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Prix-Gelände

12.02.2015

Zehn Prozent auf einem Fleck?

Neue Pläne für das Prix-Gelände für eine verdichtete Bebauung sind in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Schondorf präsentiert worden.
Bild: Renate Greil

Es gibt ein neues Bebauungskonzept, um günstigere Wohnmöglichkeiten im teuren Schondorf zu schaffen, doch manchen im Gemeinderat sind bis zu 400 Einwohner auf diesem Platz zu viel

Statt Ein- und Zweifamilienhäusern und Wohnblöcken an der Bahnlinie hat Architekt Helgo von Meier ein neues Konzept für die künftige Bebauung auf dem Areal des Prix-Geländes im Zentrum von Schondorf entwickelt. Das Prinzip Campus greift die großen Bauten der beiden Schulen auf und setzt auf eine offene Erschließung, erläuterte Meier in der jüngsten Gemeinderatsitzung.

Mit seiner Planung hatte er Vorgaben aus der kürzlich stattgefunden Klausurtagung des Gemeinderates umgesetzt. Danach sollten Reihen- und Mehrfamilienhäuser sowie Geschosswohnungsbauten auf den für die Gemeinde verbleibenden 17650 Quadratmetern des bisherigen Industriegeländes errichtet werden. Etwa 4500 Quadratmeter Grundfläche würden nach dieser Planung überbaut. Von Meier rechnet mit 350 bis 400 Menschen, die dort wohnen können, bei einem Schlüssel von 80 Quadratmetern Wohnfläche für drei Personen.

Unter den größeren Häusern sieht der Architekt eine Tiefgarage vor. Für Wärme soll ein zentrales Blockheizkraftwerk sorgen, sagte Bürgermeister Alexander Herrmann (Grüne). Dieses wäre neben der neuen Dreifachturnhalle der Wolfgang-Kubelka-Realschule situiert und sollte neben den neuen Wohnhäusern auch die Real- und die Grundschule sowie den Kindergarten mitversorgen. Als Energieträger ist hier Gas vorgesehen, sagte Herrmann, vorausgesetzt man könne an eine Erdgasleitung anschließen. Entsprechende Verhandlungen liefen derzeit, berichtete der Rathauschef.

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Das Echo im Gemeinderat war geteilt: Einige lobten den Planer dafür, alle Vorgaben umgesetzt zu haben. „Wir wollen die Eier legende Wollmilchsau“, sagte Stefanie Windhausen-Grellmann (Grüne). Preiswerten Wohnraum für junge Leute zu schaffen, ist Marlene Orban (SPD) ein wichtiges Anliegen. Gleichzeitig sollen auch die hohen Ausgaben der Gemeinde für das Areal wieder herein kommen. Dies werde ein anderer Ortsteil werden wie beispielsweise die Mühlau, sagte sie.

Denn Martin Wagner ( CSU) sah im Entwurf zu wenig vom Charakter der angrenzenden Bebauung übernommen und Rainer Jünger (CSU) fürchtete, nach vier großen Bauobjekten wie den alten Sportplatz werden nun mit den großen Bauten weitere Fremdkörper geschaffen. Vorgesehen ist auch im Genossenschaftsmodell zu bauen. Dafür werden mindestens acht Wohneinheiten benötigt, sagte Herrmann. Neben jungen Familien sollen auch Senioren berücksichtigt werden. „Wenn wir unserer sozialen Verantwortung nachkommen wollen, werden wir eine dichtere Bebauung bekommen als in der Mühlaustraße“, sagte Herrmann. Viele Menschen müssten wegziehen, weil die Mieten in Schondorf inzwischen so hoch seien. Die offene Planung gefalle ihm besser als die vorher als Riegel geplanten Mehrfamilienhäuser an der Bahn.

Eingang zur Schule käme auf die Ostseite

Wie Architekt von Meier sagte, würden diese eine Schallschutzfunktion haben. Als Alternativen schlug er einen Schallschutzwall oder eine Schallschutzwand an der Bahnlinie vor. Neben der Bahnlinie ist weiterhin die Fahrradpromenade geplant, die auch für den Schulweg der Realschüler genutzt werden soll. Der Eingang der Schule werde zur Turnhalle hin verlegt, sagte der Architekt.

Die Erschließung nahm Thomas Betz (CSU) in den Blick, eine Zu- und Abfahrt über die Ringstraße hielt er für schwierig. Er forderte, das Areal auch an die Schulstraße anzubinden. Für eine weniger dichte Nutzung des Geländes sprach sich Florian Gradl (FW) aus. Er rechnete vor, dass dann knapp ein Zehntel der Schondorfer Einwohner auf diesem Fleck leben würde und wünschte eine Reduzierung.

Als Favorit unter den vom Architekten vorgelegten Vorschlägen wurde die Variante drei mehrfach genannt. Hier sind Reihenhäuser an der Schulstraße und dann zur Bahnlinie hin die größeren Häuser locker situiert. Ob das bestehende Gemeindewohnhaus an der Schulstraße auch ersetzt werden soll, blieb noch offen.

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