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Unterallgäu

19.01.2020

Schnee im Unterallgäu: Kommt der richtige Winter noch?

Schneeglöckchen statt Eisblumen: In vielen Gärten spitzen schon die ersten Frühblüher aus dem Boden.
Foto: Gutmann

Plus Der Dezember und die erste Januarhälfte waren im Unterallgäu milder als normal. Kommt noch mal ein richtiger Winter? Das sagen die Bauernregeln.

Mitten in die Diskussion um den Klimawandel gesellt sich derzeit die Frage: Wo bleibt bloß der richtige Winter? Was sich schon im Dezember angedeutet hat, scheint sich nun auch im Januar fortzusetzen: Es ist wärmer als sonst – und da ändert auch das bisschen Schnee nicht viel daran. Statt Eisblumen blühen schon die ersten Blümchen und die Schneeglöckchen spitzen bereits aus dem Boden. Und schon bilden sich in der Bevölkerung zwei Fraktionen: Die einen freuen sich über das Frühlingswetter im Januar, die anderen wünschen sich sehnsüchtig einen „g’scheiten Winter“. Doch niemand weiß derzeit so recht, wie es wohl weiter gehen wird. Ob uns dabei wenigstens die alten Wetter- und Bauernregeln weiter helfen können?

Bauern- und Wetterregeln sind bekanntlich nicht irgendwelche lustigen Sprüche, sie basieren durchaus auf langjährigen Naturbeobachtungen. So wird ihnen auch von Meteorologen ein hoher Grad an Realitätsnähe zugestanden. Was sagen Bauernregeln nun zu diesem milden Wetter in den gegenwärtigen Wochen? Im vergangenen milden Dezember deutete sich schon etwas an, was ein alter Spruch erwarten lässt: „Dezember lind – der Winter ein Kind“. Für den Landwirt bedeutet der milde, schneefreie Dezember nicht unbedingt eine Aussicht auf eine gute Ernte: „Bringt Dezember Eis und Schnee, wächst das Korn auf jeder Höh’.“ Eindeutig ist auch dieser Spruch: „Wenn man den Dezember soll loben, muss er frieren und toben“. War also heuer nichts...!

Das sagen die Bauernregeln über den Januar

Was können wir aber nun mit Blick auf langjährige Erfahrungen vom Januar erwarten? Sollte der Januar so mild und schneelos bleiben, wie er begonnen hat, dann verkünden die Bauernregeln wenig Vorteilhaftes darüber: „Januar warm, dass Gott erbarm“. Umgekehrt heißt es: „Je frostiger der Jänner, desto freudiger das ganze Jahr.“ Ein anderer Spruch wird noch deutlicher: „Tanzen im Januar die Mucken, muss der Bauer nach dem Futter gucken.“

In die gleiche Richtung geht die Weisheit: „Der Januar muss vor Kälte knacken, wenn die Ernte soll gut sacken.“ Oder der Spruch für die Landwirte: „Ist’s im Januar nur warm, wird der reichste Bauer arm.“ Die Tendenz scheint also klar zu sein: Bleibt der Januar weiterhin recht mild, dann verkünden Bauernregeln nichts Gutes: „Januar ohne Schnee, tut Bäumen, Bergen, Tälern weh.“

Wie könnte es nun nach diesem milden Januar-Beginn 2020 weitergehen? Eindeutig weissagt folgende Bauernregel: „Ist bis Dreikönig kein Winter, so kommt auch keiner mehr dahinter“ – zumindest kein strenger Winter mehr. Diese Prognose stützen auch wissenschaftliche Beobachtungen.

So heißt es in einem Büchlein über die Deutung von Bauernregeln aus meteorologischer Sicht: „Sind der Dezember insgesamt sowie die Tage bis zum 6. Januar zu warm, so bleibt in 70 Prozent der Fälle der Januar, in 60 Prozent der Februar zu warm.“ Nach den überlieferten Januar-Bauern- und Wetterregeln spräche also einiges dafür, dass kein „strenger Winter“ mehr kommt.

Wird das Jahr 2020 nicht so fruchtbar?

Das Jahr dürfte aus der Sicht der Bauern auch nicht besonders fruchtbar werden. Schaut man derzeit in die grünen Gärten, dann bestätigt auch der alte Spruch diese Tendenz: „Wenn das Gras wächst im Januar, wächst es schlecht das ganze Jahr“. Allerdings könnte das Wetter noch durchaus „gut“ werden und uns einige schöne Monate bescheren. Es heißt nämlich: „Wenn der Januar ist sehr milde, führt er gutes Frühjahr und heißen Sommer im Schilde.“ Trotzdem könnte es dennoch kalt werden: „Kommt nämlich der Frost im Januar nicht, zeigt im Lenz er sein Gesicht.“

Schließlich wollen wir auch noch Tiere beobachten, was sie vom derzeitigen Wetter halten. So scheinen die heimischen Hennen den Winter bereits abzuhaken. Sie scharren und springen derzeit munter im Hühnerhof herum.

Es ist also nichts zu spüren von der Kälte-Drohung, die heißt: „Hocken die Hühner in den Ecken, kommt bald Frost und Winters Schrecken.“

Was Maulwurfshaufen mit dem Wetter zu tun haben

Auf den Wiesen sieht man andererseits derzeit schon viele frische Maulwurfshaufen, die für einen langen Winter sprächen. Heißt es doch: „Wirft der Maulwurf im Januar, dauert der Winter bis Mai sogar.“ Falls Sie in der Flur noch einen Hasen springen sehen sollten, dann schauen Sie das Hoppeltier genau an, weil es ja heißt: „Hat der Hase ein dickes Fell, wird der Winter ein harter Gesell.“ Ansonsten gilt kurzfristig: „Legt sa d’Katz auf da Grind, nau kommt a Wind.“

Doch Sprüche hin und Sprüche her – man sollte stets die alte Weisheit bedenken: „Was der Herr für Wetter macht, hat der Kalender nicht bedacht.“

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