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Gedenken

10.11.2018

Sichtbare Zeichen der Verbundenheit

Eine Delegation des Wiedergeltinger Veteranen- und Soldatenvereins war unter Führung von Vorsitzendem Benno Högg (links) nach Frankreich gereist, um an die Opfer der Weltkriege zu erinnern.
Bild: Peter König

Eine Delegation des Veteranen- und Soldatenvereins Wiedergeltingen nahm in Frankreich an einer berührenden Gedenkveranstaltung teil

Eine Delegation des Veteranen- und Soldatenvereins Wiedergeltingen war jüngst zum Gegenbesuch zur Vereinigung ehemals in Deutschland stationierter französischer Soldaten nach Arras in Nordfrankreich gereist. Die Versammlung des vergangenen Jahres hatte in Wiedergeltingen stattgefunden (MZ berichtete).

Die Gäste aus Wiedergeltingen wurden von den Veranstaltern des Kongresses Philippe Lyoen und Claude Berger herzlich begrüßt. Die Delegierten der französischen Departements erinnerten sich noch gerne an ihren Besuch im Vorjahr im Unterallgäu.

Bei einem Bankett überraschten die Veranstalter die Gäste mit einer großen Torte, die mit dem Wappen des Veteranenvereins aus Marzipan verziert war.

Beim Kongress waren 33 Fahnen mit Kennzeichnung deren Region zu sehen – und natürlich die Wiedergeltinger Veteranenfahne als besonderer Gastverein. Der Präsident des FFA nannte den Wiedergeltinger Verein das „sichtbare Zeichen der Verbundenheit zu Deutschland und den früheren Standorten der Soldaten“.

Im Laufe der Veranstaltung wurden Grußworte und Ehrungen ausgetauscht und kleine Gastgeschenke verteilt. Die Wiedergeltinger überbrachten die Grüße des Bürgermeisters Norbert Führer und Vorsitzender Benno Högg unterstrich die friedenserhaltende Wirkung dieser Besuche.

Der Bürgermeister von Agny, Dedier Tylon, erinnerte daran, dass die einstigen Kriegsgegner eigentlich „gleiche Nation, gleiches Land, gleiches Volk“ seien. Der Bürgermeister verteilte als Geschenk an die Gäste eigens für den Kongress hergestellte Teller in einem speziellen „Arras-Blau“. Präsident Philippe Lyoen hob Wiedergeltingen als Erinnerung der ehemaligen Soldaten an deren Einsatz in Deutschland hervor. In den Jahren 1945 bis 1992 taten mehr als 45 000 französische Soldaten Dienst auf deutschem Gebiet.

Vor der Kranzniederlegung am Gedenkstein des ehemaligen Bürgermeisters von Agny, Philibert Cleret, der nach Widerstandsaktionen zum Ende des Zweiten Weltkrieges im KZ Buchenwald den Tod fand, zeigten sich die Fahnen der Bevölkerung bei einem Zug durch die Straßen des Ortes. Die Wertschätzung der Gäste zeigte sich auch dadurch, dass neben der französischen Hymne auch die deutsche und bayerische Hymne gespielt wurden.

Der Sonntag war für den Besuch zahlreicher Gedenkorte der Region reserviert. Gedenkstätten und Soldatenfriedhöfe für Kampfplätze und Gefallene aus Frankreich, französischen Kolonien, aus England, Schottland und der damals noch englischen Kolonie Kanada und nicht zuletzt Ruhestätten deutscher Soldaten wurden besucht.

Bedrückend für die Teilnehmer war der Besuch einer Gedenkstätte, eines Friedhofs für deutsche Soldaten. Fast 32 000 Menschen ruhen dort in einer vergleichsweise kleinen Ruhestätte, teilweise umgebettet aus „normalen“ Friedhöfen der Umgebung. Schier endlose Reihen von Kreuzen stehen bewusst zwischen Bäumen, um auch der zerstörten Natur zu gedenken. Name an Name reiht sich auf den Platten über den Massengräbern, eine neutrale Platte stellvertretend für 11 000 Männer, die nicht mehr identifiziert werden konnten, erinnert sich Alois Karl Fähnrich des Veteranen- und Soldatenverein Wiedergeltingen. (mz)

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