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Landwirtschaft

11.02.2019

Trockenheit macht Bauern Sorgen

Die Spezialisten für Pflanzenbau und Pflanzenschutz, Albert Höcherl (von links), Thomas Gerstmeier, Josef Peis und Bernhard Fuchs schilderten die „Ackerbaulichen Voraussetzungen“ für 2019.
Bild: jd

Die Folgen schildern Experten beim Unterallgäuer Pflanzenschutztag. Auch „Rettet die Bienen“ ist dort Thema

Nach einem Jahr mit viel Trockenheit und Hitze bereiten sich die Landwirte auf das kommende Frühjahr vor – und hoffen auf Besserung. Beim Unterallgäuer Pflanzenbautag schilderte Landwirtschaftsberater Josef Peis die Folgen der Trockenheit. Drei Grad wärmer als normal sei es gewesen – und anstelle 950 Liter Regen je Quadratmeter seien beispielsweise in Kirchheim nur 590 Liter gefallen. Bis in 1,8 Meter Tiefe bestehe enormer Wassermangel. Gerade im Grünland seien große Lücken entstanden. Sie sollten mit hochwertigen Weidelgräsern und Weißklee nachgesät werden.

Aktuell sollten die Landwirte ihre Nährstoffbilanz, Düngebilanz und eventuell Stoffstrombilanz erstellen und auswerten, rät Peis. Ein breites Förderangebot stelle heuer wieder das Kulturlandschaftsprogramm Kulap dar.

Für die Sortenempfehlungen bei Silo-, Körner- und Biogasmais legte Thomas Gerstmeier Exaktversuche an. Bereits am 20. August musste bei frühen Sorten die Ernte beginnen, berichtete er. Vor allem die Frühsorten im Mais zeigten seit Jahren mehr Gesamtenergie. Für maisbetonte Mischungen im Rinderfutter empfiehlt Gerstmeier: „KWS Keops, Mallory und LG 30248“.

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Die Gerstensorten hatten zum Wachsen genug Winterfeuchte. Vielversprechend sieht Gerstmeier die blattgesunden und strohstabilen Neusorten „LG Caspari und SU Ruzena“. Während bei fast allen Weizensorten der „Gelbrost“ wenig anrichtete, hatte der Braunrostpilz den kompletten Blattaufbau verbraucht. Am stabilsten blieben „Asory, Beryl und RGT Sacramento“.

Mit der Düngeverordnung soll der Stickstoff besser verwertet werden. Stickstoff mit „Nitrifikationshemmern“ stabilisieren, empfahl Bernhard Fuchs von EuroChem Agro. Pflanzenschutzfachmann Albert Höcherl sieht im Volksbegehren „Rettet die Bienen“ Änderungen im Naturschutzgesetz, die täglich die Landwirtschaft berühren. Dann gäbe es im Dauergrünland in drei Jahren keinen flächendeckenden Pflanzenschutz mehr, befürchtet der Experte. Eine Schutzstreifenpflicht im Ackerbau sei vorgesehen. Das Vertragsnaturschutzprogramm werde verdoppelt.

Der Anwenderschutz für Pflanzenschutzmittel (PSM) rücke in den Vordergrund. Bisher galt der Umweltschutzbereich, dem der Personenschutz nicht nachstehen dürfe, so Höcherl. „Im Pflanzenschutz wird reduziert, wo es möglich ist“. Ohne Spritzung kann der Winterweizen „Spontan“ auskommen. Künftig brauche es „keinen klinisch reinen Maisbestand“ mehr, sagte Höcherl.

Sorgen machen den Bauern die Maiswurzelbohrer. Im Raum Kaufbeuren zeigen die Fallen Käfer aus dem Maisbestand, aber noch ohne Schäden. Höcherl rät: „Bei zweimal Mais und einmal Pause schaukelt sich das Problem nicht auf. Die Biologie lässt sich nicht überlisten“.

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