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Ettringen

06.04.2021

Neues Leben auf dem Ettringer Baindl-Hof

Der dem langsamen Verfall überlassene Baindl-Hof prägt heute das Bild. Jetzt will der Ettringer Unternehmer Tobias Frey dem Anwesen wieder neues Leben einhauchen und zu einem Wohnhaus umbauen.

Plus Der Ettringer Unternehmer Tobias Frey will das marode Anwesen wieder herrichten. Welche Geschichte sich dahinter verbirgt.

Mit der Bauvoranfrage von Tobias Frey – zentraler Punkt der Tagesordnung im Ettringer Gemeinderat – kündigt sich an exponierter Stelle eine Veränderung des Ortsrandbildes an. Der dem langsamen Verfall überlassene Baindl-Hof prägt hier heute das Bild, während seine weit zurückreichende Geschichte im Bewusstsein nachwachsender Generationen zunehmend verblasst. Dreh- und Angelpunkt ist die kleine liebevoll restaurierte Kapelle an der Zufahrt zum Hof, ohne die das dahinbröselnde Bauwerk wohl längst vergessen wäre.

Nach einem Gelübde wurde die kleine Kapelle gebaut

Sie verdankt ihre Existenz der Mühlen- und Hofeigentümerin, die unter dem Schmerz und der Trauer über ihren viel zu früh verstorbenen Ehemann – sie selbst war erst 31 – ein Gelübde ablegte, eben jene Kapelle zu errichten, für den Fall, dass es Gottes Wille sei, noch einmal einen guten Mann zu heiraten.

Und nachdem das für die junge Witwe unvorstellbare geschah, löste sie ihr Versprechen ein und ließ die Kapelle bauen. Benannt nach ihrem neuen Ehemann wurde aus Haus, Hof und Mühle das Fackler-Anwesen. Der Sohn der Facklers behielt später nur die Mühle und verkaufte den Bauernhof an die Familie Baindl, die zur Kapelle naturgemäß wenig Bezug hatte. Erst die Eigentümer der Papierfabrik Lang besannen sich wieder auf die historischen Wurzeln.

Im Zuge der Expansion Ende des 20. Jahrhunderts kauften sie das ganze ehemalige Fackler-Gelände und errichteten darauf ein Gästehaus für die in der Papierfabrik tätigen Mitarbeiter auswärtiger Firmen. Die Kapelle kam in diesem Zusammehang in den Genuss einer aufwändigen Restaurierung. Doch diese Zeiten mit einer schier ungebremsten Nachfrage nach bedruckbaren Papier scheinen nun vorbei und damit auch der Bedarf an firmeneigenen Beherbergungsmöglichkeiten. Vor diesem Hintergrund will sich der heutige Papierfabrikeigentümer UPM von der kaum mehr genutzten Immobilie trennen.

Eine neue Schreinerei soll in Ettringen entstehen

Da nahm es der Bauausschuss des Ettringer Gemeinderates schon fast als Glücksfall wahr, dass sich mit Tobias Frey ein aufstrebender junger Unternehmer aus dem Dorf für das Objekt interessiert. Nach dessen Plänen soll das Gästehaus zum Wohnhaus umgewidmet und umgebaut, das ehemalige Hofgebäude abgerissen und an dessen Stelle eine Schreinerei mit ähnlichen Ausmaßen und ähnlicher Kubatur errichtet werden.

Einwände gegen das Vorhaben wurden aus den Reihen der Gemeinderäte nicht erhoben. Lediglich die Kapelle und wie es ihr in unter den Fittichen eines neuen Eigentümers ergehen könnte, bereitet einigen etwas Sorge. Da es sich um Privateigentum handelt, habe die Gemeinde im Prinzip keinen Einfluss, das machte Robert Sturm klar. Damit liegt die Entscheidung über die Bauvoranfrage nun beim Landratsamt.

Konkrete Nachrichten konnte Bürgermeister Sturm abschließend zum Thema Flexibus verkünden. Alle Verträge zum Projekt wurden kürzlich unterschrieben, sodass der Flexibus ab 1. Juli seine Fahrt aufnehmen und die gleichmäßig über die Ortsteile verstreuten insgesamt 107 Haltepunkte ansteuern kann.

Auszeichnung für treue Gemeinderäte

Langjähriges Engagement für das Wohl und die Interessen einer Kommune bleibt auch der Staatskanzlei nicht verborgen. Und so durften sich drei langgediente Mitglieder des Ettringer Gemeinderates über eine Ehrenurkunde von dort freuen.

Eigentlich nimmt der Landrat die Ehrung im Auftrag von Innenminister Joachim Herrman vor, doch auch das verhinderte Corona, und so delegierte Landrat Eder die Urkundenübergabe an die Bürgermeister. Robert Sturm war dieser Auftrag außer der Reihe nicht nur eine Ehre, er verstand die Urkundenübergabe auch auf seine Art unterhaltsam zu gestalten und die ein oder andere amüsante Anekdote aus der langjährigen Zusammenarbeit in Erinnerung zu rufen.

Während Josef Schmid kürzer treten wollte und sich daher im letzten Jahr nicht mehr zur Wahl stellte, gehören Peter Anwander und Christian Müller dem Gemeinderat immer noch an.


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Vom Glück, einen Dorfladen im Ort zu haben

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