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Energiesparen

06.02.2015

Ganz schön teuer: Designerleuchte als Stromfresser

Gerade die Designerleuchte im Treppenhaus des Rathauses braucht viel Strom. Doch es könnte schwierig werden, die darin enthaltenen Halogenglühlampenstäbe einfach auszutauschen.
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Gerade die Designerleuchte im Treppenhaus des Rathauses braucht viel Strom. Doch es könnte schwierig werden, die darin enthaltenen Halogenglühlampenstäbe einfach auszutauschen.

Ein Experte hat sich die Lampen im Rathaus einmal genauer angesehen

Es war schon fast dunkel, als sich das Energieteam am Mittwochabend mit Energieberater Wolfgang Buttner im Mindelheimer Rathaus traf. Ihre Mission: Stromfresser unter den Lampen enttarnen. Und so zogen die Männer von Raum zu Raum, schalteten das Licht an und begutachteten, was von der Decke hängt, auf den Schreibtischen oder im Raum steht und für Helligkeit sorgt. Die Stadt soll schließlich Vorbildfunktion für die Bürger haben, erklärte Roland Ahne, Sprecher des Energieteams, das die Aktion initiiert hat.

Energieberater Buttners Bilanz nach dem einstündigen Rundgang: „Es gibt immer etwas umzubauen.“ Dass sich ein Wechsel – und zwar so schnell wie möglich – rechnet, zeigte er am Ende anhand zahlreicher Rechenbeispiele, bei denen die Kapitalverzinsung – je nach Lampe und Einsatzdauer – bei bis zu 89 Prozent lag. „Wie viel Prozent kriegen Sie auf ein Sparbuch?“, lautete Buttners rhetorische Frage. Einen Lampenaustausch nannte er „die beste Geldanlage“.

Im Sitzungssaal im zweiten Stock ist dieser Austausch bereits geschehen. Die 22 Halogenlampen wurden problemlos von LEDs ersetzt. Diese sind inzwischen so ausgereift, dass selbst der Lichtexperte nur noch anhand der Wärmeabstrahlung erkennt, ob es sich um LED oder eine Glühlampe handelt.

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Bei den Lampen im Gang zum Sitzungssaal ist laut Buttner jedoch „nichts zu machen“. Und auch im Treppenhaus „wird’s schwierig“. Teils müssten Leuchten umgebaut oder ersetzt werden, damit man energiesparendere Lampen einsetzen könnte.

Es geht von Zimmer zu Zimmer: Fast überall sind andere Leuchten zu finden. Mit fachmännischem Blick erkennt Buttner, um welche Lampe es sich jeweils handelt, benennt sie und gibt sogleich seine schonungslose Einschätzung ab, was man stattdessen verwenden könnte – oder ob man einen Wechsel besser bleiben lässt. Beim Verlassen eines Pausenraums hält er inne: „Was sehe ich hier?!“, ruft er und schaut sich die knapp 30 Zentimeter lange Röhre an der Wand genauer an. „Eine Glühlampe – sofort weg damit!“, lautet sein Urteil.

Im Treppenhaus wartet dann schon der nächste Stromfresser auf das Energieteam und den selbstständigen Berater. Eine Hängeleuchte, in der Halogenglühlampenstäbe für das nötige Licht sorgen. „300 oder 500 Watt“, lautet Buttners Einschätzung, „und das zwei Mal“. Die Designerleuchte brauche viel Energie und lasse sich wohl nur schwer umbauen – was bei den Anwesenden nicht gerade Freudensprünge auslöst.

Immerhin hat Energieberater Buttner im Vorzimmer des Mindelheimer Bürgermeisters nichts auszusetzen. Hier gibt es relativ neue Lampen, hell und energiesparend. „Da würde ich nichts machen.“

Anders bei der indirekten Beleuchtung im Gang des Erdgeschosses. Unter anderem sorgt ein Lochmuster in der Abdeckung dafür, dass nur wenig Licht nach unten auf den Gang fällt. Buttner schätzt, dass es nur zehn Prozent sind. Bereits bei der indirekten Beleuchtung im Gang im ersten Stock hatte der Energieberater zu einem Lampenwechsel geraten. „Dann hat man mehr Licht als vorher und nur ein Viertel des Stromverbrauchs.“ Stets bestimmen Preis und Einschaltdauer, ob sich ein Wechsel rentiert – für eine Kommune rechne sich das schnell, so Buttner.

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