1. Startseite
  2. Meinung
  3. Kirche im Selbstmitleid

08.02.2013

Kirche im Selbstmitleid

Die katholische Kirche ist nicht modern. Doch um eine wachsende Entfremdung gegenüber dem Religiösen beheben können, braucht es glaubwürdige Persönlichkeiten.

Die katholische Kirche steht unter Druck. Ein scharfer Wind schlägt ihr in Deutschland entgegen. Die Gesellschaft fordert zu Recht vollständige Aufklärung des Missbrauchsskandals, die von den Bischöfen gerade eben abgebrochen worden ist. Auch die Abweisung einer vergewaltigten Frau in zwei katholischen Kölner Kliniken ist empörend. Kläglich versagte in beiden Fällen das kommunikative Krisenmanagement.

Es gelang der Kirche nur schwer, ihre Motive der Öffentlichkeit zu erklären bzw. sich für ein Fehlverhalten zu entschuldigen. Solches Lavieren weckt in Medien erst recht das Jagdfieber. Hier über „Stimmungsmache“ zu jammern, kehrt selbstmitleidig Ursache und Wirkung um. Etwas mehr Selbstkritik der wahrlich nicht sündenfreien Moralinstanz Kirche täte not.

Freilich: Die katholische Kirche ist nicht modern. Einige ihrer Lehren stehen konträr zum Zeitgeist. Ihr Verbot von Pille und Kondom, ihre Absage an die Homo-Ehe, ihr Ausschluss der Frauen vom Priesteramt provozieren Widerspruch bis hin zu maßloser Häme. Die Kirche muss sich nicht alles gefallen lassen. Mit juristischen Mitteln wird sie allerdings nicht die wachsende Entfremdung gegenüber dem Religiösen beheben können. Dazu braucht es glaubwürdige Persönlichkeiten.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren