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02.07.2010

500 Unternehmer wollen auf das Sofa staatlicher Förderung

Das L-Bank Wirtschaftsforum Ulm-Ostwürttemberg: Unternehmen nutzten das Informationsangebot intensiv. Und pausierten am stand der L-Bank auf diesem Sofa staatlicher Förderung. Foto: Oliver Helmstädter
Bild: Oliver Helmstädter

Ulm Information zu staatlichen Fördermöglichkeiten kann bunte Züge annehmen. Hochglanzprospekte über die Vorzüge indonesischer Küstenlandschaften bringen Urlaubsgefühle in die staubtrockene Veranstaltung. "Unzählige Weisen, Jakarta zu genießen" heißt einer der ausliegenden Infobroschüren. Klar ist: Es geht auch um "Soft Facts", wenn für exotische Länder als Investitionsstandort geworben werden soll.

Hosy Indradwianto, der Wirtschaftsreferent des Generalkonsulats der Republik Indonesien, ist extra aus Frankfurt zum Wirtschaftsforum der L-Bank ins Ulmer Congresszentrum gekommen. Doch der Mann weiß: Alle Palmenstrände helfen nichts, wenn der Unternehmer kein Geld im Archipel der 10 000 Inseln verdienen kann.

Den richtigen Einstieg in einen vielversprechenden Markt machte der Indonesier gestern den Schwaben schmackhaft. Insgesamt folgten 500 Unternehmer aus der Ulmer Region sowie Ostwürttemberg dem Aufruf der Staatsbank und informierten sich über die Möglichkeiten staatlicher Finanzierung und Förderung. Und diese können den Ulmer Unternehmer auch durchaus ins ferne Indonesien führen, wie Jürgen Schnieder von der L-Bank zusammen mit asiatischen Vertretern versuchte deutlich zu machen. Denn die L-Bank besitzt in der indonesischen Hauptstadt Jakarta ein deutsch-indonesisches Wirtschaftszentrum, das auch Firmen der Region offen stehe. "Leider noch zu zögerlich", beschreibt der Abteilungsleiter Standortentwicklung die Investitionslaune der Firmenbosse der Region.

Dies könnte sich bald ändern, es geht bergauf: "Es ist erfreulich zu sehen, wie die Wirtschaft im Land jetzt wieder Tritt fasst", sagte Christian Brand, der Vorsitzende des Vorstands der L-Bank, bei der Begrüßung zum Plenum. Bei einer anschließenden Diskussion gaben die Vertreter der Kammern einen Ausblick auf die Situation der regionalen Wirtschaft. Der Philosoph und Querdenker Daniel Goeudevert zeigte, welche Rolle Ethik in Zukunft bei Entscheidungen mittelständischer Unternehmen spielen wird. Der ehemalige Top-Manager der Autoindustrie sieht, dass für die meisten Unternehmer wirtschaftliches Handeln selbstverständlich ethische Grundsätze und gesellschaftliche Verantwortung einschließt: "Ich glaube, die brauchen keine neuen Richtlinien. Die meisten arbeiten, besonders der Mittelstand, nach vernünftigen Richtlinien, sei es bei der Belohnung von Leistungen wie bei der Erwartung von Preisen für ihre Leistungen oder Produkte, sei es in der Behandlung von Menschen an ihrem Arbeitsplatz."

Dr. Peter Kulitz, Präsident der Industrie- und Handelskammer Ulm, sieht die Situation in der Region Ulm mittlerweile wieder fast durchweg positiv, nachdem zwischenzeitlich zahlreiche Unternehmen vor allem aus der Maschinenbaubranche noch nie da gewesene Einbrüche zu verzeichnen hatten. "Unsere Region ist generell bei fast allen ökonomischen Kennzahlen deutschlandweit spitze, somit konnten wir die Wirtschaftskrise trotz massiver punktueller Schwierigkeiten erstaunlich gut beherrschen." Die Ampeln stünden derzeit wieder auf grün, wie nachhaltig diese Phase jedoch andauert, bleibe aber noch offen. Kulitz kritisierte seine Zunft, weil seiner Meinung nach nicht genügend Unternehmer von den vielfältigen Möglichkeiten der Förderung durch die Staatsbank wüssten. Und auch in Indonesien gibt's Chancen für Ulmer Unternehmer. Aber das war dann eher das Thema von Hosy Indradwianto. (heo)

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