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Digitales

29.11.2019

Die Kreis-Schulen docken ans Glasfasernetz an

Mit Unterstützung des Freistaats bekommen Bildungseinrichtungen einen schnellen Internetanschluss

Bei der flächendeckenden Versorgung mit schnellem Internet hinkt Deutschland hinterher. Hierzulande müssen die Nutzer sozusagen auf sehr flachen Wellen surfen. Diesem Zustand will der Landkreis zumindest in seinen Schulen abhelfen. Die sollen in absehbarer Zeit an das Glasfasernetz angeschlossen werden, das hohe Übertragungsgeschwindigkeiten erlaubt. Möglich macht das ein Förderprogramm des Freistaates Bayern, der pro anzuschließender Schule maximal 50000 Euro zuschießt. Das ist ganz ordentlich, fanden die Kreispolitiker im Bau- und Planungsausschuss, allerdings müssen vorher noch ein paar Hausaufgaben erledigt werden.

Rund fünf Millionen Euro hat sich der Landkreis die Aufrüstung der Schulen mit digitalem Gerät bereits kosten lassen. Allerdings bringt das alles nicht sehr viel ohne die entsprechend schnelle Leitung, wie Landrat Thorsten Freudenberger sagte. Dem soll nun mit den hoch leistungsfähigen Glasfaserkabeln abgeholfen werden. Die werden direkt zu den Schulen gelegt werden, damit nichts an Kapazitäten verloren geht. Auch innerhalb der Gebäude müssen die Leitungen entsprechend verbessert werden.

Was die Glasfaseranschlüsse betrifft, so kosten sie in Summe bis zu 1,1 Millionen Euro. Angesichts der nach wie vor guten Baukonjunktur schwanken die eingeholten Angebote im Preis sehr stark. Im günstigsten Fall könnten es auch rund 400000 Euro weniger sein. Bei einer Summe von knapp 1,1 Million würde der Freistaat 510000 Euro zuschießen, der Landkreis müsste gut 570000 tragen. Das brachte den Grünen Helmut Meisel zur Bemerkung, das sei mehr eine Digitalisierungsaktion des Kreises als des Freistaates, denn es bleibe ja noch ein Eigenanteil in beträchtlicher Höhe.

Der Landkreis ist eigentlich nur für seine Schulen zuständig, nimmt aber in Neu-Ulm zunächst noch zwei städtische Einrichtungen mit, die in unmittelbarer Nähe der Kreisschulen liegen. Sie können ohne Mehraufwand ebenfalls angeschlossen werden. Allerdings gibt es auch in anderen Orten gewisse Nachbarschaften. Darauf wies etwa Wolfgang Schrapp (FWG) hin. Es wäre ja ein Schildbürgerstreich, wenn die nicht einbezogen würden. Konkret angesprochen wurden Vöhringen und Weißenhorn, wo die Kabeltrassen des Kreises an städtischen Schulen vorbeiführen. Das Landratsamt versichert, es werde noch einmal Kontakt mit den Kommunen aufgenommen. Auf eine erste Anfrage hin seien keine Antworten gekommen, jetzt wolle man noch einmal nachbohren, „damit man die Straßen nicht zweimal, dreimal, viermal aufreißen muss“, wie der Landrat sagte. Grundsätzlich stimmte der Ausschuss dem Glasfaserprojekt zu, jedoch müsste vorher erst mit den Kommunen darüber gesprochen werden, wie sich Trassenführungen und Anschlüsse optimieren lassen. Kurt Baiker (FWG) kommentierte diese Einschränkung so: „Man solle erst das Fundament legen, bevor man Richtfest feiert.“ Bis April 2022 könnten die Schulen angeschlossen sein.

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