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Landwirtschaft

17.01.2015

Die Lage der Milchbauern ist dramatisch

Der Milchpreis ist im Sinkflug. Der Bund der Milcherzeuger fordert die Politik zum Handeln auf.
Bild: dpa

BDM fordert zum Auftakt der Grünen Woche Rezepte gegen den Preisverfall

Den Milchbauern macht der Verfall des Milchpreises schwer zu schaffen. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM teilte zum Auftakt der Agrarmesse „Grüne Woche“ in Berlin mit, der Preis für Milchprodukte habe sich 2014 praktisch halbiert.

Die Situation der Milchviehhalter sei angesichts dieses Preisverfalls sehr ernst und werde sich weiter verschärfen, wenn die negativen Prognosen von Marktexperten für die nächsten neun Monate Realität werden. Schon jetzt senken immer mehr Molkereien ihre Milchpreise unter die 30-Cent-Grenze, eine deutsche Molkerei ist inzwischen bei einem Milchpreis von 24 Cent angekommen.

Überraschend kommt diese Entwicklung nicht: Weltweit sind die Milchmengen deutlich gestiegen. Die EU-Milchproduktion trägt daran mit einer Mehrproduktion von sieben Millionen Tonnen einen maßgeblichen Anteil.

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BDM-Sprecher Hans Foldenauer sagt: „Dass diese Entwicklung sich zu einer Marktkrise zuspitzen würde, war spätestens seit Frühjahr erkennbar, wenn man die Notierungen für Milchprodukte an den weltweiten Börsen verfolgt hat“. Die Politik habe tatenlos zugesehen.

Ziemlich genau vor einem Jahr hätten die Amtschefs der Länder in ihrer Konferenz ein richtiges Zeichen gesetzt und beschlossen, dass die EU-Ebene mit schlagkräftigen Befugnissen ausgestattet werden müsse, um frühzeitig und präventiv auf drohende Marktverwerfungen reagieren zu können.

„Es ist für uns unverständlich, dass man bei den Ministern nicht auf ihre Umsetzung gedrängt hat“, kritisierte BDM-Vorsitzender Romuald Schaber.

Angesichts immer schwankender werdender Märkte nach dem Wegfall der Milchquote zum 31. März 2015 und einer rasant fortschreitenden Konzentration in der Molkereiwirtschaft, müssten die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass das Angebot an eine veränderte Nachfrage wirkungsvoll angepasst werden kann“, machte Schaber die Herausfordernungen klar. (mz)

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