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Preisträgerkonzert

31.03.2015

Immer jünger, immer besser

Musikalischer Nachwuchs beeindruckt die Jury

Wer die 36 Wettbewerbe, die der Verein zur Förderung der musizierenden Jugend bisher ausrichtete, verfolgt hat, kommt um eine Feststellung nicht herum: Die Anzahl der Preisträger im Kindesalter hat konstant zugenommen: So wurden alle ersten Preise, mit einer Ausnahme, an Streicher und Bläser vergeben, die zehn Jahre und jünger waren, obwohl das Durchschnittsalter darüber lag.

Der Grund liegt in der Weiterentwicklung der Instrumentaldidaktik und -methodik, die kindgemäßer geworden ist. Nicht die „hohe Literatur“ steht im Mittelpunkt, sondern kurze und prägnante Stücke, technisch anspruchsvoll, die jedoch die Spielfreude der Kleinen herausfordern.

Eng verbunden ist damit der Einbezug der internationalen Folklore: So spielte die kleine Miriam Maier aus Bad Wörishofen (begleitet von Leonie Müller) rhythmisch sicher den „Mückentanz“ von Holzner-Rhomberg auf ihrer Achtel-Geige und Emilia-Rosa Hofmann, ebenfalls aus der Kneippstadt, strich voller Hingabe ein kleines Concertino von N. Baklanowa. Ebenfalls international angehauchte Stücke: Das Duo Julia Streitel und Veronika Wiedemann ließ ein „Concertino im russischen Stil“ von A. Janschinow hören, wobei Julia, trotz erst eineinhalbjährigem Geigenspiel, eine blitzsaubere Intonation vorführte.

Auch wenn klassische Stücke ausgewählt wurden: Sie waren meist angenehm kurz (wie auch das ganze Konzert, das mit Begrüßung, Preis-verleihung und Fototermin nur eine gute Stunde dauerte), was natürlich auch die Einübungszeit angenehm reduzierte. Ferdinand Jannetti, der kleine Bursche mit der großen Tuba zeigte in einem Largo und Presto von B. Marcello, wie man den an sich trägen Tubaton durch sauberes Anspiel überlisten kann.

Die beiden anderen älteren Blechbläser: Bernhard Mayer mit einem „Russischen Tanz“ von Böhme und Lukas Krauß mit einem „Allegro maestoso“ von E. Sachse offenbarten eine beeindruckende Technik und zeigten, dass Bläsermusik nicht nur im Unterhaltungssektor zu Hause sein muss (obwohl diese natürlich auch dazu gehört).

Voller (auch körperlicher) Hingabe interpretierte die Hawangerin Jana Morscheid (zusammen mit Musiklehrerin Annette Nützel) den ersten Satz der Sonate Nr. 1 von Harald Genzmer, der Professor an der Musikhochschule in München war.

Laura Hahmann bewies ihr vielseitiges Talent als Klavierspielerin (zusammen mit Lydia Hartmann, Violine) in einem „Cakewalk“ von S. Nelson und als Violonistin in einer Bourrée von J. Hasse (begleitet von Luna Lange).

Abschluss- und Höhepunkt zugleich: Die „Scène de ballet“ von Ch. de Bériot, die Lisa Maria Günther aus Türkheim, begleitet von Lehrer Karl Faller, darbot. Hier wurde der Rahmen der Schulmusik, die vielfach so kind- und jugendgemäß dargeboten wurde, verlassen: Es war eine Violin-Musik, die nicht nur hohes technisches Können in den Arpeggi und Doppelgriffen verlangte, sondern die durch die Musikalität der Interpretin (gerade in den langsamen Teilen) einen ersten Preis im diesjährigen Wettbewerb mehr als verdiente.

Großer Beifall war neben den Preisen der schönste Lohn für die jungen Musiker. (ah)

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