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07.10.2009

Festakt für ein Gotteshaus

Unterelchingen (mde) - Über 250 Interessierte kamen zur feierlichen Enthüllung einer Gedenktafel für die Unterelchinger Kirche "St. Michael" nach, die mit einer Kirchenführung und einem Festakt verbunden war. Das Rahmenprogramm für die Feierlichkeiten gestaltete der Kirchenchor zusammen mit den Elchinger Jungbläsern, den Kindergartenkindern und der Tanzgruppe des Schwäbischen Albvereines.

Bürgermeister Joachim Eisenkolb erinnerte an die Verantwortung der Gemeinde gegenüber der eigenen Geschichte, in welcher auch die Gegenwart und die Zukunft verankert sei. "Schon vor über 700 Jahren stand hier eine Kirche, deren Nachfolgerin uns heute und künftig in christlichem Geist zum Verweilen einlädt", führte er aus.

Pfarrer Heribert Lidl schlug den Unterelchinger Geschichtsbogen zurück bis zur Allemannenansiedlung bei Unterelchingen und zur 500 Jahre später erfolgten Unterelchinger Dorfgründung in der Karolingerzeit. Hier errichtete das Kloster Reichenau vermutlich im 9. Jahrhundert die erste Steinkirche, die 1297 erwähnt ist. Reichenau verkaufte seine Elchinger Besitztümer an das benachbarte Kloster Salem am Bodensee.

Umbauten und Renovierungen folgten. Dem bekannten, aus Unterelchingen stammenden Barockbaumeister Christian Wiedemann gelang es, altes und neues zu verbinden. Der ebenfalls aus Unterelchingen stammende Stuckateur Georg Eitele schuf zu den baulichen Veränderungen die zarten, weitläufigen Deckenstrukturen und Rankenornamente.

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Deckenfresken wurden mühsam wieder freigelegt

Die dazu passenden Deckenfresken wurden wie in vielen Gotteshäusern einfach übertüncht und erst 1922 mühsam wieder freigelegt oder 1958 neu geschaffen, wie die Besucher bei einem Rundgang erfuhren. Nach dem Grundsatz "nomen est omen" ist in "St. Michael" vor allem der Namenspatron, der Erzengel Michael im künstlerischen Blickpunkt. Besonders beeindruckend sind die große Skulptur im Altar und die Deckenbilder, welche den mutigen Engel als Seelenwächter, Fürbitter und Kämpfer gegen das Böse zeigen.

Wertvolle Holzfiguren aus dem 16. und 17. Jahrhundert schmücken Langhaus, Chor und Kanzel von St. Michael, wo sich alt und neu in den erst 1911 vollendeten Glasfenstern aus der Münchner Erzherzoglichen Hofmalerei Bockhorn treffen.

Zur Kirche gehört auch das 1752 erbaute Pfarrhaus St. Michael, das heute der Pfarrgemeinde als Begegnungsstätte dient. Erhalten ist auch der Pfarrstadel aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Man sollte nie vergessen, dass hinter allen Zahlen Menschen und Engel stehen. Bauleute und Künstler schufen auch mit St. Michael ein Denkmal für den Glauben, meinte Pfarrer Lidl beim Rundgang, der die Besucher sichtlich tief beeindruckte. Dem Festakt für das Gotteshaus schloss sich ein Pfarrfest an.

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