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Bürgerversammlung

17.11.2018

Wohin mit den Autos in der Gartenstadt?

„Es hagelt Anfragen von Lebensmittelmärkten“Rund um die Kirche in der Gartenstadt belegen oft Dauerparker die ausgewiesenen Kurzzeitparkplätze, wurde bei der Bürgerversammlung kritisiert.
Bild: Alf Geiger

Die -Bewohner vermissen nicht nur Parkraum vor der Kirche, auch ein Metzger für den Wörishofer Ortsteil fehlt. Lärmende „Rowdys“ im Ostpark ärgern die Anlieger

Wie prekär die Parksituation rund um die Pfarrei St. Ulrich in der Gartenstadt ist, das konnten Besucher der Bürgerversammlung am vergangenen Donnerstagabend selbst erleben. Nicht nur standen Fahrzeuge vor den Pollern zum Litauenplatz, auch auf den offiziell für Kirchenbesucher ausgewiesenen Stellflächen parkten Autos, teilweise auch größere Fahrzeuge, darunter Transporter – nichts ging mehr.

Bei Letzterem handelt es sich zudem um ein Reizthema, bereits angesprochen auf der Bürgerversammlung im vergangenen Jahr und so auch im Rahmen der jüngsten Versammlung.

So brachten etliche Anwohner an diesem Abend im Pfarrheim ihren Unmut über die Parksituation entlang der Zugspitzstraße, im Krokusweg, oder an der Kirchenstraße zum Ausdruck. Am Wochenende sei es besonders schlimm, beschwerte sich ein Bürger. Dann gehöre der Parkraum den Dauerparkern. „Für Kirchgänger ist es dann unmöglich, dort einen Parkplatz zu finden.“ Besonders ärgerlich für den Mann sei das ignorante Verhalten darauf angesprochener Parker. „Selbst wenn wir bitten, etwa aufgrund des Pfarrfestes die Parkplätze freizuhalten, stellen sie ihre Fahrzeuge unbeeindruckt weiter dort ab“, schimpfte er.

Dabei gäbe es eine klare Regelung, wann man dort parken dürfe - und vor allen Dingen, wie lange. Gerade diese sichtbare Regelung der Parkdauer mache es ihm schwer, eine Klärung für dieses Problem zu finden, gestand Bürgermeister Paul Gruschka anschließend. Dennoch versprach er, diesen angesprochenen Punkt aufzunehmen, um eine verträgliche Lösung zu finden.

Dass sich der Verkehr ins Neubaugebiet Frühlingswiese immer mehr Richtung Söllereck- und Eichetweg verlagere, monierte ein anderer Bürger an diesem Abend und bezeichnete die Frequentierung dort aufgrund fehlender Gehsteige als „nicht so optimal“. Zudem werde viel zu schnell gefahren, was als Belästigung für die Anlieger noch erschwerend hinzukomme – abgesehen davon, dass in diesen Straßen auch Kinder spielen würden.

Als belästigend empfand ein weiterer Bürger den Lärm, den sogenannte „Rowdys“ mit ihren Zweirädern im Ostpark verursachen würden. Seinen Rufen nach mehr Polizeipräsenz vor Ort stand allerdings der klare Konter von Polizzeichef Thomas Maier gegenüber, der von Bürgermeister Paul Gruschka zur Bürgerversammlung gebeten worden war.

Wenn nun er als Anlieger so einen „wunderbaren Beobachtungsposten“ innehabe, dann solle er doch bitte Stift und Zettel zur Hand nehmen und Kennzeichen der Störenfriede notieren. Ansonsten könne auch die Polizei nichts unternehmen, forderte Maier den Bürger auf. Rückendeckung gab es für den Leiter der Polizeiinspektion Bad Wörishofen dazu auch von Gruschka selbst, der erklärte, es könne nicht alles kontrolliert werden.

Mehr Kontrolle wünschte sich dagegen eine Bürgerin, die auf die Toilettenanlage im Ostpark zu sprechen kam. Diese werde von vielen genutzt, „Bedürfnisse sind ja auch normal“, nur sei der Zustand der Anlage wirklich nicht schön. Eine abwaschbare Wandfarbe, um Schmierereien leichter entfernen zu können – das wäre doch eine Möglichkeit, stellte sie in den Raum.

Auch hier konnte der Rathauschef nur zustimmen, die Toilettenanlage sei ein trauriges Dauerthema. Nichts fruchte, sagte Gruschka, etwa alle zwei Wochen entstehe hier Reparaturaufwand, doch der mutwilligen Zerstörung werde man nicht Herr. Einer Videoüberwachung, vorgeschlagen von der Fragestellerin, musste Gruschka den Korb geben. „So etwas dürfen wir schlicht nicht“, sagte er.

Ob eine Patrouille an Sicherheitswacht-Leuten die Lösung wäre – als weiterer Vorschlag aus den Reihen der Bürger – auch das wage er zu bezweifeln, ebenso, ob die Wacht das überhaupt übernehmen wollen würde.

Hauptthema des Abends, so der Tenor der anwesenden Bürger, stellte das Fehlen eines Nahversorgers für die Gartenstadt dar. Der Initiator von „Impulse für Bad Wörishofen“, Dr. Otto Mayer, stellte dazu die Frage an Bürgermeister Paul Gruschka, ob man die 2017 beschlossene Rückstellung des Themas im Stadtrat nicht zurücknehmen könnte.

Nach Ansicht Mayers konnte damals von einer wesentlich besseren Situation ausgegangen werden, als man sie heute vorfinde. „Damals gab es ja noch die Metzgerei Vogg“, sagte er, und damit eine Anlaufstelle für die Bewohner der Gartenstadt, die einen schnellen Mittagstisch und, dank Sortiment, auch eine kleine Auswahl an Gemüse abgedeckt hatte.

Das fehle nun gänzlich vor Ort. Sich nun auf kommunaler Ebene nochmals mit dem Thema zu beschäftigen, das wäre nun der Wunsch vieler, so Mayer.

Dass man es sich nicht leicht mit der Entscheidung gemacht habe, das Thema Nahversorger zurückzustellen, stellte Gruschka anschließend dar.

So habe man in mehrfachen Sitzungen, auch unter Einschaltung eines Gutachters, über eine verträgliche Größenordnung in Sachen Supermarkt diskutiert. „Glauben Sie mir, es hagelt Anfragen von Lebensmittelmärkten, die sich gerne niederlassen wollen würden“, sagte Gruschka.

Doch müsse eine Entscheidung wohlüberlegt sein, schließlich wolle man die örtliche Struktur nicht beeinflussen. Seiner Meinung nach mache es durchaus Sinn, als Bürger selbst bei Metzgereibetrieben in Bad Wörishofen anzufragen, ob eine Filiale in der Gartenstadt vorstellbar wäre. Vielleicht erkenne ein potenzieller Betrieb die Chancen, sich mit einem besonderen Konzept hier niederzulassen. Die Anfrage Mayers, dies über eine öffentliche Ausschreibung zu initiieren, musste Gruschka allerdings ablehnen. „Das ist keine kommunale Aufgabe“, sagte er abschließend.

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