Newsticker

Bayerns Ministerpräsident Söder will Corona-Regeln in Kommunen an Grenzwerte koppeln
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Ein Teddy zum Trösten

30.06.2009

Ein Teddy zum Trösten

Oberelchingen "Darf ich den behalten?", fragte die kleine Theresa (5) den Kommandanten der Oberelchinger Feuerwehr, Thomas Flitsch, als dieser ihr einen Teddybären zeigte, der sich in der Ausrüstung der "First Responder" (Erst-

retter) der Wehr versteckt. Das Kuscheltier ist nur eines von vielen Beispielen, die zeigen, dass der moderne Feuerwehrmann nicht nur technische, sondern auch psychologische Hilfe leisten muss.

"Bei Unfällen hilft so ein Teddy Kindern oftmals mehr über den ersten Schrecken hinweg als gute Worte", meinte Kommandant Flitsch beim Rundgang durch die Ausstellungen am Tag der offenen Tür zu unserer Zeitung. Dort waren Kinder gerade dabei, das "tolle große Feuerwehrauto" (Hilfeleistungsfahrzeug = HLF) zu erobern, während an anderer Stelle ein Besucher versuchte, mit der Rettungsschere, dem "Spreizer", einen Verunglückten aus einem Pkw zu bergen. "Da hätte ich ganz schön lange gebraucht, um zu helfen", meinte er nachdenklich und unterstrich damit, dass Feuerwehrleute gut ausgebildete "Spezialisten der Hilfe am Nächsten" sind.

Ihnen gelang mit der Schere in Minuten, woran Laien zuerst einmal scheitern würden: Die Bergung von eingeklemmten Personen nach einem Unfall. "Da die A 7 und A 8 zu unseren Haupteinsatzgebieten zählen, müssen wir in diesen Techniken besonders fit sein. So ist zum Beispiel die Beherrschung und Handhabung der Ausrüstung unseres HLF Grundvoraussetzung für jedes aktive Feuerwehrmitglied", bemerkte Flitsch, während er die verwirrende HLF-Einrichtung vom Stromaggregat über die Hydraulikseilwinde und die Löschwasser-Schaumanlage bis zum Hochdrucklüfter, der Scheinwerferanlage, den Kettensägen, Fuchsschwänzen und Atemschutzgeräten erklärte. "Mancher Handwerker wäre froh um diese Ausrüstung", ist der Kommandant überzeugt. Er fügt hinzu dass zu bedenken ist, dass auf dem HLF neun hoch qualifizierte Fachleute und Helfer unterwegs sind. 45 Aktive und 5 Feuerwehranwärter zählt die Oberelchinger Wehr zurzeit. 90 Mitglieder hat der Feuerwehrverein. "Dieser hat zum Beispiel das große Schnelleinsatzzelt angeschafft, das innerhalb von eineinhalb Minuten aufgeblasen und beheizt werden kann", meinte der Vereinsvorsitzende Josef Fetzer nicht ohne Stolz. "Die Feuerwehren sind auf die Hilfe der Vereinsmitglieder ebenso angewiesen wie auf die Hilfe der Gemeinde, deshalb möchte ich mich bei Beiden namens des Vereines bedanken", betonte er. Um zu zeigen, dass die Feuerwehr immer eng mit den Hilfsorganisationen vor Ort zusammenarbeitet, wurde der Tag der offenen Tür in Kooperation mit einem Ersthelferteam des Arbeitersamariterbundes Langenau (ASB) veranstaltet.

In dessen Zelt weckte besonders eine Puppe das Interesse der Besucher. An ihr konnten die Besucher mittels elektronischer Anzeige üben, wie sie richtig und wirksam Erste Hilfe leisten können. Wer zum Lesen zu aufgeregt ist, dem sagt die Computerpuppe Schritt für Schritt, was er tun muss und wie eventuelle Wiederbelebungsmaßnahmen auszuführen sind. Der Tag der offenen Tür bewies eindrucksvoll, dass Feuerwehr und Rettungsdienste da sind "wenn's brennt".

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren