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Kabarett

31.01.2019

Die „Mama Bavaria“ ist zurück

Luise Kinseher bei ihrem Auftritt im Kurtheater von Bad Wörishofen.
Bild: dok

Die Kleinkunstbühne Profil bringt Luise Kinseher nach Bad Wörishofen – mit überraschendem Ende

Am Nockherberg kann man Luise Kinseher nicht mehr als „Mamma Bavaria“ erleben – in Bad Wörishofen konnte man das schon, im gleichnamigen Programm der Kabarettistin. Dieses begann allerdings mit einer halbstündigen Verspätung wegen technischer Probleme im Kurtheater der Stadt. Vor ausverkauftem Haus legte Kinseher dann aber los, zur Freude ihrer Fans und von Organisator Stefan Ibel von der Kleinkunstbühne „Profil“.

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Als sechste Reinkarnation der „Mamma“ sprang sie durch die Jahrhunderte der bayerischen Geschichte, wobei sie mühelos von der jüngsten Vergangenheit in längst vergangene Zeiten und wieder zurück wechselte – dabei aber immer ihr geliebtes Bayern, die Heimat und ihre lieben Kinder im Blick hatte. „Bayern ist so anders als Deutschland, da muss man nicht ins Ausland – und die Stecker passen auch.“ Kinseher sparte nicht mit Seitenhieben auf die aktuelle Landespolitik und „derbleckte“ die neue Landesregierung nach guter alter Nockherbergmanier. Mal sanft, mal hintergründig böse, mal sehr direkt – aber immer so, dass man ihr nichts übel nehmen konnte. Böse waren ihr sicher auch nicht die Zuschauer in der ersten Reihe, die sie immer wieder liebevoll frotzelnd ins Programm einbezog - sehr zur Freude des restlichen Publikums. Auch ein klingelndes Handy brachte sie nicht aus dem Konzept – „wer ruft jetzt sie no so spät an?“, fragte sie interessiert.

Globalisierung, Digitalisierung, das bayerische Raumfahrtprogramm, Europa und der Brexit - im Eiltempo führte Kinseher durch eine Vielzahl von globalen und lokalen Themen, sodass einem vom Zuhören fast schon schwindlig werden konnte. Sie prangerte kulinarische „Verfehlungen“ wie die Unsitte, jedes Gericht mit Ingwer zu würzen, an – „das hamma dem Schuhbeck zu verdanken“ – und stellte fest, dass Weißwurst ein wunderbarer Tofuersatz sei, „wenn man kein Vegetarier ist.“

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Überraschend für viele sicher ihre Gesangseinlagen, angefangen vom Faschings-Gassenhauer, dem „Toten Fisch im Wasser“, bis hin zum Königsjodler. Kinseher überzeugte mit ihrer klaren Stimme in allen Tonlagen, auch wenn bei der eingespielten Musik noch kleine technische Probleme zu hören waren.

Immer wieder die Heimat im Blick wurde sie schon fast philosophisch mit der Aussage: „Wer in sich selber wohnt, ist überall daheim.“ Und mit der immerwährenden Wahrheit „leben und leben lassen“ und „ a bisserl was geht immer“, sei der Bayer zu allen Zeiten immer gut gefahren.

Den Schluss hätte sich Kinseher dann selbst wohl kaum besser ausdenken können: Ein Vierbeiner stahl ihr im Finale beinahe die Show. Große Begeisterung herrschte beim Publikum, als ein Dackel auf die Bühne trappelte und sich nach einer freudigen Begrüßung am Bühnenrand in Pose brachte. Kinsehers Hund, wie sich herausstellte. „Des is a Kinseher Dackel“, stellte diese ihren Vierbeiner den Bad Wörishofern vor und verabschiedete sich mit Dackel im Arm. (dok)

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