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Roggenburger

22.02.2018

Der Rektor der Grundschule verabschiedet sich als Hausmeister

Überraschungsauftritt bei der Abschlussfeier im Refektorium des Roggenburger Klosters: Als Hausmeister verkleidet plauderte Rektor Stephan Einfalt ein wenig aus dem Nähkästchen.
Bild: Angela Häusler

Nach 42 Jahren im Schuldienst tritt Stephan Einfalt seinen Ruhestand an. Warum für ihn die Roggenburger Grundschule die schönste in ganz Bayern ist.

Wenn ein Schulrektor bei seiner offiziellen Verabschiedung aus dem Dienst als Hausmeister verkleidet auftaucht, um mit dem Besen in der Hand ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern, dann wissen die Roggenburger: das kann es nur bei einem geben, nämlich bei Stephan Einfalt. Denn der scheidende Grundschulrektor hat nicht nur ein großes Faible fürs Unterrichten, sondern auch fürs Theater.

Einfalts Überraschungsauftritt als Schul-Hausmeister bildete freilich nicht den einzigen Programmpunkt der Abschiedsfeier im Refektorium des Roggenburger Klosters am Mittwochvormittag. Der Saal war dabei mit Vertretern der Gemeinde, den rund 90 Schülerinnen und Schülern sowie Eltern und dem vierköpfigem Lehrerkollegium der Grundschule besetzt. Mit fröhlichen musikalischen Darbietungen sagten die Grundschüler ihrem Lehrer und Schulleiter Adé, der nun nach insgesamt 42 Jahren im Schuldienst seinen Ruhestand antritt.

Am morgigen Freitag wird der Pädagoge seinen Arbeitsplatz im Schulhaus räumen. Er war 1990 als Lehrer nach Roggenburg gekommen, wurde 1993 Konrektor und 2008 Rektor. Mit dem „offenen und sehr persönlichen Betriebsklima“ an der Roggenburger Schule, zitierte Schulamtsdirektorin Elisabeth Holand, habe Einfalt 1990 seine Bewerbung für die Klostergemeinde begründet.

Holand beschrieb den heute 64-Jährigen als „zupackend, unkompliziert und verantwortungsbewusst“, er habe die Schule auf seine „unaufgeregte, feinfühlige Art“ geprägt. Als „Meisterleistung“ beschrieb sie Einfalts Führung, als an der Grundschule zeitweise zwei Klassenstufen gemeinsam unterrichtet wurden. Einfalt habe nie seinen Humor vermissen lassen und „eine schöne Schule im schönsten Schulhaus weit und breit“ geschaffen. Lob gab es auch von Bürgermeister Mathias Stölzle. Unter Einfalts Leitung sei die Grundschule stets „ein Aushängeschild für die Gemeinde“ gewesen, er habe sich mit unermüdlichem Einsatz für die Buben und Mädchen stark gemacht.

Als ausgezeichneten Organisator und Planer lobten die Lehrerkollegen den Rektor, der außerdem „ruhig bleibt, auch wenn die Masse tobt“, wie Lehrerin Stephanie Amann sagte.

Einfalt selbst ließ bei der Feier einige Eckpfeiler seines Lebens Revue passieren, etwa die Kindheit im amerikanischen Colorado Springs, zahlreiche Wohnortwechsel, Studium in Dillingen und Augsburg und die Zeit als Referendar in Weißenhorn. Schließlich aber, fast zeitgleich mit dem Einzug der Schule ins Klostergebäude, landete er in Roggenburg, „an der schönsten Grundschule in ganz Bayern“, wie Einfalt sagte.

„Mir hat das Unterrichten immer viel Spaß gemacht, und ich werde die leuchtenden Kinderaugen vermissen“, sagte er nun angesichts der neuen Lebensphase. Die Roggenburger Schule zeichne sich durch den besonderen Zusammenhalt von Schülern, Lehrern und Eltern, aber auch mit der Gemeinde und dem Kloster aus, „so ein harmonisches Gebilde verlässt man nicht gerne“. Die viele Verwaltungsarbeit hingegen werde ihm nicht fehlen.

Jetzt hat er mehr Zeit für Familie und Enkelkinder. Und in den nächsten Wochen schon einiges vor: Am Wochenende geht es zur Berlinale, wo der preisgekrönte Weißenhorner Film „Landrauschen“ gezeigt wird. Darin spielt Einfalt schließlich eine Rolle. Auch mit dem Theaterkreis Biberach-Asch, den er mit viel Leidenschaft als Regisseur anleitet, steht ein neues Stück zum Proben an. Und dann wäre da noch das neueste Projekt, das kleine Biberacher Café „Phil-Harmonie“, das er mit seiner Ehefrau schon bald an zwei Tagen pro Woche öffnen wird.

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