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Brauchtum

04.04.2018

Maibäume stärken die Dorfgemeinschaft

Schon seit den 1970er Jahren gibt es den Maibaumwettbewerb der Heimatzeitungen. Heuer können sich die Teilnehmer bis zum 24. April anmelden.
Bild: Karl Kleiber

Der Startschuss für den Wettstreit der traditionsreichen Exemplare ist gefallen.

Diese Riesen machen die Dörfer nicht nur schöner, sondern stärken auch das Gemeinschaftsgefühl der Bewohner. Das Aufstellen eines Maibaums ist eine wahre Mannschaftsleistung: Der Stamm muss geschält, Sinnbilder angefertigt und Girlanden gebunden werden. Und steht dann das Prachtexemplar in der Ortsmitte, führt es die Menschen zu Veranstaltungen zusammen. Bald ist es wieder soweit: Für den traditionellen Maibaumwettbewerb der Mindelheimer und der Memminger Zeitung sowie der Memminger Brauerei kann man sich ab sofort anmelden.

Zum 45.Mal findet heuer dieser Wettstreit statt, von seiner Beliebtheit hat er in all der Zeit nichts eingebüßt. Die bisherige Bestmarke liegt bei 147 Anmeldungen. Die Jury, die am Mittwoch, 2.Mai, unterwegs sein wird, bilden wieder Forstleute, Politiker sowie Vertreter der Zeitungen und der Brauerei. Manche dieser Juroren sind bereits seit Jahrzehnten dabei.

Hinter dem Wettbewerb steckte von Beginn an die Idee, das Brauchtum zu fördern. Und doch gibt es Unterschiede zur Anfangszeit in den 1970er Jahren. Damals kam es ausschließlich darauf an, wie hoch ein Baum ist. Heute ist die Größe nur noch ein Kriterium unter vielen. Entscheidend ist der Gesamteindruck eines Baumes. So achten die Juroren beispielsweise auch darauf, wie aufwendig die Schnitzereien am Stamm und die Sinnbilder gestaltet sind. Natürlich spielen auch die Zahl und das Aussehen der Kränze eine Rolle, ebenso kommt es darauf an, ob der Riese einen zentralen Platz im Ort bekommen hat und ob eine Veranstaltung unterm Maibaum stattfindet.

Der Wettbewerb hat offensichtlich dazu beigetragen, dass in der Region besonders schöne Bäume stehen.

Nach dem letztjährigen Wettstreit sagte das Jury-Mitglied Dr.Hermann S.Walter, ein gebürtiger Oberbayer: „Es ist deutlich zu sehen, dass die schwäbischen Maibäume in einer anderen Liga spielen.“ Es sei „unglaublich, wie sich hier die Maibaum-Kultur entwickelt hat und was so ein Wettbewerb bewirken kann“, schwärmte der Chef des Ottobeurer Forstbetriebs.

Wer mit Maibaum-Teams spricht, hört beispielsweise, dass das Brauchtum generationenübergreifend gelebt wird: „Da sind sowohl Fünf- als auch 80-Jährige dabei, die aufeinander Rücksicht nehmen. Jedes Jahr gibt es viele neue Ideen und alle helfen sich gegenseitig“, erzählte einmal eine Erkheimer Maibaum-Macherin.

Von Nachwuchssorgen kann jedenfalls keine Rede sein, auch Schulen und Kindergärten sind bei dem Wettbewerb dabei. Für sie gibt es heuer wieder insgesamt 1000 Euro von der Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim.

Anmeldungen mit Angaben, wann und wo der Maibaum aufgestellt wird und ob eine Veranstaltung unter dem Baum geplant ist, werden per E-Mail an mz-maibaum@gmx.de entgegengenommen.

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