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Stetten

05.05.2019

In Stetten bleibt der Bürgermeister ehrenamtlich

Auch der künftige Bürgermeister von Stetten wird ehrenamtlich sein.
Bild: Franz Simon

Die Gemeinderäte sprechen sich gegen ein hauptamtliches Gemeindeoberhaupt aus.

Die Entscheidung fiel innerhalb weniger Minuten: Auch der Nachfolger von Richard Linzing, des kürzlich verstorbenen Bürgermeisters von Stetten, soll diese Tätigkeit ehrenamtlich ausüben, waren sich die Stettener Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung einig. Sie hatten das Thema bereits intern besprochen, sodass es in der Sitzung keinerlei Diskussion mehr gab.

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Die finanzielle Seite spielt in Stetten eine große Rolle

Nachdem der Zweite Bürgermeister Uwe Gelhardt die Passage aus der Gemeindeordnung verlesen hatte, wonach das Bürgermeisteramt in Gemeinden mit bis zu 5000 Einwohnern eigentlich ehrenamtlich, eine Satzungsänderung zum Hauptamt aber möglich ist, meldete sich lediglich Gemeinderat Paul Huber zu Wort. Mit Blick auf die Projekte, die in der Gemeinde anstehen, verwies er darauf, dass die finanzielle Seite eine große Rolle spiele. Ein hauptamtlicher Bürgermeister wird als Beamter auf Zeit besoldet und verdient in der Regel mehr als ein ehrenamtlicher. „Wir lassen alles, wie es ist“, lautete der Grundtenor im Gemeinderat. Er hatte über eine mögliche Satzungsänderung zu entscheiden, weil nach dem überraschenden Tod von Richard Linzing am 21. Juli neu gewählt werden soll. Hätte der Gemeinderat einen hauptamtlichen Bürgermeister installieren wollen, hätte er das spätestens 90 Tage vor der Wahl tun müssen.

Aktuell arbeiten genau die Hälfte aller 52 Bürgermeister im Landkreis haupt- und die andere Hälfte ehrenamtlich. Zuletzt hatte sich der Gemeinderat von Hawangen mehrheitlich für einen hauptamtlichen Bürgermeister ausgesprochen. In der Gemeinde stand ebenfalls außertourlich eine Wahl an, weil Amtsinhaber Martin Heinz aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war.

In Stetten bleibt der Bürgermeister ehrenamtlich

Auch andere Gemeinden müssen sich entscheiden

Im Vorfeld der Kommunalwahl im nächsten Jahr wird sich auch in den übrigen Gemeinden die Frage stellen, ob das Bürgermeisteramt dort künftig ehren- oder hauptamtlich ausgeübt werden soll. 2013 hatten sich unter anderem die Kammlacher Gemeinderäte mehrheitlich für einen hauptamtlichen Bürgermeister entschieden und waren damit dem Wunsch von Amtsinhaber Josef Steidele gefolgt. Er war in seiner ersten Legislaturperiode ehrenamtlich tätig und im Laufe dieser Zeit zu dem Schluss gekommen: „Man kann nicht dem Beruf und dem Amt gleichzeitig gerecht werden. Irgendwas bleibt auf der Strecke.“

Auch der damalige Leiter des Sachgebiets „Kommunalwesen“ am Landratsamt, Karl Schönhaar, war überzeugt: „Der Zeitaufwand ist mittlerweile so groß, dass ein normal Beschäftigter das Amt nicht mehr nebenher ausüben kann.“ Damals gab es im Landkreis noch 29 ehrenamtliche Bürgermeister. (baus)

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