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„Jazz isch“

04.07.2011

Sanfter Schmelz und genialer Groove

Es hat sich gelohnt, zwei Jahre auf James Morrison zu warten. Jetzt gab’s mit der Big Band Liechtenstein noch mehr zu hören

Sontheim Erinnert sich noch jemand an den Frühling vor zwei Jahren, als ein unaussprechlicher isländischer Vulkan – Ejafjalladingsbums oder so – Asche spuckte und unzählige Flugpläne durcheinander brachte? Jawoll, genau der war schuld, dass damals der australische Trompeter James Morrison, der schon im Anflug auf Sontheim und zum Festival „Jazz isch“ war, in Singapur wieder umkehren und nach Hause zurück fliegen musste.

Damals war die Enttäuschung groß. Morrison versprach, seinen Auftritt irgendwann nachzuholen. Jetzt war es soweit. Und er kam nicht alleine, sondern brachte halb Liechtenstein mit, das wahrscheinlich in diesen Tagen weitgehend entvölkert war, weil sich mit der Big Band Liechtenstein ein hoher Prozentsatz seiner Einwohner auf der Bühne der Dampfsäg drängte.

Über 300 Besucher in der Dampfsäg

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Morrison und die Band erfreuten die 300 Besucher mit sanftem Schmelz, genialem Groove und einer unbekümmerten, musikalisch brillanten Mischung aus Jazz, Swing, Funk, Soul, Latin, Rock und was da sonst stilistisch noch so durch die Szene wabert. Um irgendwelche Grenzen scherten sie sich nicht, sie griffen mit vollen Händen in die musikalische Schatzkiste und lieferten nichts weniger als schöne, entspannte, solide, rhythmusbetonte Musik ab.

Morrison als Star und Frontmann bewies, dass sein Ruf als geniales Multitalent wohlverdient ist. Er brilliert nicht nur auf Trompete, Flügelhorn und Posaune, sondern ist auch ein geborener Entertainer, der das Konzert mit Selbstironie und unangestrengt witzigen Anekdoten auflockert. Daneben lenkt er die Aufmerksamkeit des Publikums auf Besonderheiten der Arrangements, ohne im geringsten oberlehrerhaft zu wirken.

Der Band lässt er jede Menge Raum. Auch die Solisten dürfen sich entfalten. Der Chef der Liechtensteiner, Benno Marxer, schwärmt geradezu von Morrison, der bereits zum dritten Mal mit ihnen auftritt:

„Es ist einfach genial, mit ihm zu arbeiten. Er checkt sofort, wo die Band steht, hakt genau da ein, wo sich noch was verbessern lässt, nimmt den ganzen Groove auseinander. Auch als alter Hase kann man von ihm noch lernen. Und dabei ist er nicht hochnäsig, sondern bescheiden und lustig.“

Das Ambiente in der Dampfsäg kommentieren die Liechtensteiner begeistert: „So was haben wir nicht. Es ist einfach unglaublich, und ideal für diese Art der Musik.“

Mit einem Wort: Es hat sich gelohnt, zwei Jahre auf diesen Auftritt zu warten. Und nun warten die Jazzfans wieder. Auf den nächsten Frühling.

Denn: Nach dem Jazzfestival ist vor dem Jazzfestival. Man darf gespannt sein, was Peter Schmid 2012 in der Pipeline hat.

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