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Mindelheim
09.05.2022

Beim Klinik-Umbau in Mindelheim geht es jetzt um Details

Das Mindelheimer Krankenhaus wird umgebaut.
Foto: Baumberger

Mindelheim hat einen Planer beauftragt, der die Interessen von Klinikverbund und Nachbarn gleichermaßen berücksichtigen soll. Denn Letztere haben gewisse Bedenken.

Seit der Klinikverbund Allgäu in enger Abstimmung mit dem Landkreis Millioneninvestitionen am Krankenhaus in Mindelheim angekündigt hat, herrscht unter Mindelheimer Kommunalpolitikern jeglicher Couleur Jubelstimmung. Denn mit diesem finanziellen Kraftakt ist vor allem eines verbunden: Der Standort Mindelheim wird gestärkt, die medizinische Versorgung der Menschen in der Region gesichert. Nachbarn des Krankenhauses sehen dem Vorhaben allerdings noch mit einer gewissen Sorge entgegen.

Im Februar hat sich der Stadtrat bereits einmal mit dem Thema befasst. Weil am bestehenden Standort erweitert werden wird, sind die Interessen der Anwohner berührt. Sie fürchten vor allem Lärm. Die Stadt will diesen Konflikt mit der Aufstellung eines Bebauungsplanes entschärfen, in dem festgelegt werden soll, wie die Erweiterung genau erfolgen kann. Warum etwas geschehen muss, hat mit der langen Geschichte des Krankenhauses zu tun. Der Altbau stammt aus den Jahren 1910 und später. In den 50er Jahren kam das Bettenhaus dazu. Der Küchentrakt folgte in den 60er Jahren, der Funktionstrakt in den 80ern, ein weiteres Bettenhaus in den 90er Jahren und das MRT im Jahr 2017.

Das Mindelheimer Krankenhaus hat keine kurzen Wege

Anders gesagt: Durch die immer wieder erfolgten Anbauten ist das Krankenhaus keine Einrichtung der kurzen Wege. Deshalb sollen innerhalb der nächsten zehn Jahre die Gebäude abschnittsweise erneuert und zu einem Gesundheitscampus ausgebaut werden. Alternative wäre ein Neubau auf der grünen Wiese gewesen. Dagegen hat sich der Klinikverbund aber ausgesprochen.

Für die Stadt bedeutet das: Sie muss einen Bebauungsplan Klinik Mindelheim aufstellen. Damit sollen die nachbarschaftlichen Interessen berücksichtigt werden. Denn neben den Bauarbeiten über viele Jahre werden nach den derzeit vorliegenden Plänen nicht immer die erforderlichen Abstandsflächen eingehalten, insbesondere zu den Anwohnern in der Krankenhausstraße. Die Stadt will den Klinikplanern insofern entgegenkommen, als sie sich bereit findet, das Verfahren beschleunigt über die Bühne zu bringen. Konkret heißt das: Es wird nur eine statt zwei Beteiligungsrunden der Öffentlichkeit geben. Wegfallen wird auch ein Umweltbericht. Der Klinikverbund will möglichst schnell mit den ersten Bauarbeiten beginnen, um keine weiteren Mittel in Sanierungen zu stecken.

Die Stadt Mindelheim stellt einen Bebauungsplan für den Klinik-Umbau auf

Weil die Stadt Mindelheim den Bebauungsplan aufstellt, ist sie Herrin des Verfahrens und darf ein qualifiziertes Planungsbüro beauftragen. Die Kosten dafür werden später dem Klinikverbund in Rechnung gestellt, erläuterte Bürgermeister Stephan Winter vor dem Bauausschuss.

Neben den bereits berufenen Konzeptentwicklern Felix + Jonas Architekten aus München haben die Stadträte nun das Büro Wüstinger und Rickert aus Frasdorf in Oberbayern mit den Planungsleistungen für das 3,2 Hektar großen Gelände betraut. Dieses Büro habe bereits eine Reihe erfolgreicher Bauleitplanverfahren umgesetzt, sagte Winter. Die Honorarsumme brutto beträgt etwas über 50.000 Euro.

Ergebnisse der Planung sollen rechtzeitig dem Stadtrat vorgelegt werden

Stadtrat Josef Doll (Grüne) machte schon mal deutlich, auf was es ihm bei der Planung ankommt. Er will sichergestellt wissen, dass der parkähnliche Garten für die Patienten erhalten bleibt. Der Rathauschef sprach von einer idealtypischen Planung, die bisher vorliege. Um die unterschiedlichen Interessen zu berücksichtigen, werde das Planungsbüro eingeschaltet. Cassian Behr vom Bauamt versprach den Stadträten, Ergebnisse rechtzeitig im Stadtrat vorzulegen.

Ungeklärt ist derzeit zum Beispiel, wo geparkt werden kann. Denkbar wäre ein Parkhaus, das Landkreis und Klinikverbund gemeinsam bauen.

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