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Türkheim

26.01.2019

Zurück an den Ort ihrer Kindheit

Vielseitige Künstlerin mit Türkheimer Wurzeln: Angelika Lahner aus Landsberg stellt heute und morgen im Kleinen Schloss ihre Werke aus.
Bild: Sabine Schaa-Schilbach

Die in einem Seitentrakt des Kleinen Schlosses aufgewachsene Künstlerin Angelika Lahner stellt ihre Werke aus

Sie ist eine geborene Türkheimerin. Aber auch die Landsberger kennen Angelika Lahner. Zusammen mit ihrem Mann führte sie dort 27 Jahre lang die Bäckerei Lahner in der Katharinenstraße.

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Jetzt ist Angelika Lahner an den Ort ihrer Kindheit zurückgekehrt. Im Kleinen Schloss in Türkheim stellt sie am Samstag und Sonntag noch einmal ihre Werke aus: „Meine Reise durch die Kunst“. Zu sehen sind fantasievolle Collagen, exotische Träume und kreative Ideen in wunderbar aufeinander abgestimmten Farben und Formen, im kleineren Format, aber auch wandfüllend.

Zu Türkheim und seinem Kleinen Schloss hat Angelika Lahner eine besondere Beziehung. Ihre Familie wohnte in dem Schloss-Trakt, in dem heute die Bücherei untergebracht ist. Der Schlossgarten, damals noch ohne Tor und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, war für sie und die zwölf Geschwister ein idealer Spielplatz und Freiraum. Sie erinnert sich, dass auch im Kleinen Schloss, in den Ausstellungsräumen mit den edlen Stuckverzierungen, damals Familien gewohnt haben.

Das künstlerische Talent der Türkheimerin zeigte sich bald

Die Schule besuchte sie bis zur 6. Klasse in Türkheim, anschließend die Realschule in Buchloe. Und dann, mit 18, zog sie fort aus dem Heimatort. Die künstlerische Begabung zeigte sich bald, doch es war noch ein weiter Weg. Wie das Bäckerhandwerk musste Angelika Lahner das Kunsthandwerk lernen. Sie begann mit Unterricht an der Volkshochschule: „Wie kann man einen Apfel darstellen?“ Dann, über einen Zeitraum von zehn Jahren, belegte sie immer wieder Kurse an der Freien Kunstakademie in Augsburg. Sie lernte, wie man die verschiedenen Techniken aus Malerei und Zeichnung zusammenführen konnte. Wie man sie in einer Collage verwendete, wie man Fotos integrierte, wie man Ölkreiden und Kohlestifte einsetzte. Das Ergebnis dieser Schaffensprozesse ist in der Ausstellung zu sehen, für deren Vorbereitung sich Angelika Lahner ein halbes Jahr Zeit genommen hat.

Sie sagt: „Sehen kommt vor Sprechen.“ Ihre Bilder könne man einfach auf sich wirken lassen, ohne nach einer Bedeutung fragen zu müssen. Farben und Formen sollten intuitiv ansprechen, und kleine Details im Bild könnten Hinweise geben. Weitere kämen von den Titeln der Bilder: Verborgen - der Blick - Erleuchtung - Verlockung.

Die gebürtige Türkheimerin hat auch das Thema Frauenrechte im Fokus

„Ich kann nicht auf Befehl arbeiten“, sagt Angelika Lahner, „ich brauche einen Impuls. Vielleicht ein Foto. Dann kann ich anfangen, nehme mir Papier, Stifte, Pinsel, Farben, nutze den Schub aus.“

Ihre Ausstellung ist auch ein Geburtstag. Einen Tag vor der Eröffnung, am 19. Januar, ist sie 60 geworden, und man kann nur staunen, wie sehr die Kunst einen Menschen jung bleiben lässt.

Angelika Lahner hat diesen besonderen Tag im Kreis ihrer Familie, ihrer Freunde und ihrer Ausstellungs-Bilder im Kleinen Schloss gefeiert. Angelika Lahner sagt: „Es ist auch ein besonderes Datum: Am 19. Januar 2019 ist das Frauenwahlrecht 100 Jahre alt geworden!“ Frauenbilder sind immer wieder in ihren Collagen zu entdecken, stolze, nachdenkliche, mystische. Aber die Künstlerin hinterfragt unsere Zeit auch kritisch. In einem antiquarischen Bildband „Romantisches Deutschland“ hat sie die alten Stiche in Collagen verwandelt und mit Fotos von Menschen auf der Flucht aktualisiert und verfremdet.

Öffnungszeiten Samstag, 26. Januar, und Sonntag, 27. Januar, jeweils von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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