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Advent

18.12.2017

Die gute Laune kommt unfrankiert

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Rainer Resnitschek ist Postbote mit Leib und Seele: Auch in der hektischen Zeit vor Weihnachten nimmt er sich immer Zeit für ein nettes Wort.

Weil alle Kinder und Erwachsenen in Siebnach ihren Postboten Rainer Resnitschek so gerne haben, überraschen sie ihn zum Dank jeden Tag im Advent an einer anderen Haustür mit einem kleinen Geschenk

„Da kommt der Rainer“ jubeln die Kinder im Kindergarten Siebnach und schon stürmen sie los und umdrängeln „ihren“ Rainer. „Der bringt uns immer die Post“, sagt die kleine Josefine und strahlt über das ganze Gesicht.

Und auch „der Rainer“ strahlt – für ihn gibt es nichts Schöneres, als die strahlenden Kinderaugen und die glücklichen Gesichter der Mädchen und Buben zu sehen.

Dass ihn hier alle gern mögen, das wusste er schon – und dennoch war er total überrascht, als er an jedem Tag im Advent immer an einem anderen Briefkasten ein kleines Geschenk fand – selbst gebackene Plätzchen, ein handgemaltes Bild, eine Mandarine oder ein Apfel – Kleinigkeiten, die für ihn viel mehr sind als das: „Mich rührt das sehr“, gibt der 42-jährige gerne zu – und fast könnte man meinen, dass er in diesem Moment eine kleine Träne verdrückt.

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Der dreifache Familienvater Rainer Resnitschek aus Dorschhausen ist mit Leib und Seele Postbote, er hat sich diesen Beruf vor 26 Jahren bewusst ausgesucht und hat diese Entscheidung noch keine Sekunde bereut.

„Ich habe einfach gerne mit Menschen zu tun“, sagt der Postbote, der von Türkheim aus für den Bereich Siebnach/Traunried und die umliegenden Weiler zuständig ist.

Klar, Stress und Hektik setzen ihm manchmal ganz schön zu – und gerade in der Vorweihnachtszeit hat er buchstäblich alle Hände voll zu tun, um alle Briefe und vor allem Päckchen und Pakete pünktlich zu seinen Kunden zu bringen.

Von wegen „staade Zeit“? Für ihn ist das wichtig: Für ein nettes Wort, für eine aufmunternde Geste, ein Lachen und einen lustigen Spruch – dafür hat der Rainer, den alle nicht nur wegen seines komplizierten Nachnamens duzen, immer Zeit. Und wenn er sie mal nicht hat – dann nimmt er sie sich eben.

„Ich bin halt so“, sagt er schmunzelnd und macht dabei gar keinen Hehl daraus, wie sehr er sich über die kleinen, liebevollen Anerkennungen freut: „Man bekommt immer das zurück, was man selber gibt“, ist der 42-jährige überzeugt. Und weil er immer freundlich ist und lustig, werde er immer auch mit Freundlichkeit belohnt, glaubt er. Er kennt jede und jeden in seinem Zustellbezirk, er kennt die Sorgen und Nöte und er hat auch einen guten Rat, wenn mal ein Kind krank ist oder es in der Schule nicht so läuft.

Schon einmal wurde er von den Kindern und Müttern der Spielgruppe des Siebnacher Kindergartens zum Geburtstag mit einem Geschenk überrascht: „Gummibärchen“, erinnert sich der 42-jährige und outet sich damit auch als Naschkatze.

Das war vor zwei Jahren – und im vergangenen Jahr hatte die Spielgruppe doch glatt den Geburtstag von Postbote Rainer vergessen – Autsch! „Da mussten wir uns schon etwas Besonderes einfallen lassen“, dachte sich Sonja Rauh. Gemeinsam mit Daniela Wagner und Dagmar Seibel von der Kindergarten-Spielgruppe setzte sie dann die Idee auch um: Jeden Tag im Advent sollte der Postbote an einer anderen Haustür mit einem kleinen Geschenk überrascht werden. Gesagt, getan: Und jetzt freut sich Rainer Resnitschek schon über viele, nette Kleinigkeiten, die täglich auf ihn warten. „Was es wohl morgen sein wird? Und an welchem Briefkasten wird das Geschenk wohl diesmal hängen?“

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