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Pflugdorf

21.11.2019

Ein Fahrfehler kostet Marcel Schrötter den WM-Titel

Motorradpilot Marcel Schrötter hat eine Saison mit herausragenden Ergebnissen, Verletzungen und einem enttäuschenden Saisonfinale hinter sich. 
Bild: Dynavolt Intact GP

Plus Motorradpilot Marcel Schrötter aus Pflugdorf ist nach dem Saisonfinale sehr enttäuscht. Im LT berichtet er, wie er die abgelaufene Saison erlebt hat.

Was für ein Ende einer Saison, in der Marcel Schrötter aus Pflugdorf, Deutschlands bester Motorradfahrer, eine ganze Reihe von Wechselbädern der Gefühle durchlebte. Es begann mit dem Traumstart mit drei Podestplätzen, dann zwei schwere Verletzungen und eine zweite Saisonhälfte, in der Schrötter nicht mehr an die Leistungen der ersten Rennen anknüpfen konnte und hinter seinen Erwartungen blieb. Und dennoch hatte er beim Saisonfinale die große Chance auf einen Titel.

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Platz elf hätte gereicht

Doch ausgerechnet der Saisonabschluss wurde für den Moto2-Piloten zum Tiefpunkt. Im spanischen Valencia stand der 26-Jährige zusammen mit dem Schweizer Tom Lüthi kurz vor dem Titel in der Team-Weltmeisterschaft fürs Memminger Dynavolt Intact GP-Team, doch zwei Runden vor Schluss platzten alle Träume. „Ich bin am Limit gefahren, war aber aus irgendeinem Grund nicht schnell genug und bin von meiner Gruppe nicht weggekommen. Als mich Mattia Pasini zwei Runden vor Schluss überholen wollte, kam ich so weit von der Ideallinie ab, dass mich die anderen überholen konnten. Dadurch habe ich fünf Plätze verloren.“

Zuvor hatte er sich von Startplatz 16 auf Rang elf vorgearbeitet und fiel nach dem Manöver auf Platz 16 zurück und damit erstmals in dieser Saison auch aus den Punkterängen. Der WM-Titel war damit futsch. Rang elf – und damit vier Punkte – hätten zum großen Triumph gereicht. „Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so enttäuscht war“, sagte der Motorrad-Profi aus Pflugdorf gleich nach dem Rennen.

Ein Fahrfehler kostet Marcel Schrötter den WM-Titel

Der Saisonstart weckte Hoffnungen

Im Gespräch mit dem Landsberger Tagblatt sagt Marcel Schrötter: „Ich war stinksauer nach dem Rennen, das Resultat tat richtig weh, der Titel wäre eine Riesensache für unser Team gewesen. Das wird mich immer wieder einholen. Es ist ärgerlich, aber jetzt nicht mehr zu ändern. Keiner macht etwas mit Absicht. Den Titel haben wir sicher nicht alleine in Valencia verloren.“

Dabei war Schrötters Saison nicht schlecht. „Es war sogar meine bislang beste“, blickt er zurück. In der Gesamtwertung nach 19 Rennen belegt er mit 137 Punkten Rang acht - die gleiche Platzierung wie im Jahr zuvor. Der Unterschied: 2019 fuhr er immerhin dreimal aufs Podium. Pole-Position und Platz drei gleich zum Auftakt in Doha, dann erneut Pole und sogar Platz zwei im dritten Rennen in Texas – der größte Erfolg seiner Karriere.

Er hatte sich den Mittelfuß gebrochen

Da sah alles nach einer großartigen Saison für den Pflugdorfer aus. Doch Schrötter schaffte es danach nur noch einmal aufs „Stockerl“. Das war Anfang Juli beim Heimrennen auf dem Sachsenring. Platz drei, obwohl er sich Ende April den Mittelfuß gebrochen hatte und operiert werden musste. Es war Schrötters bestes Rennen, und „der schönste Moment in dieser Saison“, wie er sagt.

Dann war Sommerpause. Und danach lief‘s nicht mehr rund. Besonders bitter: Der vierfache Schlüsselbeinbruch nach einem Trainingssturz im September in Misano, durch den er zwei Rennen (San Marino und Aragon) verpasste. Es reichte noch zu den Rängen neun in Malaysia und Japan sowie elf in Australien.

„Es war generell keine schlechte Saison, Poles und Podestplätze schafft man nicht aus Glück. Aber die zweite Hälfte war enttäuschend“, gibt Schrötter zu. Die Schuld sucht er aber nicht bei anderen. „Ich bin von mir enttäuscht. Es hat mir die Konstanz der letzten Jahre gefehlt, das war ungewohnt. Ich war einfach nicht schnell genug und habe es nicht geschafft, mich auf die neuen Reifen einzustellen. An den Verletzungen lag es nicht, aber sie haben die Sache natürlich nicht einfacher gemacht.“

Zum Training in den Keller

Und wie geht es jetzt weiter? In der vergangenen Woche standen noch mal Tests in Spanien an, am 2. Dezember kommt die Schraube im Kahnbein raus, bis Weihnachten wird er daheim in Pflugdorf im Keller trainieren. Im Februar finden die offiziellen Tests statt. Die neue Saison, in der Motorradpilot Schrötter der einzige deutsche Starter sein wird, beginnt am 8. März 2020 in Katar. Schrötters Versprechen: „Ich werde alles tun, was möglich ist, um nächstes Jahr wieder besser zu sein.“

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