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Pfuhl

29.06.2017

Ein Plan für den Pfuhler Ortskern

Auf diesem Grundstück direkt neben der St. Ulrichskirche in Pfuhl soll ein neues Gemeindezentrum entstehen. Bei einem ersten Planungsentwurf gab es Ärger mit dem Landesdenkmalamt – wegen der Kirchenmauer.
Bild: Andreas Brücken

Das Areal bei der Ulrichskirche soll neu gestaltet werden. Bald entsteht dort ein evangelisches Gemeindezentrum. Dessen Entwurf musste überarbeitet werden – denn es gab Einwände.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt hat jüngst den Bebauungsplan „St. Ulrichskirche und Umgebung“ beschlossen – und damit die Grundlage für den Bau des neuen Gemeindezentrums der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Pfuhl-Burlafingen geschaffen. Der Entwurf für das neue Gebäude hat die Kirchengemeinde jüngst aber überarbeiten müssen – denn es gab Einwände.

Das Gebiet, für den der Bebauungsplan gilt, liegt an der Kirchstraße und umfasst Teile des historischen Ortskerns von Pfuhl. Im Süden liegt der evangelische Kindergarten im Geltungsbereich, im Norden wird er durch die Hauptstraße begrenzt. Die Fläche misst – Bauland, Grünflächen und Straßen inbegriffen – fast 10500 Quadratmeter. Zwischen Afraweg und Kirchstraße soll entlang der Kirchhofmauer ein Weg für Fußgänger entstehen, zudem die Kirchstraße ausgebaut werden. Der Stadt entstehen einer ersten groben Schätzung zufolge dafür Kosten in Höhe von rund 100000 Euro, die voraussichtlich in zwei Jahren im Haushalt bereit gestellt werden.

Dass ein Bebauungsplan für das Gebiet her soll, ist schon seit Juni 2006 beschlossene Sache. Dass er erst jetzt erlassen wurde, hat vor allem mit dem Bau des neuen Gemeindezentrums zu tun: Für das Gebäude, das nördlich der St. Ulrichskirche entstehen soll, wurde ein Architektenwettbewerb ins Leben gerufen, der bis April 2015 lief. So lange ruhte deshalb das Verfahren für den Bebauungsplan. Jetzt, wo er verabschiedet worden ist, ist der Bau des Gemeindezentrums möglich.

Bis die Bauarbeiten starten können, wird es aber ohnehin noch eine Weile dauern: Die evangelische Kirchengemeinde hat ihren Entwurf für das Gemeindehaus jüngst noch einmal überarbeitet – das Landesamt für Denkmalpflege in München hatte Einwände. Denn die Pläne, die die Kirche mit der Stadt Neu-Ulm abgesprochen hatte, sahen vor, die Kirchenmauer zu öffnen, um einen direkten Durchgang zwischen dem Gotteshaus und dem neuen Gemeindezentrum zu schaffen – auf einer Breite von fast neun Metern. Zu breit, so die Meinung des Landesamts für Denkmalpflege.

Das Amt musste die Nähe zu der als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragenen Pfarrkirche beurteilen. Relevant hierfür waren nach Angaben der Behörde vor allem die bekannten Gräber im ehemaligen Friedhof rund um die Kirche. Das Landesdenkmalamt teilte auf Nachfrage unserer Zeitung mit: „Eine Öffnung der Kirchenmauer auf einer Breite von 8,80 Metern und die Errichtung einer Treppen- und Rampenanlage im Bereich des ehemaligen Friedhofs, wie in der ersten Entwurfsplanung beabsichtigt, war aus Sicht der Denkmalpflege in dieser Form nicht zustimmungsfähig.“ Es hatte daher angeregt, eine alternative Planung auszuarbeiten.

Die scheint jetzt gefunden: Der neue Entwurf ist „als Kompromissvorschlag aus denkmalfachlicher Sicht akzeptabel“, heißt es seitens des Amts. Demnach kann nun durch eine Anpassung der Höhen auf eine Rampen- und Treppenanlage verzichtet werden. Damit werden die Eingriffe in das Bodendenkmal – den ehemaligen Friedhof – reduziert. In dem Bereich, in dem das Gemeindehaus errichtet werden soll, werde eine archäologische Untersuchung erforderlich sein.

Statt 8,80 Meter soll der Durchgang der Kirchenmauer nun nur noch vier Meter breit sein – damit sei das Landesamt für Denkmalpflege einverstanden. „Damit bleibt die Mauer als Abgrenzung des Friedhofs nach außen erkennbar; der deutlich weniger breite Durchbruch verändert das Erscheinungsbild und den Charakter des Denkmals nicht in dem Maße.“ Am Durchgang soll ein abschließbares Holztor angebracht werden.

Das Grundstück für das neue Gemeindehaus, das etwa 1,8 Millionen Euro kosten soll, hat die Kirchengemeinde von der Stadt Neu-Ulm erhalten – im Tausch mit dem kircheneigenen Grundstück in der Grießmayerstraße, auf dem das alte Gemeindezentrum steht. Dieses hätte eigentlich bis Ende 2015 geräumt werden müssen, inzwischen ist die Frist auf Ende 2018 verlängert worden. Ob das angesichts der Verzögerungen im Ablauf ausreicht, wird sich noch zeigen. Ein Bauantrag für das neue Gemeindehaus liegt der Stadt Neu-Ulm zumindest noch nicht vor, wie es auf Nachfrage unserer Zeitung hieß.

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