1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Elchingen schaut beim Tempo genau hin

Elchingen

16.06.2015

Elchingen schaut beim Tempo genau hin

Mit Warntafeln will Elchingen nicht nur Raser auffordern, langsamer zu fahren, sondern auch Daten erfassen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Gemeinde schafft zwei weitere Geschwindigkeitsmesser an. Beschluss geht kontroverse Diskussion voraus.

Die Anschaffung von zwei weiteren mobilen Geschwindigkeitsanzeigen für Elchingen beantragte die Fraktion „Eule“ im Gemeinderat. Seit einigen Jahren verfügt die Gemeinde über eine mobile Geschwindigkeitsanzeige ohne Datenspeicherung. Nach kontroverser Diskussion beschloss das Gremium nun mit 12:6 Stimmen, zwei weitere Geschwindigkeitsanzeiger – einen mit und einen ohne Datenspeicherung (Kosten 2500 Euro) – zu kaufen.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Die Verwaltung versicherte, dass es sich bei den Daten nur um die Aufzeichnung Anzahl der Fahrzeuge und der gefahrenen Geschwindigkeiten handle. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde ein Antrag der Freien Wähler auf Beschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 Stundenkilometer auf der Kreisstraße NU 8 im Bereich der Ortsdurchfahrt Thalfingen abgelehnt. Da es sich um eine Kreisstraße handelt, bat die Verwaltung zuvor das zuständige Landratsamt Neu-Ulm um eine Stellungnahme. Unter Einbeziehung der Polizeiinspektion Neu-Ulm und des Staatlichen Bauamts Krumbach teilte das Landratsamt nun mit, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen auf dem genannten Abschnitt der NU 8 derzeit nicht erforderlich und wegen fehlender Voraussetzungen auch rechtlich nicht möglich seien. Aufgrund der örtlichen Verhältnisse bestünde in diesem Abschnitt keine Gefahrenlage, die nach Paragraf 45 der Straßenverkehrsordnung eine Geschwindigkeitsbegrenzung begründen würde.

Eine Auswertung der aufgezeichneten Daten könne zeigen, ob eventuelle verkehrsberuhigende Maßnahmen doch möglich und notwendig seien, so Johann Gröger (Freie Wähler). Namens der Fraktion der DGO sprach sich Armin Willbold gegen die Anschaffung weiterer Geschwindigkeitsanzeiger aus. Er empfand nicht nur die Datenspeicherung als „fragwürdig“, er bezweifelte auch den anhaltenden erzieherischen Effekt der Geräte. „Zehn Meter nach der Anzeigetafel wird wieder genau so schnell gefahren“, meinte er. Hier sei der Kosten-Nutzeneffekt nicht gegeben. Das rechtfertige auch nicht den Arbeitsaufwand, den der Bauhof für die Wartung und Umsetzung der Geschwindigkeitsanzeiger aufbringen müsse.

Elchingen schaut beim Tempo genau hin

„Der Zeitaufwand zum Versetzten der Anzeigetafel darf nicht unterschätzt werden. Je nach Entfernung der Standorte sind zwei Personen mindestens eine Stunde mit dem Auf- und Abbau beschäftigt“, steht in der Beschlussvorlage. Die DGO schlage stattdessen konsequentere Maßnahmen vor, sagte Willbold.

DGO: Rasenmähen wäre auch eine Lösung

Dabei nannte er zum Beispiel das Grasmähen an Radwegen, um eine übersichtliche Verkehrssituation zu schaffen. Die CSU-Fraktion schloss sich seiner Meinung an, während Rudi Niedermeier betonte, dass die FWE überzeugt sei, dass der Einsatz der Geschwindigkeitsanzeiger zu einer Drosselung des Verkehrs führe. (mde)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren