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Buchloe/Wertachtal

26.06.2020

Fusion der Rinderzücher gescheitert: Die Mehrheit reicht nicht

Wegen der Corona-Auflagen war die Teilnehmerzahl in der Schwabenhalle begrenzt.Vorne rechts: Josef Lutzenberger, Vorsitzender des SRB.
Bild: Hieronymus Schneider

Plus Die geplante Rinderallianz kommt nicht. Droht nun eine Austrittswelle der Schwaben?

Das Ergebnis war eine Enttäuschung für den Vorsitzenden des Zuchtverbandes Schwarzbunt und Rotbunt Bayern (SRB), Fritz Lutzenberger aus Weinhausen. Denn die Versammlung des SRB stimmte zwar für eine Fusion mit der Allgäuer Herdebuchgesellschaft (AHG), aber nicht mit der nötigen Zweidrittelmehrheit. Das hat nun Folgen.

Dabei war bereits alles angerichtet: Lutzenberger hatte Vorgespräche geführt und die AHG sogar schon für eine Fusion zur „Rinderallianz Süd“ (RAS) gestimmt – für die es auch bereits eine Satzung gab. „Die Zeit ist reif für einen neuen Verband für alle Milchviehrassen“, hatte Norbert Meggle, Vorsitzender der AHG, hoffnungsvoll angekündigt. Diese ist mit 2312 Mitgliedsbetrieben der größte Züchterverband in Bayern. Das bisherige Domizil der Buchloer Schwabenhalle – seit 2016 mit dem SRB – wird durch einen Neubau eines Vermarktungszentrums nach Unterthingau verlegt. Die SRB wiederum entstand aus den Zuchtverbänden für schwarzbuntes Niederungsvieh und den bayerischen Rotbuntzüchtern, und wurde 1954 in München gegründet. Der Sitz ist inzwischen in Pfaffenhofen. Doch Schwaben und der Standort Buchloe – der letztlich in Bayern übrig blieb – wurden immer wichtiger.

Was für die Fusion der Verbände sprach

Für die Fusion mit der AHG spreche die Überalterung des Personals, aber auch die Mitgliederzahl, erklärte Lutzenberger: Die ging seit 2017 von 693 auf 652 zurück, was sich auch in den Herdebuchkuhzahlen widerspiegele. Finanziell hingegen sei der SRB mit einem Guthaben von rund 1,3 Millionen Euro gut aufgestellt. Auch die Jahresbilanz wies einen Überschuss von 14.290 Euro auf, allerdings wurden die Rücklagen von 65.000 auf 35.000 Euro reduziert. Dieses Vermögen sollte wie alle Arbeitsverträge und Mitgliedschaften in die neue Rinderallianz Süd übergehen.

Fusion der Rinderzücher gescheitert: Die Mehrheit reicht nicht

Nordbayerisch Teilnehmer fühlen sich zu wenig repräsentiert

Doch vor allem die nordbayerischen Teilnehmer übten Kritik an der Fusion, und zwar wegen der Dominanz Schwabens bei der Besetzung der Rasseausschüsse. Sie fühlten sich unterrepräsentiert. Max Hunger aus der Oberpfalz kritisierte auch die Wahl Buchloes für die Versammlung: „Dadurch gehen etliche Stimmen aus Nordbayern verloren, weil sie nicht vor Ort abgegeben werden“. Vorsitzender Lutzenberger hielt dem entgegen, dass die Wahl demokratisch zwischen Langenbruck und Buchloe entschieden wurde und außerdem wegen der Beschränkung der Teilnehmerzahl erstmals per Briefwahl gewählt wurde. „Somit konnte jedes Mitglied seine Stimme abgeben.“

Die Wahl ergab ein klares und doch nicht ausreichendes Ergebnis: Von den 638 wahlberechtigten Mitgliedern hatten 255 ihre Stimme abgegeben. 36 Mitglieder wählten direkt in der Buchloer Versammlung, 219 gaben ihre Entscheidung per Briefwahl ab. 250 Stimmzettel waren gültig. Für eine Fusion des SRB mit der AHG stimmten 162 Mitglieder (65,3 Prozent), 86 waren dagegen (34,7 Prozent). Ähnlich fiel das Votum zur Auflösung der SRB mit 157 Ja- und 88 Neinstimmen aus. Damit war die Fusion gescheitert. Fritz Lutzenberger will sich nun „um eine Zukunftslösung“ bemühen. Ob es gelingt, alle bayerischen Mitglieder des SRB zu überzeugen oder ob es zu einer Austrittswelle von schwäbischen Züchtern mit Eintritt in die Allgäuer Herdebuchgesellschaft kommt, wird die Zukunft zeigen.

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