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17.06.2009

Das Erbgut und die Wirkung von Medikamenten

Ulm (AZ) - Prof. Dr. Julia Kirchheiner vom Ulmer Institut für Naturheilkunde und Klinische Pharmakologie wird mit dem Preis für exzellente pharmazeutische Forschung der Universität Utrecht ausgezeichnet (Utrecht Award for Excellence in Pharmaceutical Research). Sie erhält die Auszeichnung für ihre Forschung im Bereich der Pharmakogenetik, die zum Ziel hat, Medikamente speziell für den einzelnen Menschen und seine Erkrankung zu finden.

Der internationale Preis wird an Wissenschaftler vergeben, die über Jahre hinweg durch exzellente Forschung zielgerichtet ihrer Vision der Verbesserung der Arzneimitteltherapie oder -sicherheit folgen.

Das Spezialgebiet der Preisträgerin, die seit 2006 am Ulmer Institut forscht, ist die Pharmakogenetik, die untersucht, welchen Einfluss angeborene Faktoren auf den Transport, den Abbau und damit die Wirksamkeit von Medikamenten bei jedem einzelnen Patienten haben können. So hat Professor Kirchheiner in mehreren Studien die Wirkung von Antidepressiva und Diabetesmedikamenten bei Patienten mit verschiedenen Mustern im Erbgut (Genotyp) untersucht. Die Wissenschaftlerin geht außerdem der Frage nach, welchen Einfluss genetische Faktoren beispielsweise auf die richtige Dosierung von Psychopharmaka und anderen Medikamenten haben können.

Zudem untersucht die Preisträgerin, ob bei Patienten mit besonderen genetischen Faktoren die Blutbildschädigung, die Medikamente gegen Krebs auslösen können, stärker ist als bei Patienten, die genetisch an diesem Punkt keine besondere Empfindlichkeit aufweisen.

Bei manchen Krebspatienten vermindert sich durch die starken Medikamente beispielsweise die Zahl der weißen und roten Blutkörperchen, sodass das Risiko von Infektionen wie Lungenentzündungen stark steigt. Bis sich das Blutbild wieder normalisiert hat und die große Infektionsgefahr vorüber ist, vergeht unterschiedlich viel Zeit. Durch ihre Forschungen will Kirchheiner dazu beitragen, die Dauer dieses Zeitraums für den Patienten besser vorherzusagen, um ihn so gezielter vor Infektionen zu schützen.

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