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Ottobeuren

09.01.2021

Von Corona und Kometen: Das erwartet Sterngucker 2021 in der Volkssternwarte

Die Faszination für das Geschehen am Firmament will die Ottobeurer Volkssternwarte auch im Jahr 2021 vermitteln – sobald dies in Pandemiezeiten wieder möglich ist. Das Bild zeigt die sommerliche Milchstraße über der Sternwarte mit den Planeten Jupiter und Saturn (links unten).
Bild: Timm Kasper/Volkssternwarte

Plus Auch am Firmament sind besondere Großereignisse im Jahr 2021 rar gesät. Wann sich ein Blick nach oben trotzdem lohnt und wie ein neuer Rundweg das Sonnensystem erfahrbar machen soll.

Wie stehen 2021 die Sterne? Wenn man Harald Steinmüller von der Ottobeurer Volkssternwarte danach fragt, dann zeigt sich: Während wir auf der Erde in vielerlei Hinsicht pandemiebedingt auf absehbare Zeit mehrere Gänge runterschalten müssen, geht’s auch bei den Gestirnen eher ruhig zu.

2021 kündigt Steinmüller als ein an besonderen Himmelsereignissen „relativ armes Jahr“ an: Laut dem Vorsitzenden des Vereins Allgäuer Volkssternwarte Ottobeuren stehen zwei Mondfinsternisse ins Haus – von Deutschland aus werden diese aber nicht zu sehen sein. Sonnenfinsternis auf Sparflamme lautet die Devise im Juni. Denn bei dieser Konstellation ist der Stern nach Steinmüllers Worten nur zu fünf Prozent bedeckt: „Das ist also eher vernachlässigbar.“ Erst kurzfristig ist zu erfahren, ob sich ansonsten doch etwas tut – etwa, weil unverhofft Kometen zu beobachten sind, die ihre Bahn durchs All ziehen.

Corona macht es auch den Betreibern der Volkssternwarte in Ottobeuren schwer

Nicht nur mit Kometen, auch mit Corona lässt es sich schwer planen. „Wir wissen ja nicht, wie lange der Lockdown noch andauern wird – gerade für Freizeiteinrichtungen, zu denen wir zählen“, sagt Steinmüller. Trotzdem lohnt es sich, Website, Twitter-Account und Facebook-Auftritt der Sternwarte im Blick zu behalten. Denn Führungen sollen wieder angeboten werden, sobald es die Regeln zum Infektionsschutz erlauben – und das Wetter. Wie schon im Jahr 2020 setzt das Team nämlich weiterhin aufs Sterne-Schauen unter freiem Himmel: „Das macht es uns möglich, relativ viele Personen zu berücksichtigen“, sagt Steinmüller. Nach seinen Worten hat sich das angepasste Konzept mit Astronomieprogramm im Freien bewährt – dabei verwandelt sich etwa die Außenwand der Sternwarte mithilfe eines Beamers in eine Leinwand, auf der kurze Videos gezeigt werden. Außerdem würden die Besucher stärker einbezogen. Geplant ist außerdem im kommenden Mai die Eröffnung eines neuen Planetenwegs unter dem Titel „Glücksplanetentour – Sonnensystem erkunden“. Die Strecke führt laut Steinmüller als Rundweg vom Marktplatz aus an der Sternwarte vorbei. Das Team der Volkssternwarte will diesen Weg teilweise auch in die Führungen integrieren und so „die Entfernungen zu den Planeten im Sonnensystem noch erlebbarer machen“.

Und auch wenn im kommenden Jahr keine außergewöhnlichen Spektakel anstehen, bedeutet das Steinmüller zufolge nicht, dass es am Himmel nichts zu entdecken gibt. Themenbezogene Führungen kreisen zum Beispiel um den Mond und einzelne Planeten, die im Sommer und Herbst gut zu beobachten sind. Jupiter und Saturn, deren gegenseitige Annäherung im Dezember Aufmerksamkeit erregte, machen sich rar und zeigen sich erst im Frühsommer wieder. Dagegen bietet laut Steinmüller noch das gesamte erste Quartal des Jahres die Chance, den Mars zu betrachten. Zudem nennt er wiederkehrende, darum aber nicht weniger faszinierende Phänomene wie die Abfolge der Mondphasen und Sternschnuppen-Ströme. „Am bekanntesten sind die Perseiden Mitte August.“ Doch auch Anfang Mai jagen bis zu 50 Sternschnuppen pro Stunde über den Himmel und im November sowie Dezember gibt es ebenfalls einige Gelegenheiten, sich beim Blick zum Firmament etwas zu wünschen.

2020 kam nicht einmal ein Viertel der Besucher des Vorjahres

Für das Team der Sternwarte dürften das bessere Besucherzahlen sein. Nur 986 Interessierte – nicht einmal ein Viertel des Vorjahres (4080) – verzeichnete die Einrichtung im Corona-Jahr 2020. „Die Einnahmen fehlen uns bitter“, sagt Steinmüller – einen erheblichen Anteil machen Mittel aus, welche die Sternwarte durch ihre Kooperation mit der derzeit geschlossenen, örtlichen Jugendherberge vom Landesverband Bayern des Jugendherbergswerks erhält. Zwar hätten Gemeinde und Landkreis finanzielle Hilfen zugesagt und die Mitglieder hielten dem Verein die Treue. Doch nicht die laufenden Kosten bereiten Steinmüller Sorge: „Nach unserem Umbau von 2016 bis 2018 läuft ein Kredit, den wir bedienen müssen.“ Vorerst bleibt die Sternwarte hier auf Spenden angewiesen.

Aktuelle Informationen gibt es unter www.avso.de

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