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Festival in Mindelheim

08.08.2017

Rap, Metal und ein bisschen Karibik auf der Burg

Musik jenseits des Mainstream gab es beim „Wohlklang-Festival“ auf der Mindeburg. Unser Bild zeigt „Stepfather Fred and Friends“.
Bild: Gutmann

Das erste „Wohlklang-Festival“ mit vier Bands war ein voller Erfolg

Apokalyptisch singt er mit tiefer Stimme vom Tod, von dem man nicht sprechen darf. Und bevor es zu gruselig wird, erfahren die Mindelheimer exklusiv das Codewort zum Eintritt in den Hip-Hop-Himmel. Klingt verrückt, war es auch, aber es hat Spaß gemacht. Rainer von Vielen überzeugte mit seiner Band beim ersten „Wohlklang-Festival“ auf der Mindelburg mit enormer Bühnenpräsenz. Er spielt elektronischen Deutsch-Rap, wechselt mit seiner Stimme von tief dröhnenden Klängen zu hellem, bayerischen Jodelgeträller, sanft emotional bis böse und satirisch, alles klingt gut bei ihm, genauso wie Mundharmonika und Akkordeon.

Dabei gelingt es ihm mit seinen oft kritischen Texten Botschaften zu vermitteln wie „Empört Euch, denn diese Welt, sie gehört Euch!“ Er geht von der Bühne mitten ins Publikum, bindet es ein, reißt es mit

Das Beste kommt zuletzt

Veranstalter Thomas Burtscher von der Mindelheimer Hörbar schwärmte: „Vier sehr unterschiedliche Bands treten auf und das Beste kommt zuletzt – Rainer von Vielen!“

Die junge Singer-Songwriterin Ami Warning aus München überraschte mit ihrer tiefen, rauchig-kehligen Stimme. „Soulsister“ wird sie genannt, doch klingt ihre Musik immer ein bisschen nach Karibik. Reggae wurde ihr praktisch in die Wiege gelegt, denn Vater Wally Warning ist auch Musiker. Ihn begleitete sie schon als Kind zu Konzerten und mit 16 begann sie ihre eigenen Songs zu schreiben, jetzt ist sie 21. Ihre Stimme erfüllt die laue Sommernacht bis weit über das Gelände der Mindelburg und geht tief hinein in Herz und Bauch. Auf der Bühne singt sie, spielt Gitarre, ist – was völlig reicht – nur ganz sie selbst.

Die Heavy-Metal oder Metal-Rock-Band „Stepfather Fred“ klingt melodischer als bei dieser Musikrichtung zu vermuten wäre, auch wenn sie zusammen singen harmonieren die Stimmen zu den rauen Gitarrenklängen, bis ihre Musik wieder stürmisch und wild und laut wird, und Sänger „Basti“, Sebastian Schuster, den Schmerz der Welt hinausbrüllt.

Schaurig-schöne Verwandlung

Energiegeladene Musik, die zusammen mit den bunten Strahlern und Leuchteffekten den Platz vor der Burg schaurig schön verwandelt.

„Black Market Radio“ war die erste Band des Abends, oder wie die Musiker witzelten, sie spielten zu einer Zeit, in der sie sonst gerade aufstehen. Es war noch hell und die Zuhörer kamen noch nicht so recht in Stimmung. Doch zuletzt forderte das Publikum noch mehrere Zugaben. Die Band von Yalla-Yalla-Kultur- mit Sänger Peter Waibel spielt fetzige Stücke wie „The sound of the suburbs“ von den Toten Hosen oder „Should I stay or should I go“ von The Clasch. Dabei wechseln sie den Rhytmus, werden ganz langsam, beenden abrupt um mit Power wieder loszulegen. Vor der eindrucksvollen Kulisse der Mindelburg füllten die Bands die milde Sommernacht mit Musik abseits vom Mainstream, ein Musikerlebnis das man eher in der Großstadt erwartet. Fans und Musiker bedankten sich bei Thomas Burtscher und hoffen, dass es auch nächstes Jahr ein Wohlklang-Festival auf der Mindelburg gibt.

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