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Innenstadt

17.09.2019

Schnelle Enten und rollende Schätze

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5 Bilder
Hans Bienert (rechts) war mit seinem Benz-Motorwagen von 1886 der ungekrönte König der großen Autoshow in der Fußgängerzone.

Die Neue Meile wird mit einem Rennen für den guten Zweck, mobilen Attraktionen und jeder Menge Musik und Tanz zum Besuchermagneten

Wer eine sehenswerte Automobilausstellung besuchen wollte, musste am Wochenende nicht zwingend zur IAA nach Frankfurt fahren – es reichte ein Abstecher nach Bad Wörishofen. Die Neue Meile in der Fußgängerzone wurde dort nämlich zur „Automeile“, mit Schätzchen, die man so nicht oft zu sehen bekommt. Sand im Getriebe war bei dieser Schau historischer Fahrzeuge nicht auszumachen. Dies sehr zur Freude von Günter Lerf, der zusammen mit den aktiven Einzelhändlern sowie den Autohäusern Schäfer-Waibl, Jäckle und Rösch den Parcours edler Karossen eingerichtet hatten. Bestaunt werden konnten von den Besuchern aus nah und fern mehr als 200 Oldies auf zwei und vier Rädern.

Absoluter Star der Oldtimer-Show war ein „Benz-Motorwagen“ mit 0,8 PS aus dem Jahre 1886. Mit diesem ersten patentierten Automobil fuhr einst Berta Benz mit ihren beiden Söhnen von Mannheim nach Pforzheim. Wer wie Bürgermeister Paul Gruschka neben Besitzer Hans Bienert als Beifahrer Platz nehmen durfte, wird den Kurzausflug in die angehende automobile Welt nicht so schnell vergessen. Ein echter Hingucker war auch ein Oldie des Modells „De Lorean DMC 12 des Baujahres 1982, mit dem Mathias Böck aus Wörishofen vorfuhr. Dieses legendäre Fahrzeug mit Flügeltüren spielte in der Film-Trilogie „Zurück in die Zukunft“ mit Michael J. Fox eine wichtige Rolle. Im Besitz einer Legende wusste sich auch der Besitzer eines „ Citroen AC4 Gorlitt“ des Baujahres 1929. Und auch ein „Dailmer 300“ mit dem sich einst Bundeskanzler Konrad Adenauer chauffieren ließ war im Tross der historischen, fahrbaren Untersätze nicht zu übersehen.

Viel bestaunt auch ein Klassiker unter den Roadster. Ein Flitzer der Marke Morgai des Typs Plus 4 von 1985, der nahezu unverändert noch heute in Großbritannien gebaut wird. Ins Auge fiel auch ein Rennwagen, der legendäre Ford GT 40 aus dem Jahre 1964. Dieser 500 PS starke Flitzer stahl bei Rennen in Le Mans drei mal Ferrari die Schau. Vertreten waren auch jede Menge Isettas von BWM. Diese sehr beliebte Knutschkugel“ von anno dazumal bekommt demnächst mit dem elektrisch angetriebenen „Microlino“ einen würdigen Nachfolger. Mit 12 PS und der kleinsten Zugmaschine R 12, einem Zweitakter von Hanomag tuckerten Christian Wiedemann und seine Partnerin zur Automeile.

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Und während die Eigentümer historischer fahrbarer Untersätze, wie auch die von Youngtimern mit Besuchern fachsimpelteb und sie auf Wunsch auch schon mal unter die Haube schauen ließen, demonstrierte die Wörishofer Feuerwehr Einsätze mit der Drehleiter. Beim Roten Kreuz stand dagegen unter anderem Kinderschminken auf dem Programm. Zwischen Staunen und Schauen ehrte Rathauschef Paul Gruschka in der Kurmuschel sechs Besitzer ausgefallener Fahrzeuge und überreichte ihnen Pokale.

Wie schon im Vorjahr bekamen die auf Hochglanz polierten Oldtimer ernsthafte Konkurrenz. Etwa 3000 Plastikenten, die im Wörtbach für einen guten Zweck um die Wette schwammen, stahlen ihnen zeitweise die Schau. Ein Kran ließ die kleinen, gelben Entchen beim Guggerhaus ins Wasser purzeln. Von dort schwammen die Entchen superschnell bis zum Wasserrad, wo sie von den fleißigen Helfern des Rotary-Clubs mit Glockengeläut und von vielen hundert Zaungästen mit großem Hallo empfangen wurden. Freuen durfte sich der Pate der Siegerente, ein Rotaryer aus Winterthur in der Schweiz. Er gewann ein E-Bike im Wert von 2800 Euro, den ersten von 15 Haupt- und 1700 Trostpreisen. Der Erlös aus dem zweiten rotaryschen Enten-Wettschwimmen kommt der Jugendarbeit der Vereine in Wörishofen und Umgebung zugute. Unterstützt wird auch das zusammen mit der Grundschule Wörishofen geplante Umweltprojekt im Kurpark (wir berichteten).

Nicht zuletzt lockten auch die Wörishofer Einzelhändler mit einem verkaufsoffenen Sonntag. Gesorgt war bei Oldtimerschow und Entenrennen auch für gute Unterhaltung. Musikalisch bestritten die Bands „Sax and the City“, „The MOJO SIX“ und „B 12“ das Programm. Gekonnt in Szene setzten sich auch eine Tanzgruppe des Stamm-Kneipp-Vereins sowie die Mädels der Menkinger Garde aus Schwabmünchen. Zahlreiche Foodtrucks sorgten mit kulinarischen Genüssen dafür, das niemand hungrig oder durstig nach Hause gehen musste.

Viele Fotos von der Neuen Meile finden Sie bei uns im Internet unter www.mindelheimer-zeitung.de

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