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Kultur

28.05.2015

Italienische Traumreise mit Abstecher nach Wien

Katharina E. Leitgeb und Wolfgang Schwaninger verzauberten das gebannt lauschende Publikum.
Bild: Glonner

Das Kurtheater war einmal mehr ausverkauft, alle Akteure brillierten

In Nächten wie diesen, da will der Mensch nicht schlafen, sondern einfach nur genießen. Die „Italienische Nacht“ im ausverkauften Kurtheater der Kneippstadt war wieder ein faszinierender Kunstgenuss. Veranstalter und Moderator Günter Schulzke ließ als magischen Auftakt vier Akteure der „Venezianer Ludwigsburg“ mit ihren Masken und fantasievollen Kostümen auf eine Traumreise durch Italien einstimmen.

Bass-Bariton Stefan Sevenich gehört seit 2012 zum Ensemble der Komischen Oper Berlin. Wenn er die Bühne betritt, ist pure Stimmgewalt angesagt, die den Zuhörer kurzfristig atemlos macht. Mit der Arie des Falstaff „L’onore! Ladri!“ von Giuseppe Verdi eröffnete Sevenich das hochkarätige Konzert und setzte, nicht zuletzt durch facettenreiche Mimik und Gestik, weitere markante Glanzpunkte bei Verdis „Un Ballo in Maschera“, „La Forza del destino“ und bei „Ja, das Schreiben und das Lesen“ aus dem „Zigeunerbaron“ von Johann Strauß.

Mit Grandezza und fantastischer Primadonnen-Stimme verzauberte Sopranistin Katharina E. Leitgeb das gebannt lauschende Publikum. So bei „Un bel di Vedremo“ aus „Madame Butterfly“, mit der Arie der Mimi aus „La Bohème“– beides von Giacomo Puccini, mit „Sag mir, wo mein Schatz weilet“ von Anton Dvorák und mit dem „Blühenden Flieder in Sievering“: Alles reine Freude für Auge und Ohr, speziell auch die mit Stefan Sevenich und Wolfgang Schwaninger gesungenen Duette aus „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart und „Wer uns getraut“ von Johann Strauß.

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Kein Wunder, dass Wolfgang Schwaninger ein allseits gefragter Künstler ist. Schließlich war er unter anderem erfolgreich beim Gärtnerplatz-Theater München beschäftigt. Wie in einem Tenor mit „Dressmanfigur“ derart große stimmliche Kraft stecken kann, das ist nun mal äußerst beeindruckend. Die Puccini-Arie des Cavaradossi aus „Tosca“ interpretierte er ebenso großartig wie die des Rudolfo aus „La Bohème“. Später präsentierte er charmant den „Lagunenwalzer“ aus „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauß und animierte die in Stimmung geratenen Gäste zum Mitsummen. Zu singen traute sich – bei der Elite auf der Bühne – freilich niemand.

Pianist und Dirigent Andreas Lübke brillierte mit souveräner Begleitung am Flügel, sodass die Darbietenden sämtliche Register ihrer künstlerischen Qualitäten ziehen konnten. Schulzke erfreute besonders all die, die im Fernsehen statt Comedy und Krimi gern „mehr fürs Herz“, speziell Operette sehen würden. Bei seinem voller Inbrunst gesungenen „Hobellied“ wurden Erinnerungen an den legendären Paul Hörbiger wach.

Als Überraschung der besonderen Art wurde Notenumblätterer „Otto“ von Lübkes Seite weg zur Bühnenmitte gebeten, um dort seine beachtlichen Qualitäten als Countertenor mit „Ich lade gern mir Gäste ein“ darzubringen. Mit einem gebührenden „Champagnerfinale“ aus der „Fledermaus“ endete ein unvergesslich schöner Abend. (thess)

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