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Ettringen

28.01.2020

Tolle Faschingskostüme bei der Aktion Hoffnung

Shopleiterin Edeltraud Böck (rechts) und ihre Stellvertreterin Karolina Müller in ihrem Element: Mit Vergnügen kramen beide im Perücken-Fundus von Aktion Hoffnung.
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Shopleiterin Edeltraud Böck (rechts) und ihre Stellvertreterin Karolina Müller in ihrem Element: Mit Vergnügen kramen beide im Perücken-Fundus von Aktion Hoffnung.
Bild: Regine Pätz

Plus Die Aktion Hoffnung Ettringen hatte zur Einkaufsparty geladen. Wer mit Zeit, Fantasie und Offenheit kommt, den belohnen die Shopberaterinnen.

Die kleine Leni kommt freudestrahlend aus dem großen Nebenraum gelaufen, sichtlich begeistert baut sie sich vor einigen Besuchern auf. „Ich bin ein Einhorn!“, kräht sie vergnügt, während sie aufgeregt an ihrem hellblauen Tutu herumzupft. Und tatsächlich. Der kleinen Dame wurde mit geübtem Pinselstrich eine zauberhafte Gesichtsbemalung verpasst. Verantwortlich zeichnen sich dafür zwei junge Frauen der Ettrinarria, die an diesem Nachmittag in den Räumlichkeiten der Aktion Hoffnung in Ettringen für lustig geschminkte Kindergesichter sorgen.

Bei der Einkaufsparty der Aktion Hoffnung regiert der Übermut

Zum ersten Mal überhaupt haben Shopleiterin Edeltraud Böck und ihre Stellvertreterin Karolina Müller zur Einkaufsparty geladen - und mit dem Begriff „Party“ wohl auch den richtigen Riecher bewiesen. Zwar sorgen die prall gefüllten Kleiderstangen voller Faschingskostüme jeglicher Richtung allein schon für gute Stimmung; dennoch regiert an diesem Nachmittag bei Aktion Hoffnung fast schon der Übermut. Dank fetziger Musik, kleinen Naschereien - und natürlich dank der aufgeheizten Atmosphäre. Gehört der Fasching im Unterallgäu doch zu den beliebtesten Jahreszeiten.

Eingehüllt in dieses bunte Miteinander sieht man Kinder mit begeisterten Gesichtern zwischen den Ständern hindurchlaufen. Ein kleiner Junge stülpt sich eine Monstermaske über, sieht sich in einer Mischung aus Begeisterung und Ehrfurcht selbst im Spiegel an. „Wahrscheinlich wird das nicht die Wahl der Mutter werden“, sagt Edeltraud Böck, die den Jungen kurz beobachtet, und lacht. „Doch er ist beschäftigt, hat Spaß, und die Mama kann in aller Ruhe auf die Suche nach dem richtigen Kostüm für ihn gehen.“

Tolle Faschingskostüme bei der Aktion Hoffnung

Die Shopleiterin hat sich für diesen besonderen Tag selbst eine Maskerade ausgedacht. Sie begrüßt die Besucher der Einkaufsparty im Gewand einer Waldfee. So kunstvoll sich passendes Grünzeug dafür um ihren Kopf schmiegt, sieht es fast schon natürlich aus - und schmückt Edeltraud Böck ungemein. Dazu hat sie sich ein schwingendes Kleid aus dem Faschingssortiment von Aktion Hoffnung ausgewählt, es mit raffinierten Kniffen auf ihr Motto abgestimmt. „Ich liebe es, mich zu verkleiden!“, sagt sie fröhlich. Da überrascht es wenig, dass Edeltraud Böck auch aktiv bei der Ettrinarria mitwirkt. „Seit 40 Jahren!“, hängt sie stolz an.

