1995 sind Franz und Ingrid Kuchler im Hundesportverein Dießen ehrenamtlich aktiv. Seit 1999 ist Franz Kuchler Vorsitzender des Vereins, der rund 80 Mitglieder zählt, Ingrid Kuchler engagiert sich als Ausbilderin. Aber möglicherweise nicht mehr lange, denn zum Ende dieses Jahres läuft der Pachtvertrag für den Hundeübungsplatz am Gruberberg aus, auf dem seit 1985 Vierbeiner trainiert werden. Der Verein sucht ein neues Gelände. Doch die Suche gestaltet sich schwierig.

Dass das Training mit Hunden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen Spaß macht, kann man am besten samstags auf dem Hundeübungsplatz in Dießen erleben. Schon vormittags geht es los mit der Welpenschule. Liebevoll und spielerisch wird hier die Bindung zwischen Mensch und Hund gestärkt. In der Junghundeschule, die für Zamperl aller Rassen ab sechs Monaten geöffnet ist, geht es dann schon mehr um Gehorsam und „Unterordnung“ wie es im Fachjargon heißt.

Am Ende soll das Team Mensch-Hund "gesellschaftsfähig" sein

Haben Mensch und Hund die Gebrauchshunde-Ausbildung durchlaufen, die mit einer Prüfung abschließt, ist das Team „gesellschaftsfähig“. „Das ist eigentlich unser wichtigstes Ziel“, sagt Ausbildungsleiterin Ingrid Kuchler. „Und wer weitermachen möchte, ist eingeladen, unter der fachkundigen Anleitung unserer Ausbilder in den Hundesport einsteigen – ob Turnierhundesport, Agility-Training oder Obedience. Wir freuen uns sehr über engagierte Hundesportler.“ Aber das Wichtigste, was die Hundebesitzer im Hundesportverein Dießen lernen sei, dass man für sein Tier Verantwortung übernehmen muss. „Dazu gehört natürlich auch, dass man immer ein Tütchen dabei hat, um sämtliche Hinterlassenschaften wegzuräumen.“

Rund 6000 Quadratmeter groß ist der blitzsaubere und schön gestaltete Trainingsplatz am Gruberberg, der von einem eigens dafür zuständigen Platzwart ehrenamtlich gepflegt wird. In den vergangenen Jahren habe der Verein hier viel Geld und auch Eigenleistung investiert, erzählen die Kuchlers. So wurde das Grundstück unter anderem mit Wasser, Strom und Beleuchtung ausgestattet, im Vereinsheim wurde ein Seminarraum eingerichtet. „All das ist wichtig, auch wenn wir Turniere ausrichten“, wie zum Beispiel 2009 die Deutsche Meisterschaft in Obedience, einer Hundesportart, in der neben dem Gehorsam auch die Verträglichkeit des Hundes mit anderen Menschen und Hunden eine große Rolle spielt.

10.000 Quadratmeter wären gut

Im Jahr 2000 wurde der Pachtvertrag mit dem Hundesportverein Dießen vom Grundstückseigentümer nochmals um 20 Jahre verlängert. Vor zwei Jahren flatterte dem Verein schließlich fristgerecht die Kündigung ins Haus. „Seitdem haben wir vieles versucht, um ein neues Vereinsgelände zu finden, aber wir haben immer nur Absagen erhalten. Deshalb gehen wir jetzt an die Öffentlichkeit“, berichten die Kuchlers.

Auch mit Dießens neuer Bürgermeisterin Sandra Perzul hatten sie bereits Kontakt. „Sie hat uns ein bisschen Hoffnung gemacht. Nun warten wir auf ihren Rückruf“, erzählen die beiden. Und Ingrid Kuchler fügt hinzu: „Allerdings brauchen wir eine gewisse Infrastruktur für unseren Sport und unsere Turniere, wie zum Beispiel eine Gerätehalle für den Agility-Sport und natürlich auch Parkplätze. 10.000 Quadratmeter wären gut.“

Manche Kursteilnehmer nehmen weite Strecken in Kauf

Bezüglich des Kündigungsgrundes können die Kuchlers nur spekulieren. Vielleicht sei es das Bellen der Hunde, das im benachbarten Landgasthof mit Pension stört. „Wir arbeiten mit Motivation. Und Hunde, die sich freuen, bellen eben auch mal,“ sagt Franz Kuchler. Trotz des derzeitigen Kummers herrschte am sonnigen Samstagvormittag gute Stimmung auf dem Trainingsplatz am Gruberberg.

Eine von sieben Frauen, die in einer Gruppe gemeinsam mit ihren vierbeinigen Freunden trainieren, ist Anna Bonatz aus Herrsching: „Ich komme ganz bewusst hierher, weil ich das Angebot großartig und die Betreuung hervorragend finde“, sagt sie. Das bestätigen auch die anderen Teilnehmerinnen, die mit ihren Vierbeinern nicht nur aus Dießen, sondern auch aus Issing, Vilgertshofen, Reichling oder Rott gekommen sind.

Wohlerzogene Hunde brauchen auch Platz um ausgebildet zu werden

„In der Welpenschule haben wir häufig sogar Teilnehmer aus München, Landsberg oder Augsburg. Wir haben einen guten Ruf, und das hat sich herumgesprochen. Und es wäre schade, wenn es nicht weitergehen würde, denn unser Verein funktioniert hervorragend.“

Für ihre Leistungen als Hundesportlerin und Ausbildungsleiterin sei sie sogar schon mehrfach beim Dießener Neujahrsempfang geehrt worden, erzählt Ingrid Kuchler stolz. Grundsätzlich betonen die Frauen, werde in unserer Gesellschaft zunehmend Wert auf wohlerzogene Hunde gelegt. „Dann muss es doch auch Plätze geben, wo man die Hunde ausbilden darf“, lautet ihr Tenor.

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