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Mindelheim

10.07.2018

Frundsbergfest: Kirche in Mindelheim wird zum Ballsaal

Zu einer musikalischen Reise in die Welt Georg von Frundsbergs lud die Stadtkapelle ein. Für eine Stunde wurde das Gotteshaus zum „Ballsaal“. Die einzelnen Bläser-Ensembles gaben bei einer festlichen Serenade ihre musikalische Visitenkarte ab und wurden vom Publikum begeistert gefeiert.
Bild: Franz Issing

Höfische Blasmusik mit der Mindelheimer Stadtkapelle anlässlich des Frundsbergfests.

Wie Spielleute zu Frundsbergs Zeiten am Hofe von Kaiser, Königen und Fürsten die hohen Herrschaften mit Tanz und Unterhaltung bei Laune hielten, demonstrierte die Stadtkapelle bei einer festlichen Serenade in der Jesuitenkirche. Das Gotteshaus wurde für eine Stunde zum „Ballsaal“. Historisch gewandet bewiesen die Instrumentalisten an Fanfare, Trompete, Posaune und Flöte, dass sie nicht nur konzertante Blas- und Marschmusik können, sondern auch mit den Kompositionen alter Meister bestens vertraut sind.

In der Mindelheimer Jesuitenkirche wurde Musik aus Zeiten Frundsbergs gespielt

Schon der Auftakt des Konzerts, bei dem Businen, sogenannte „Engelstrompeten“ eine Fanfare spielten, versprach ein Programm mit vielen musikalischen Leckerbissen. Solche Erwartungen erfüllte gleich nach dem Entree ein Posaunenquartett aus der Feder von Erasmus Widman. „Wolauf ihr Gäste gut, seid fröhlich frisch und wohlgemut“ wurden die Zuhörer animiert. Und die ließen sich das nicht zweimal sagen. Dann eine Fantasie und Autre von Pierre Phalese und gleich darauf erfreuten vier Flötistinnen das Publikum mit der „Canzona Seconda“ von Giovanni Gabrieli.

Von den Musikern eingeladen, fröhlich zu sein, was bot sich da für die Zuhörer besser an, als ein Tanz bei schöner Musik und gutem Wein. Hier brachte sich das Hornquartett des „Forum Musicum“ mit einem Stück aus der Feder des polnischen Komponisten Johann von Lublin ins Spiel. Alte französische, deutsche und englische Tänze und Hofmusiken wechselten in bunter Folge. Und auch Kompositionen des englischen Königs Henry VIII. bereicherten das Programm.

Stets waren die Musiker der Stadtkapelle darauf bedacht, den Charakter der gespielten Werke herauszuarbeiten und sie dennoch abwechslungsreich und vielseitig zu gestalten. So erklangen die Stücke wie aus einem Guss. Die Ensembles musizierten mit überbordender Lebensfreude auf hohem Niveau, ließen aber auch Melancholie nicht aus. Mit ihren Klängen öffneten sie dem Publikum die Tür zu einer längst vergangenen Welt.

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