Sie geht so überzeugend in ihrer Rolle als Waldfee auf, dass ein kleiner Junge, der in Begleitung der Mutter plötzlich zur Tür hereinkommt, erschrocken zurückweicht. Dann lugt er vorsichtig hinter dem Bein seiner Mutter hervor. Edeltraud Böck lacht - und klärt auf: „Das ist mein Enkel. So hat er seine Oma noch nie gesehen!“

Bei Bedarf legen die Beraterinnen bei der Einkaufsparty auch mal selbst Hand an und helfen bei der Kostümwahl

So steht die agile Ettringerin quasi selbst Patin dafür, wie man sich aus verschiedenen Kleidungsstücken aus dem Sortiment der Aktion Hoffnung ein pfiffiges Faschingskostüm zusammenstellen kann. „Dabei helfen wir natürlich gerne“, sagt sie und verweist dabei auch auf ihr starkes Team, das gerade an solchen Tagen viel Einsatz zeigt. „Zeit, Fantasie und Offenheit - wer das mitbringt, für den ist hier in Sachen Kostümierung alles möglich“, möchte sie allen Kunden gerne mitgeben.

Besonders freut es Edeltraud Böck, dass zudem immer mehr Männer zu den Faschingsmärkten bei Aktion Hoffnung kommen. Und sich auch was trauen. Tolle Kostümierungen kämen da auf den Ladentisch. Dazu weiß die männliche Kundschaft in der Regel auch sinnvoll mit der Zeit umzugehen. „Wenn das erste gewählte Kleidungsstück passt, dann wird das genommen“, lacht Edeltraud Böck. „Da wird kein zweites probiert.“

Die Aktion Hoffnung hilft in allen Modefragen: O’zog’n is: Ein Besuch im Trachtenmarkt Ettringen

Noch am frühen Vormittag hat sie selbst mit Hand angelegt. Ein Kunde hatte sich ein Sakko mit roten Rosen herausgefischt, ein passender Hut war ebenfalls schnell gefunden, das Hutband jedoch in blauer Farbe. „Wir haben unter den Accessoires gesucht und das mit einem roten Tuch kaschiert“, fasst sie zusammen. Der Kunde war glücklich, das Team von Aktion Hoffnung sowieso.

Glücklich über die Lust und Leidenschaft der Kunden, insbesondere zur Faschingszeit, im großen Fundus zu stöbern, ist Karin Stippler. Sie ist seit über 25 Jahren bei Aktion Hoffnung für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig - und will natürlich auch bei der Premiere der neu eingeführten Einkaufsparty nicht fehlen.

Gerade der Faschingszeit sei es zu verdanken, dass viel Umsatz gemacht werden könne, sagt sie. Mit allen Märkten, die über das Jahr von Aktion Hoffnung veranstaltet werden, komme so am Jahresende ein beachtlicher Betrag zusammen. „Damit können wir unsere Schwerpunktprojekte noch besser unterstützen“.

Im Shop der Aktion Hoffnung in Ettringen gibt es nicht nur Faschingskostüme

So kann über Aktion Hoffnung heuer ein höherer fünfstelliger Betrag an ein Kinder- und Jugendheim in Albanien ausbezahlt werden. Etwa 250 junge Menschen werden dort von Schwestern betreut, aber auch gefördert. Das Geld werde dort sinnvoll eingesetzt, sagt Karin Stippler, so beispielsweise zur Unterstützung von Frühförderung im Kindergarten, für warme Mahlzeiten der Kinder, aber auch für sinnvolle Freizeitbeschäftigung. „Derzeit laufen die Vorbereitungen für ein Internetcafé innerhalb der Einrichtung“, erzählt Karin Stippler. „Es geht da also durchaus modern zu.“

Noch einmal führt Edeltraud Böck durch das gut sortierte Angebot aller Art von Kleidung, derzeit ergänzt durch das Faschingssortiment. Wer sich nicht ablenken lässt von glitzernden, paillettenbesetzten Prinzessinnen- oder Partyroben, von buntesten Farben, wie sie Clowns bevorzugen, der kann auch bei den weniger auffälligen Kleiderständern fündig werden. Edeltraud Böck zieht einen Brautschleier hervor, einer unter vielen. Dicht gedrängt reihen sie sich aneinander. „Kürzlich war eine Gruppe von Frauen hier, die haben alle ein gebrauchtes Brautkleid gekauft“, erzählt sie. Wofür? „Sie werden als Kommunionkinder in den Fasching gehen“, lacht sie. „Eine wirklich witzige Idee!“

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