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Fischerei

05.06.2014

Im Einsatz für Fische und Flüsse

Die Mitglieder der Fischereigenossenschaft Obere Mindel sorgen sich um die Zukunft der Fließgewässer. Unser Bild zeigt (von links): Hans-Joachim Weirather (Präsident, Fischereiverband Schwaben), Oliver Born, Max Roth (Beisitzer), Karl Strauß (Rechnungsprüfer), Manfred Putz (Geschäftsführer), Donat Waltenberger, Reginald Reichert (stellvertr. Vorsitzender), Hermann Haisch (Vorsitzender), Gerhard Becke (Beisitzer), August Gschwilm (Beisitzer) und Josef Weigele (Beisitzer).
Bild: stn

Genossen bestätigen den Vorstand

Wie in Stein gemeißelt wirkt der Vorstand der „Öffentlich-rechtlichen Fischerei-Genossenschaft Obere Mindel“, wenn sich ihre Mitglieder zur Jahresversammlung einfinden und der Vorsitzende Hermann Haisch zu seinem Jahresbericht anhebt. Jeder der Herren blickt auf zweistellige Jahreszahlen an Vorstandstätigkeiten zurück, die Versammlung ist mit ihrer Arbeit vollauf zufrieden.

Der langjährige verdiente Geschäftsführer und Kassenverwalter Manfred Putz hatte nach 44 Jahren genossenschaftsintern laut über seinen Rückzug nachgedacht, doch keinen Kandidaten für seine Nachfolge finden können. Damit sprach alles für eine weitere Amtszeit. Manfred Putz sah das ein und stellte sich erneut zur Wahl. Einzig der stellvertretende Vorsitzende Donat Waltenberger, der das achtzigste Lebensjahr bereits überschritten hat, ließ sich nicht umstimmen und trat nicht mehr an. Die Veränderung auf diesem Posten setzte ein gewisses Stühlerücken in Gang, nachdem sich der bisherige Beisitzer Reginald Reichert bereit erklärt hatte, für den stellvertretenden Vorsitz zu kandidieren. Der Vorstand kürzte das Verfahren durch einen Paketvorschlag zur Neubesetzung des Gremiums ab.

Zuvor hatte der Vorsitzende Haisch Fehlentwicklungen in seinem Jahresbericht gebrandmarkt: etwa die nicht selten kanalartig und nutzungsorientiert ausgebauten Flussläufe oder die Querbauten zur Elektrizitätserzeugung, unter anderem mit der Folge von „Schlammlagern, die eine natürliche Reproduktion von Fischen völlig ausschließen“. 81 Prozent der heimischen Fischarten Bayerns seien in ihrem Bestand gefährdet. Anteil an diesen Missstand habe auch die Landwirtschaft, die sich nicht an den Abstand von fünf Metern zum Ufer halte.

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Erste Erfolge verkündete er bei der Vergrämung des Kormorans und bei der zeitweisen Bejagung des Bibers. Inzwischen habe der Biber sogar den Kurpark Bad Wörishofen für sich entdeckt und dort Schäden in der Größenordnung von 11 000 Euro angerichtet.

Kormoran wurde erfolgreich verdrängt

Oliver Born, Leiter des Schwäbischen Fischereihofs Salgen, wo die Versammlung stattfand, unterstrich den durchschlagenden Erfolg bei der Verdrängung des Kormorans. Sie sei ohne „Kollateralschäden“ etwa für Enten und Fischreiher, verlaufen, wie gelegentlich befürchtet worden war. Das auf zunächst drei Jahre befristete Kormoranprojekt Mindel/Schmutter soll um zwei Jahre verlängert werden. Auch auf den Druck, der durch den Ausbau der erneuerbaren Energie auf die Flussläufe ausgeübt werde und der sich aktuell in der Bauvoranfrage für sechs neue „Wasserkraftschnecken“ äußere, wies Born noch einmal hin.

In einer Funktion als Fischereiverbandspräsident kritisierte Hans-Joachim Weirather die Eingriffe in die Natur und argumentierte, dass zwar 15 Prozent des Stroms in Bayern aus Wasserkraft erzeugt würden, allerdings zu 90 Prozent von den 250 größten Kraftwerken, während er deren Gesamtzahl mit 4200 bezifferte. Wirtschaftlich machten die vielen kleinen Anlagen keinen Sinn bei unverhältnismäßig hohem ökologischem Schaden. (stn)

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