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Finning

16.03.2018

Zum Jubiläum soll Finning erblühen

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Sylvia Frieb bei den erstmals erblühten Krokussen an der Sonnenstraße in Unterfinning.
Bild: Julian Leitenstorfer

2400 Tulpen und Narzissen sowie 3000 Krokusse werden zur 1200-Jahr-Feier zum „Bunten Band“. Am Sonntag beginnt das besondere Jahr mit einem Festakt.

Heuer wird Finning besonders bunt: Im Herbst wurden über 5000 Blumenzwiebeln gesetzt, die ersten Wildkrokusse blühen bereits am Straßenrand und auch Narzissen und Tulpen sind kurz davor, ihre Knospen zu öffnen – wenn nicht der angesagte Frost die Entwicklung stoppt. „Wir pflanzen seit 2015 aktiv auf öffentlichen Flächen“, erzählt Sylvia Frieb von der Initiative „Finning blüht“ im Obst- und Gartenbauverein. In Absprache mit der Gemeinde wurden seitdem Frühblüher und Wildblumenmatten auf Gemeindeflächen gesetzt, beziehungsweise die Matten ausgelegt.

Umwelt, Gemeinschaft und Dorfbild

Zur 1200-Jahr-Feier trat Zweiter Bürgermeister Roland Brenner an die Gartenfreunde heran und es wurden im Herbst auch noch 2400 Tulpen und Narzissen gesetzt. „Die Aktion hat drei Ziele“, sagt Sylvia Frieb. „Es geht erstens um den Umweltgedanken, zweitens darum, die Bürgergemeinschaft zu fördern und drittens um Heimatpflege und ein schöneres Dorfbild.“

An vier Aktionstagen beteiligten sich laut einem Bericht der Zweiten Vorsitzenden des Vereins, Eva Rosenkranz, über 60 Finninger Bürger daran, an den Hauptstraßen der Gemeinde die öffentlichen Flächen mit insektenfreundlichen Wildkrokussen aufzuwerten. Über 5000 Zwiebeln wurden für das „Bunte Band“ durch Finning gepflanzt – in Ober- und Unterfinning sowie in Entraching. Bei dieser Aktion, die von der Gemeinde und vom Gartenbaubetrieb Brenner unterstützt worden sei, seien auch die Schmuckzwiebeln für die 1200-Jahr-Feier eingesetzt worden. „Die Bürger waren mit großer Begeisterung dabei und warten nun darauf, dass sich das Bunte Band im Frühling entfaltet.“

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Auch die Gärten sollen artenreicher werden

Die Projektgruppe „Finning blüht“ engagiert sich laut Rosenkranz seit einigen Jahren für den Erhalt von Arten und die Biodiversität. Man wolle Gartenbesitzer anregen, ihre Gärten artenreich zu gestalten, aber auch die öffentlichen Grünflächen stünden im Zentrum der Aktivitäten. In diesem Rahmen würden Informationsveranstaltungen und Vorträge organisiert, zusammen mit der Gemeinde wurde eine 2500 Quadratmeter große Ausgleichsfläche mit Wildblumensamen eingesät. Auf öffentlichem Grün wurden erste Wildblumenmatten verlegt.

Im Herbst 2017 erweiterte die Projektgruppe ihre Aktivitäten unter dem Stichwort „Buntes Band“, um die Bürger noch stärker in die Fürsorge für öffentliches Grün einzubinden. Mit Unterstützung des Obst- und Gartenbauvereins wurde eine Broschüre erstellt und an alle Haushalte verteilt. Darin wurden die Ursachen für das Artensterben dargestellt und es wurde aufgezeigt, was jeder in seinem Bereich tun könne. Darin sei auch die herbstliche Pflanzaktion angekündigt gewesen. Über den Winter bestückte der Obst-und Gartenbauverein seine Schaukästen an verschiedenen Stellen im Gemeindegebiet sowie seine Homepage mit Informationen und Anregungen zum Thema.

Mit Kies sollen die Flächen ausgemagert werden

Im Frühsommer werden auf bereits mithilfe eines Gemeindemitarbeiters ausgesteckten Flächen 40 Wildblumenmatten verlegt, um so das „Bunte Band“ zu ergänzen. Die abgesteckten Karrees am Straßenrand zeugen davon. Denn hier sollten schließlich keine Krokusse gepflanzt werden, die dann von der Matte abgedeckt werden, wie Frieb in der Sonnenstraße erläutert. Die Gemeinde liefere auch den Kies um die Stellen auszumagern, das heißt sie weniger nährstoffreich zu machen.

Rosenkranz verweist in ihrer Pressemitteilung darauf, dass das Insekten- und Vogelsterben auf der medialen Tagesordnung angekommen sei. Sie setzt darauf, dass für die Beteiligten das Engagement für ein buntes, blühendes, artenfreundliches Finning eine faszinierende Erfahrung sein könne, die das verbreitete „Man kann ja doch nichts tun“ widerlege.

Das Programm am Sonntag

Bis Finning sichtbar bunt wird, wird es noch ein wenig dauern: Angesichts der kühlen Temperaturen werden die Krokusse entlang der Findingstraße ihre Blüten am Sonntag, 18. März, wohl kaum öffnen, wenn nach dem Festgottesdienst (Pfarrkirche Unterfinning, ab 9 Uhr) die Bürger und Fahnenabordnungen ab 10.30 Uhr zur Turnhalle nach Oberfinning ziehen, wo gegen 11.15 Uhr der Festakt mit einem Frühschoppen beginnt. Bei Regen entfällt der Festumzug.

Auf dem Programm stehen neben der Begrüßung durch Bürgermeister Siegfried Weißenbach und Grußworten von Landrat Thomas Eichinger die Finninger Geschichte, eine Fotoausstellung „Finning im Wandel“ im Foyer der Schule, eine Diashow „Anno Dazumal“ und ein Vortag von Martin Wölzmüller vom Landesverein für Heimatpflege über Heimat und Mundart.

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