Konzert

20.12.2017

Festliches Blech

Weihnachtsmusik in barockem Rahmen: das Bläserensemble Paul Schemm in Roggenburg.
Bild: Angela Häusler

Das Bläserensemble Paul Schemm beeindruckt in Roggenburg mit einem abwechslungsreichen und internationalen Programm

Trompete, Posaune, Horn und Tuba – kaum eine Instrumentengattung wird in unseren Breitengraden so sehr mit feierlich-festlichen Anlässen verbunden wie die Blechbläser. Künden sie doch bis heute mit der ihnen eigenen, voluminösen Strahlkraft von wichtigen Ereignissen, tragen Signale auch über räumliche Distanzen hinweg. Dass sich der feierliche Effekt noch potenziert, wenn ein so großes Ensemble wie die Akteure um Paul Schemm zusammenfindet, konnten mehrere Hundert Zuhörer bei einem Benefizkonzert in der Roggenburger Klosterkirche erleben: Die 24 Ensemblemitglieder boten ein abwechslungsreiches Programm aus Weihnachtsmusik.

So hatte Ensemble-Leiter und Namensgeber Paul Schemm zur passenden Einstimmung eine imposante Festfanfare aus der Feder Jacob de Haans ausgewählt – im Verlauf des Konzerts erklangen noch weitere Werke des Niederländers, der einen großen Teil seines Schaffens den Bläsern widmet. „Christmas Brass“ nannten sich eigene Arrangements, die die Musiker für diesen Nachmittag zu kurzweiligen Folgen zusammengefügt hatten. Da erklangen so bekannte Melodien wie die Schottland-Hymne „Highland Cathedral“, aber auch „La Folia“ von Arcangelo Corelli oder Claudio Monteverdis „Cantate Domino“. Reizvoll auch das mit Schellen- und Glockenlang angereicherte Weihnachtslied „God Rest You Merry Gentlemen“ oder das effektvolle spanische „Riu, Riu, Chiu“. Auch hier kam die Riege der Schlagwerker zum Einsatz, die im Bläserensemble ganz eigene Akzente setzen.

1981 gegründet, hat das Bläserensemble Paul Schemm, das sich aus Profimusikern und ambitionierten Amateuren zusammensetzt, bereits ansehnliche Erfahrung auf nationalen und internationalen Bühnen gesammelt. So gastierte es unter anderem in Russland und Island, gestaltete außerdem immer wieder Abende in Kooperation mit Schauspieler-Größen wie Günter Strack oder Christian Quadflieg. Auch in Roggenburg gab es eine musikalische Zusammenarbeit: Mit Pater und Dekanatskirchenmusiker Stefan Kling, der das Konzertprogramm um gekonnt musizierte Orgelwerke bereicherte. Getragen und eher zurückgenommen gab er Bachs Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ sowie eine zarte Elegie von George Thalben-Ball. Und er brillierte mit zwei Sätzen aus der berühmten 5. Orgelsymphonie des spätromantischen Komponisten Charles-Marie Widor. Die von Kling dargebrachte „Toccata“ gilt als Widors bekanntestes Werk und reißt das Publikum regelmäßig zu Begeisterungsstürmen hin – in Roggenburg war es nicht anders.

Mit ihrem Konzert sammelten die Musiker – übrigens auf Einladung des Unternehmens Dehner – Spenden zugunsten des Prämonstratenserklosters. Da nämlich sind noch Rechnungen aus der aufwendigen Sanierung der historischen Gebäude zu begleichen.

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