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AusstellungI

01.07.2017

Zeitreise durch die Heimat

Notizen zur Veränderung.
2 Bilder
Notizen zur Veränderung.
Bild: Nuë Ammann

Marianne Vordermayr präsentiert Arbeiten

Unter dem Titel „Notizen zur Veränderung“ zeigt die aus Dießen stammende Künstlerin Marianne Vordermayr im Taubenturm des Heimatverein Dießen e.V. eine Zeitreise in Bildern. Ihre Arbeiten gleichen einer Spurensicherung im Vergehenden, um das Erinnerliche, das Heimat zu einem großen Teil ausmacht, in der Gegenwart erneut zu verankern.

Dr. Thomas Raff, Kunsthistoriker und Vorsitzender des Heimatvereins, drückte in der zur Vernissage gehaltenen Laudatio seine Freude aus, „endlich, nach so vielen Jahrzehnten der Ausstellungstätigkeit, eine aus Dießen stammende Künstlerin präsentieren zu können“. Denn „obwohl die Marktgemeinde als Künstlerort bekannt ist, sind“, so Thomas Raff, „aus dem Ort selbst nur wenige Künstler hervorgegangen.“ Marianne Vordermayr, deren Familie seit Generationen in Dießen lebt, wählte zunächst einen Weg, der sie an die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg führte. In der Klasse von Heike Baranowsky studierte sie Freie Kunst und wurde zur Meisterschülerin ernannt. 2015 erhielt sie ein Stipendium des bayerischen Staatsministeriums für ein Gaststudium an der HFG Karlsruhe sowie den „Absolventenpreis“ (1.Platz) der AdBK Nürnberg. Zusätzlich studierte sie an der Fachakademie für Fotodesign in München Fotografie, das Medium, das ihr neben dem Film am nächsten liegt.

In der Ausstellung „Notizen zur Veränderung“ präsentiert Marianne Vordermayr nun Bewegtbild- , Sound- und fotografische Installationen, die den Ort als Raum der Kindheit mit Gedanken und Erinnerungen aus dem persönlichen Umfeld reflektieren. Die Inhalte ihrer Arbeiten führen an die Themen Vergänglichkeit, Veränderung und der damit deutlich werdenden Zeit heran. Das Flüchtige einer Videoprojektion und die Auseinandersetzung mit dem fotografischen Material bekommt für Marianne Vordermayr eine gedankliche Nähe zum Prozess des unaufhaltsamen Wandels. Zugleich wird durch die Präsenz einer Projektion im Raum die Spannung und das Zusammenwirken zur Raum-Architektur aufgebaut. Die mehrdimensionale Anordnung lädt auch zum zufälligen Gespräch und Verweilen im dritten Stock des Turms ein.

Leise, aber besonders eindrucksvoll wirkt ihr Ansatz in einer Fotografie einer Kittelschürze, die als freigestellte und ebenso ausgeschnittene Form zu einer Art Wandrelief wird. Das Kleidungsstück ist von hinten abgelichtet und weist zahlreiche Gebrauchsspuren auf. Unter anderem zeigt sich im Rückenbereich eine vom Sonnenlicht deutlich ausgebleichte Stelle, die, so erläutert die Künstlerin, „von der vielen Gartenarbeit in gebückter Haltung“ herrührt, die ihre Großmutter stets mit Freude verrichtet habe. Es sind Ansätze wie dieser, die die Ausstellung aus einer bloßen Dokumentation der Vergangenheit herauslotsen und in eine berührende Betrachtung von Vertrautheit und Vergänglichkeit heben. Die sehr sehenswerte Ausstellung im Dießener Taubenturm beim Marienmünster ist noch bis 9. Juli, jeweils Samstag und Sonntag zwischen 12 und 18 Uhr geöffnet. Die Künstlerin ist während der Öffnungszeiten anwesend.

Im Internet

www.mariannevordermayr.de

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