Newsticker

Urlauber aufgepasst: Auf Mallorca und Co. gilt ab Montag eine strenge Maskenpflicht

Historienfest in Mindelheim

12.06.2017

Wie anno dazumal

Mehr als 1000 Besucher stimmten sich mit dem historischen Fest auf der Mindelburg schon einmal auf das Frundsbergfest im kommenden Jahr ein.
6 Bilder
Mehr als 1000 Besucher stimmten sich mit dem historischen Fest auf der Mindelburg schon einmal auf das Frundsbergfest im kommenden Jahr ein.
Bild: Franz Issing

Mehr als 1000 Schaulustige feiern auf der Mindelburg ein Stück Stadtgeschichte und die Vorfreude aufs nächste Frundsbergfest.

Man schreibt das Jahr 1511: Nach siegreicher Schlacht über das venezianische Heer bei Peutelstein zieht sich Georg von Frundsberg mit seinen Landsknechten kurz auf die Mindelburg zurück, um mit seinen Recken und den Bürgern ein großes Fest zu feiern. Dieses Stück Stadtgeschichte hat das Fähnlein Frundsberg am Wochenende an Originalschauplätzen einmal mehr zum Leben erweckt.

Weil Ritter Jörg und seine Frau Anna von Lodron (Gitti und Hannes Weber) kurzfristig zu einer Veranstaltung in die Lutherstadt Wittenberg abberufen worden waren, sprang Hauptmann Caspar von Waldsee alias Stefan Weber in die Bresche und organisierte mit vielen fleißigen Landsknechten die nachgestellte Siegesfeier. Während sich wegen des unsicheren Wetters der Strom der Besucher am Freitag noch in Grenzen hielt, gab es am Samstagabend schon kurz nach Beginn des Burgfestes nur noch Stehplätze. Weit mehr als 1000 Schaulustige erlebten das raue Lagerleben der Landsknechte.

Alles war wie anno dazumal. Für alle, denen die Wartezeit bis zum nächsten Frundsbergfest im kommenden Jahr allmählich zu lang wird, war das Spektakel auf der Mindelburg ein ideales Aufputschmittel. Sie streiften sich schnell ein historisches Gewand über und probten schon mal Ritter, Landsknecht oder auch Burgfräulein. Pausenlos waren im Burghof auch Gaukler und Spielleute mit Marketenderinnen unterwegs, um das Publikum zu unterhalten und auf das Frundsbergfest 2018 einzustimmen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Und während das Duo „Zweierley“ (Thomas und Jens Öller) in der St. Georgs-Kapelle geistliche Lieder aus der Renaissance, unter anderem von Orlando di Lasso, anstimmten, hielten um das kleine Gotteshaus die Mindelheimer Renaissance-Musik sowie auch die Gruppe Saltarello die Gäste mit Gesang und viel „Tanzerey“ bei Laune. Unüberhörbar setzten sich auch die Trommler und Dudelsackpfeifer des Fähnleins Schertlin in Szene. Ihre Trommelwirbel hielten auch die im Burggraben lagernden Werdenfelser Landsknechte wach. Selbst vermeintliche Diebe wurden im Burghof gesichtet. Sie wurden kurzerhand an den Pranger gestellt oder machten mit der Schandgeige Bekanntschaft.

Und während Frauen und Männer an den Imbissständen und Schenken miteinander schäkerten, mischte sich ganz unbemerkt und in voller Montur der „freundliche Baron“ aus Ettringen mit seiner Partnerin, der Blutgräfin Nicole unters Volk. Sehen ließ sich auch der „Herr von Benzenau auf Kemnat bei Kaufbeuren, einst Nachbar von Georg von Frundsberg.

Das war Mittelalter und historisches Brauchtum zum Anfassen. Da fühlte sich auch Olli Hirle wie in einer anderen Welt. „Ja, so a schönes Fest und alle sitzad so friedlich beianand und streitet id“, freute sich Mindelheims Ehrenbürgerin, die für die beeindruckende Zeitreise in die Rolle der Frundsberg-Mutter geschlüpft war.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren