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Weiler

12.08.2020

Auszeichnung für Familie Steber: Leben und Arbeiten im Einklang mit der Natur

Lisa und Gerhard Steber von der Firma Ökohaus in Weiler sind stolz auf die Auszeichnung als „Blühender Betrieb“.
Bild: Springer-Restle

Plus Lisa und Gerhard Steber von der Firma Ökohaus aus Weiler haben ihr 6000 Quadratmeter großes Grundstück ökologisch aufgewertet. Nun erhielten sie einen Preis. Die Kriterien dafür haben sie bei Weitem "über-erfüllt".

Als Lisa und Gerhard Steber vor 37 Jahren aus Augsburg nach Weiler gezogen sind, wussten sie, dass sie diesen Schritt nie bereuen würden. Schon immer sehnte sich das Ehepaar nach einem Leben im Einklang mit der Natur. „Viele unserer Freunde aus der Stadt waren damals skeptisch und dachten, wir würden irgendwann genug haben vom Landleben und wieder zurückgehen“, erinnert sich Lisa Steber. Doch weit gefehlt.

Anfangs wohnte das junge Ehepaar zur Miete in einem alten Bauernhaus auf 6000 Quadratmetern Grund. Der Pflanzenbestand entsprach allerdings nicht ihrer romantischen Vorstellung vom Landleben, denn es befanden sich lediglich vier Obstbäume und zwei Johannisbeersträucher auf dem großen Grundstück. Als sie die Möglichkeit hatten, das Anwesen zu kaufen, schlugen sie zu und verwandelten das einstige Brachland in ein Eldorado für Vögel und Insekten mit inzwischen mehr als 1000 einheimischen Bäumen und Sträuchern. Ihr Engagement würdigte das bayerische Umweltministerium nun mit der Auszeichnung „Blühender Betrieb“.

Die Kriterien für den Preis erfüllte das Grundstück der Stebers bei Weitem

Die Kriterien zu erfüllen, war ein Heimspiel, denn die Freiflächen des Firmengeländes überstiegen die geforderten 20 Prozent an naturnah gestaltetem Anteil bei Weitem. Mit einem durchgängigen Blütenangebot und unterschiedlichen Lebensräumen für heimische Pflanzenarten aufzuwarten, war auch kein Problem und Pflanzenschutzmittel und Substrate kamen ohnehin nie zum Einsatz. Für Menschen wie die Stebers, die selbst ihre Toilettenspülungen mit Regenwasser speisen, war der Nachhaltigkeitsgedanke schon immer selbstverständlich.

Im Lauf der vergangenen Jahrzehnte haben sich immer mehr Insekten, Frösche, Igel und Vögel in der Idylle heimisch gefühlt. Dabei legten die Stebers ein besonderes Augenmerk auf ungenutzte Rückzugsräume für die Tiere. „Dazu kann man ruhig mal ein bisschen Chaos entstehen lassen“, erklärt Lisa Steber. Läuft man durch den naturbelassenen Garten, der zuweilen an einen Urwald erinnert, merkt man schnell, dass die Auszeichnung des Umweltministeriums nicht von ungefähr kam.

Im Garten der Stebers gibt es Wasserflächen, Totholz, Steinmauern und Nisthilfen

Die Stebers haben Wasserflächen, Totholz, Steinmauern und Fassadenbegrünungen geschaffen, Nisthilfen für Wildbienen gebaut, Benjeshecken angelegt, Rasenflächen zu Blühwiesen umgestaltet und sogar insektenfreundliche Beleuchtungen rund ums Haus installiert. Ihre Firmenparkplätze sind nicht geteert, sondern verfügen über eine kiesgebundene Oberfläche und sind von Blühhecken umgeben. „Es ist uns wichtig, die Schöpfung zu bewahren und unseren Enkelkindern eine möglichst intakte Natur zu hinterlassen“, erklärt die vierfache Mutter.

Bild: Springer-Restle

Ihr ganzer Stolz ist eine Eiche, die sie kurz nach ihrem Einzug im Wald eines Freundes ausgegraben und im Garten ihres neuen Zuhauses eingepflanzt hat. „Der Waldbesitzer meinte damals, dass Eichen es gar nicht mögen, wenn man sie verpflanzt und gab dem Baum wenig Hoffnung“, sagt Steber und zeigt auf ein Prachtexemplar von einem Baum.

Doch nicht nur der Garten wuchs kontinuierlich, sondern auch Gerhard Stebers Schreinereibetrieb, aus dem im Jahr 1998 dann die Ökohaus GmbH wurde, die heute hauptsächlich Photovoltaikanlagen und Speicherkonzepte vertreibt.

Ein angenehmes Arbeitsumfeld für ihre Mitarbeiter war den Besitzern der Firma Ökohaus wichtig

Den Stebers lag es besonders am Herzen, ein angenehmes Arbeitsumfeld für ihre Mitarbeiter zu schaffen. Diese verbringen ihre Mittagspause oft auf der Terrasse mit Blick auf den kleinen Weiher, den der Landschaftsgärtner Thomas Ackermann aus Türkheim angelegt hat. Auch hier findet sich ein naturbelassener Lebensraum für Amphibien, Insekten und Pflanzen.

Als Gerhard Steber neulich einen Grünspecht in seinem Garten entdeckte, wusste er, dass seine Frau und er vieles richtig gemacht haben. „Wir leben und arbeiten einfach wahnsinnig gern hier“, sagt Lisa Steber abschließend und strahlt dabei.

Hier erfahren Sie mehr über Ökohaus:

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