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Unterallgäu

06.01.2021

Baustellen im Schwäbischen Bauernhofmuseum in Illerbeuren

Ein historisches Gattersägewerk soll im Freilichtmuseum im neuen Jahr in Betrieb genommen werden.

Plus In Illerbeuren wird auch im Winter weiter gewerkelt, damit unter anderem das Sägewerk 2021 in Betrieb genommen werden kann. Was die Besucher sonst noch erwartet.

Im Schwäbischen Bauernhofmuseum Illerbeuren tut sich etwas – trotz Corona. Konkret geht es um mehrere Bauprojekte, aber auch die Besucherplanungen für 2021.

„Ein außergewöhnliches Jahr“ endet für die Einrichtung. „Trotz der eingeschränkten Saison zwischen Mitte Mai und Anfang November, trotz der Besuchseinschränkungen und trotz des Fehlens der Reisegruppen, Schulklassen und Sonderveranstaltungen war der Besuch erfreulich“, sagt Museumsleiter Dr. Bernhard Niethammer. In der Pandemiezeit habe das Bauernhofmuseum als Freilicht-Museum eine willkommene Alternative geboten: frische Luft, viel Abstand und viele Angebote draußen. Außerdem habe sich die Besucherregelung unter dem Motto „die Bude ist voll“ als sehr praxistauglich erwiesen. Gerade viele Einzelbesucher und Familien nutzten das Angebot. Die offiziellen Besucherzahlen gibt es allerdings erst im Januar oder Februar.

Ein Notdach schützt nun die ausgebrannte Sölde aus Siegertshofen

Im Hintergrund ging der Baustellenbetrieb im Museum weiter: Nachdem Ende Februar die Sölde aus Siegertshofen nach einem Funkenfeuer abbrannte und ein Schaden von rund 750.000 Euro entstand (wir berichteten: Die durch ein Feuer zerstörte Sölde wird wieder aufgebaut), haben die Arbeiten zur Rekonstruktion begonnen. Mitte Dezember wurde die Baustelleneinrichtung und die Sicherung eines Notdaches für den Winter abgeschlossen. Wieder aufgebaut soll das Gebäude im Sommer 2021 sein – samt neuem Ausstellungskonzept.

Zum Einsatz kam 2020 der neue alte Mähdrescher – ein 1965 von Claas in Harsewinkel gebauter „Mercur“.

Die zweite größere Baustelle im Museum ist das Sägewerk-Gebäude mit der historischen Vollgattersäge aus Hettisried (bei Altusried), die vor gut einem Jahr ins Museum kam. Dort geht über den Winter der Innenausbau weiter. Trotz der Dimension der Sägegatter-Anlage ist viel Fingerspitzengefühl beim Ausrichten der Maschinen gefragt: Lager, Gewinde und Transmissionen müssen genau aufeinander abgestimmt sein. Im neuen Jahr soll die Anlage samt Maschinen in Betrieb genommen werden, um den Besuchern anschaulich die Holzverarbeitung zu zeigen.“ Insgesamt wolle man den Besuchern mit dem Jahresprogramm 2021 an jeden Tag etwas bieten, ergänzt Sandra Czaja, die im Museum für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. „Dabei müssen wir natürlich immer flexibel auf die Rahmenbedingungen wie die Corona-Situation reagieren.“

Das Bauernhofmuseum beteiligte sich an der Aktion "Gemeinsam #unter50"

Resümierend zum Jahresende dankte Museumsleiter Bernhard Niethammer seinen über 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, „die den Herausforderungen mit großem Engagement begegnet sind und so den Gästen angenehme Besuche ermöglicht haben“. Entsprechend beteiligt sich das Museum auch an der Kampagne der Allgäu GmbH zur Reduktion der Covid-19-Infektionen und strahlt die Hauswand der St.-Ulrich-Sölde mit dem Slogan „Gemeinsam #unter50“ an. Ziel ist es, den Inzidenzwert unter 50 zu bringen, damit das öffentliche Leben mit all seinen Facetten (Kultur, Gastronomie, Wintersport, Hotellerie, Veranstaltungen) bald wieder stattfinden kann. Bis zum geplanten Saisonstart am 2.März kann das Museum auch digital besucht und erkundet werden. Interaktive 360˚-Rundgänge (mit Kindertour), Herausforderungen für Zuhause, Video-Tutorials und vieles mehr laden zum virtuellen Museumsbesuch ein.

Das Bauernhofmuseum Illerbeuren beteiligt sich an der Kampagne der Allgäu GmbH zur Reduktion der Covid-19-Infektionen, hier an der Hauswand der Sölde St.-Ulrich.

Zum Vor-Ort-Programm für 2021 sind die Planungen weit fortgeschritten. So soll es ab März eine kleinere Ausstellung zum Bürstenmacher-Handwerk geben und im Außenbereich eine Sonderausstellung mit dem Titel „Sichtbar gemacht – Frauengestalten in Schwaben“. Dort werden Porträts von Frauen gezeigt, die zu ihrer Zeit eher in der zweiten Reihe standen, obwohl sie für die Gesellschaft wichtig waren – beispielsweise eine Hebamme oder auch die erste Schützenkönigin der Region.

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