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Freizeit

26.10.2017

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Thessy Glonner in Pilotenkluft und Fluglehrer Andreas Boehl.
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Thessy Glonner in Pilotenkluft und Fluglehrer Andreas Boehl.

Vom Flugplatz zur Touristenattraktion

Wochenende für Wochenende wird der Flugplatz Bad Wörishofen mittlerweile zur Pilgerstätte für Freizeitpiloten, Wagemutige und Schaulustige. Der goldene Oktober sorgt derzeit dafür, dass es auch so bleibt. Längst ist die Anlage weit mehr als ein Flugfeld – sie ist eine Touristenattraktion. Rund 8000 Starts und Landungen gibt es mittlerweile. Beobachten lässt sich das von der Terrasse des Aero-Cafés aus, bei Kuchen nach den alten Rezepten der mittlerweile verstorbenen Katharina Bahle. Heute ist es Tochter Michaela Bahle-Schmid, die die Gäste damit erfreut. Unter dem Sonnendach sitzen, den Flugzeugen zuschauen und vom Fliegen träumen, das scheint zu einer Lieblingsbeschäftigung von Einheimischen und Gästen geworden zu sein.

An den Wochenenden sind es außerdem die Fallschirmspringer, welche den Platz für sich entdeckt haben. Im Akkord geht es rauf und aus luftiger Höhe wieder runter. Für viele ist es das erste Mal, dass sie im „Tandem“ mit einem erfahrenen Springer in 3500 Metern Höhe aus dem Flugzeug hüpfen. Entsprechend groß ist die Euphorie nach geglückter Landung. Die bunten Fallschirme sind weithin sichtbar – und hörbar, wenn sich der Wind beim Öffnen der Fallschirme mit einem lauten Knall bemerkbar macht. Das läuft so gut, dass es auch im Winter Angeboten geben wird. Die Cessna 206 der Springer ist vor Ort.

Für Anette und Hubert Bader ist es eine beliebte Wanderung zum Flugplatz, oft werden sie durch das Überfliegen der kleinen Maschinen über ihrem Haus in Bad Wörishofen dazu animiert. Mit „ihren“ Kindern des Kindergartens aus der Gartenstadt, so Erzieherin Anette Bader, gibt es dann und wann auch eine Besichtigung auf dem Flugplatz. Geschäftsführer Günter Schmid zeigt dort gerne die rund 40 hier in den Hangars untergestellten Flugzeuge. Darunter ist eine ganz besondere Maschine, ein Oldtimer von 1939, der Tiger Moth Doppeldecker. Bekannt ist er aus den Filmen „Der englische Patient“ und „Jenseits von Afrika“.

Für Nikolai Felchner ist es der Fünf-Seen-Rundflug, der ihm besonders gefällt, mit Zwischenstation auf dem Flugplatz in Bad Wörishofen, gerade vom Ammersee kommend. Immer wieder ist es das Gefühl der Freiheit, die auch die Flugschüler fasziniert. Andreas Boehl, ehemals bei der Luftwaffe beschäftigt, ist nun seit acht Jahren Fluglehrer der Flugschule für Luftsportgeräte (Ultraleicht) am Flugplatz. Er hat da so seine eigene Methode, Flugschüler auf die sie zu erwartenden Flugstunden vorzubereiten. Dreidimensionale Bewegungen seien gefordert. Das bekommt nicht jeder sofort hin.

Thessy Glonner aus Bad Wörishofen hat vor rund 40 Jahren ihren Pilotenschein gemacht. Den ersten Soloflug absolvierte sie in Jesenwang.

Sie beschreibt das in einem humorvollen Gedicht, in dem es heißt: „Wie mein Lehrer zu mir sagt und auch gar nicht lang mehr fragt: Fast hundert Mal hab’ ich gezeigt, wie man landet, wie man steigt, heut’ machen Sie das mal allein, einmal muss es schließlich sein!“

Diesen Schritt haben auch die Piloten der zahlreichen Maschinen gemacht, die in Bad Wörishofen starten und landen – zur großen Freude der zuschauenden Gäste. So auch für Anton Schmid, der sich hier in gemütlicher Atmosphäre nach einer ausgiebigen Radtour ausruht. Er ist da in guter Gesellschaft.

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