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16.07.2010

Temperaturen hitzig, Diskussionen unaufgeregt

Ettringen Die große Hitze hielt heuer die meisten Ettringer davon ab, ihre Bürgerversammlung zu besuchen, zumal ausnahmsweise kein Aufreger-Thema auf der Tagesordnung stand. Immerhin, rund 25 Personen waren es doch, die vom Bürgermeister einzeln mit Handschlag begrüßt wurden.

Eine Ettringerin meinte, sie sei ganz gern gekommen, denn: "Dahoim isch heit au nix los." Viel los war dann auch bei der Versammlung nicht. Das war nicht unbedingt ein Nachteil, denn so konnten einige Sachverhalte ausführlich und in Ruhe durchgesprochen werden.

Den breitesten Raum nahm das Thema Schule ein. Ein Zuhörer wollte wissen, wie es sich denn mit dem neuen Mittelschulverbund und den Kombi-Klassen verhalte; er äußerte sich sehr kritisch dazu, dass ohne Unterlass am Schulsystem herumgedoktert werde.

Dies gehe zulasten der überforderten Kinder, die sich nicht wehren könnten und den unsinnigen Ansprüchen der Schulbehörden wehrlos ausgeliefert seien. Bürgermeister Robert Sturm erklärte, der neue Mittelschulverbund sei die einzige Möglichkeit, die Hauptschule in Ettringen auf Dauer zu halten. Diskutiert wurden die Vor- und Nachteile von Kombi-Klassen. Sturm stellte fest, er verstehe die Strategie des Schulamts nicht: Den Gemeinden, die sich Kombi-Klassen wünschten, würden diese verweigert, während man sie umgekehrt anderen, die sich dagegen wehrten, aufzwinge.

Temperaturen hitzig, Diskussionen unaufgeregt

In weiteren Wortmeldungen ging es um das Zupflastern der Bäume an der Ortsdurchfahrt mit Werbeplakaten; um das optisch wenig ansprechende Umfeld des Dorfbrunnens; um das alte Mesnerhaus, das die Gemeinde mit Hilfe der Städtebauförderung renovieren und jenen Vereinen zur Verfügung stellen will, die jetzt im Bereich der alten Turnhalle untergebracht sind. Es solle ein "Haus der Musik" werden.

Ein Bürger beklagte das Fehlen attraktiver Bauplätze. Sturm wies auf die vorhandenen fünf Plätze in der Nähe der Wertach hin - es sei ihm ein Rätsel, warum sich dafür keine Käufer fänden. Die Gemeinde habe zwar weitere Grundstücke als Bauland vorgesehen, aber im Ortskern gebe es jede Menge Bauland in privater Hand. Er sei dagegen, dass auf der grünen Wiese gebaut werde, während der Ortskern veröde.

Ein lebhaftes Gespräch entzündete sich an der Frage, zu welcher Region sich die Ettringer zugehörig fühlten: zu Augsburg, zu Mindelheim, zum Allgäu oder zu den Stauden?

Zu Beginn der Versammlung hatte der Bürgermeister kurz die wichtigsten gemeindlichen Maßnahmen des vergangenen Jahres erläutert. Die energetische Sanierung des Kindergartens, die aus dem Konjunkturprogramm gefördert wird, stand da an oberster Stelle.

Keine Gelder wurden vorerst für den Bau einer neuen Turnhalle bewilligt. Er muss auf 2011 verschoben werden. Sturm stellte fest, die Finanzen der Gemeinde seien geordnet, die Pro-Kopf-Verschuldung liege weit unter dem Landesdurchschnitt. Der Gemeinderat ziehe an einem Strang, man habe Grund zu "verhaltenem Optimismus."

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