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Bundesweiter Schülerzeitungspreis

23.06.2016

Zwei Unterallgäuerinnen schnuppern Hauptstadtluft

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Der „Wissen macht Ah!“-Moderator Ralph Caspers hat Judith und Flora den Schülerzeitungspreis verliehen.

Zwei Maria-Ward-Schülerinnen bekommen in Berlin einen Schülerzeitungspreis. Dabei erhalten sie interessante Einblicke in das Leben der Hauptstadt.

Unser erster Kurztrip nach Berlin – und das mitten in der Prüfungszeit! Doch wenn man schon von der Jugendpresse Deutschland eingeladen wird, den bundesweiten Schülerzeitungspreis im Bundesrat entgegenzunehmen, kann man wohl kaum ablehnen. Gemeinsam mit der Lehrerin Sandra Goeth, die uns bei der preisgekrönten Ausgabe betreut hat, sind wir Anfang Juni in die Hauptstadt gefahren. Nicht zum ersten Mal wurde eine Ausgabe unserer Schülerzeitung „die Idee“ ausgezeichnet. Aber zu einer Preisverleihung nach Berlin wurden Redaktionsmitglieder und Maria-Ward-Schülerinnen noch nie eingeladen. Jetzt sollte es so weit sein, denn mit unseren Beiträgen zum Thema Mobbing haben wir bei der Werner-Bonhoff-Stiftung einen Nerv getroffen. Die Stiftung setzt sich mit Mobbing auseinander und hat „die Idee“ für den Sonderpreis ausgewählt.

Bei unserer Ankunft in Berlin wurden wir vom Team der Jugendpresse Deutschland empfangen und mit Broschüren und Informationsheften ausgestattet. Den Rest des Nachmittags hatten wir erst mal frei und konnten die Freizeit für eine Tour durch die Hauptstadt nutzen. An der Spree tranken wir Limonade und erkundeten bei einem Spaziergang die East-Side-Gallery. An kaum einem anderen Ort bekommt man so viel Einblick in die deutsche Geschichte wie in Berlin. Am Tag darauf ging es endlich los in Richtung Bundesrat. Unsere Lehrerin Sandra Goeth machte uns nachdrücklich klar, dass nicht jeder deutsche Bürger einfach so den Bundesrat betreten darf, wenn ihm danach ist. Und wir hatten das große Los gezogen, in diesem Rahmen auch noch ausgezeichnet zu werden! Diese Reise war unsere Möglichkeit, ganz Neues kennenzulernen. Nicht so wie die Erfahrungen, die man in der Schule oder bei der Schülerzeitung so macht. Verpflegt wurden wir bei der Verleihung mit Donuts und Butterbrezen, und wir trafen auf viele interessante Menschen. Im Plenarsaal bekamen wir sogar die Plätze, die normalerweise nur für wichtige Politiker bestimmt sind – bizarr und fast schon unrealistisch. Aber da saßen wir nun, wir ganz normalen Schülerinnen aus Mindelheim im Unterallgäu.

Eine besondere Überraschung gab es bei der Verleihung des Schülerzeitungspreises: Ralph Caspers, den wir als Moderator der Kindersendung „Wissen macht Ah!“ geliebt haben, war dabei und führte durch die Veranstaltung. Als Gewinner eines der Sonderpreise gehörten wir sogar mit zu der ersten Gruppe von Schülern, die ausgezeichnet werden sollten. Mit strahlenden Gesichtern und schwitzigen Händen saßen wir erwartungsvoll unter den anderen Jungjournalisten, bis wir die Belohnung für unsere Arbeit entgegennehmen durften. Mittlerweile wussten wir, dass wir zum Thema unseres Artikels sogar befragt werden würden. Nervosität und Angst, vor allen Menschen etwas Falsches zu sagen, stiegen fast bis ins Unerträgliche. Doch unser Gastgeber Ralph Caspers war wirklich nett, und da verging die Aufregung schnell wieder. Mit einem charmanten Lächeln beglückwünschte er uns für den Erfolg und überreichte uns eine Urkunde und zwei Blumen. Und auch das sehr saftige Preisgeld von 1000 Euro konnte sich sehen lassen. Wir gaben es schnell an unsere Lehrerin weiter und hoffen, dass die nächste Generation von Mindelheimer Schülerzeitungsmacherinnen an der Maria-Ward-Realschule davon profitieren kann. Überglücklich und mit zitternden Knien schüttelten wir Hände und gingen erleichtert wieder auf unseren Platz zurück. Die restliche Preisverleihung verging wie im Flug und wir wurden schon um kurz nach 14 Uhr wieder aus dem Plenarsaal entlassen. Und wieder blieb Zeit für nette Unterhaltungen mit anderen Redaktionen und Erlebnisse in Berlin. Den Tag verbrachten wir noch mit Shoppen und einem Besuch im DDR-Museum.

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Am dritten Tag verbrachten wir den kompletten Vormittag in den Gebäuden der Friedrich-Ebert-Stiftung, wo wir Workshops und Diskussionsveranstaltungen zum Thema Meinungsbildung in der Flüchtlingspolitik besuchten. Dabei fand auch eine Fishbowl-Diskussion statt, bei der eine Expertenrunde untereinander diskutierte, aber bald von zunächst beobachtenden Teilnehmern durchmischt und mit neuen Meinungen bereichert wurde. Beobachter hatten zudem die Möglichkeit, Ansichten auf eine Karte zu schreiben, und diese nach vorne zu geben. Eine so interaktive Diskussion live mitzuerleben war so spannend, dass wir die Chance nutzten, uns daran auch selbst zu beteiligen. Nach der Fishbowl-Diskussion wurden alle Schülerzeitungsmacher aus ganz Deutschland schließlich in Workshops eingeteilt. Unser Kurs zum Thema Mobbing war eine gute Wiederholung der Themen, die wir bereits in unserem Artikel angesprochen hatten. Im Anschluss gab es ein Mittagessen, wonach wir auch wieder gestärkt für den Nachmittag waren. Auch die nachmittäglichen Workshops waren spannend und regten zum Nachdenken an. Für ein inhaltlich so anspruchsvolles Programm hat sich die weite Fahrt in die Hauptstadt wirklich gelohnt.

Aber Berlin fand nicht nur in Veranstaltungsräumen statt. Als wir nachmittags entlassen wurden, waren wir endlich wieder an der Berliner Luft. Wir genossen die letzten Stunden in der Hauptstadt mit der obligatorischen Runde zum Brandenburger Tor und zum Denkmal für die jüdischen Opfer des Holocaust. Eine tolle Stadt, eine tolle Reise, und jede Menge neue Erlebnisse und neue Menschen! Der Abschied von der Stadt mit dem Bären fiel uns nach den drei Tagen unheimlich schwer. Doch bevor wir in den Zug ins Unterallgäu stiegen, hatten wir alle in die Spree gespuckt, was ja bedeutet, dass man wiederkommt. Und dessen sind wir uns sicher – auch wenn wir die Stadt jetzt wohl ein letztes Mal als Maria-Ward-Schülerinnen besucht haben. Schließlich stecken wir mitten in den Abschlussprüfungen und werden die Schule bald verlassen. Der Wunsch, Journalist zu werden, ist uns beiden geblieben. Und eine Stadt wie Berlin ist ein großartiges Pflaster für junge Leute, die mit Kamera und Notizblock sehen wollen, was so läuft in der Welt.

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