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Konzert

23.11.2018

Ein klingender, krönender Abschluss

Bariton Christian Feichtmair, Tenor Ewald Bayerschmidt und Sopranistin Antje Bitterlich (von links) waren die Solisten bei der gelungenen Aufführung der Carmina Burana im Kirchheimer Zedernsaal.
Bild: tisch

Chöre und Solisten beenden die Konzertsaison im Zedernsaal mit der Carmina Burana

Es war ein würdiger Abschluss für die Konzertreihe im Zedernsaal im Schloss Kirchheim für das Jahr 2018. Gewiss ein wenig spät schon in Anbetracht der Kälte, aber Carl Orff hat es auch in dieser Hinsicht gut mit seinem Publikum gemeint – eineinviertel Stunden waren für die zahlreich erschienen Gäste gut machbar, ohne allzusehr zu frieren.

Wenn die ersten Akkorde und Stimmen des Chores erklingen, weiß man sofort, weshalb „Carmina Burana“ ein solch zeitloses Stück ist. Carl Orffs Idee, aus mittelalterlichen bayerischen Klosterhandschriften ein Stück zu komponieren, das sowohl als Konzert als auch auf der Bühne funktioniert, war von Beginn an großer Erfolg beschieden.

Im Zedernsaal war die Fassung von 1956 zu hören, die Wilhelm Killmayer, ein Meisterschüler Orffs, mit dessen Genehmigung für Musikvereine und -schulen umarbeitete, denen kein Orchester zur Verfügung steht: Zu sehen und hören waren Soli, Chor, zwei Klaviere und Schlagzeug.

Gleichwohl ist die Kraft dieses Werkes ungebrochen, getragen von den stets sich steigernden und sich wiederholenden Elementen, der ungeheure Reiz dieses großen Chores, dieser prägnante Anfang allein, der sich am Ende wie ein allumfassender Paukenschlag in die Reihen der Zuhörer ergießt, dazwischen immer wieder diese treibenden Rhythmen - man kann sich diesem Werk einfach nicht entziehen, egal wie oft man es hört.

Doch immer wieder entdeckt man etwas, das man vielleicht noch nicht so wahrgenommen hat. Herausragend an diesem Abend war eines der Gesangssoli, „Stetit puella“ von Sopranistin Antje Bitterlich. Dieses setzte der ganzen Dramatik der sich aufbauschenden Musik und Chöre und der damit verbundenen – im positiven Sinne – angespannten Atmosphäre in einer Klarheit und unerwarteten emotionalen Tiefe die Krone auf. Nach ihrem Gesang war man kurz versucht, laut auszuatmen, hatte man doch für einige Augenblicke die Luft angehalten. Doch schon wurde man natürlich wieder gefangengenommen und mitgerissen von der Macht des Chores.

Peter Schmitz, seit 2005 künstlerischer Leiter des Liederkranzes Bad Buchau und des Konzertchores Federsee, dirigierte voller Leidenschaft und führte das ganze Ensemble, dem neben den Solisten und dem Konzertchors Federsee Bad Buchau auch der Silcherchor Donau Bussen sowie Cantemus Frauenstimmen Ehingen, Anita Bender und Vesselina Vassileva-Geiselmann an den Klavieren und ein fünfköpfiges Schlagzeugensemble angehörten, kompromisslos bis hin zu diesem absolut furiosen Finale. Ein wunderbarer Abend! (tisch)

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