Newsticker

Corona-Zahlen in Deutschland: Rund 11.000 Neuinfektionen gemeldet
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Flüchtlingsunterkunft „vom Feinsten“

Asyl

18.02.2015

Flüchtlingsunterkunft „vom Feinsten“

Hier leben schon bis zu 24 Asylbewerber. Demnächst wird auf dem Gelände ein Neubau für weitere 70 Flüchtlinge gebaut. Im Oktober soll die neue Unterkunft fertig sein.
Bild: Alexander Kaya

Regierung schließt Vertrag mit Investor. Was der Bauherr am „Scharfen Eck“ vor hat

Schon im kommenden Sommer können in unmittelbar Nachbarschaft zur schon bestehenden Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber bis zu 94 weitere Flüchtlinge auf dem dortigen Grundstück einziehen. Die Regierung von Schwaben hat gestern mitgeteilt, dass sie für diesen Zweck das noch zu bauende Gebäude am sogenannten „Scharfen Eck“ an der Römerstraße in Wullenstetten in Kürze anmieten wird. Die neue Unterkunft werde voraussichtlich im dritten Quartal dieses Jahres fertig und im Verbund mit bereits bestehenden Einrichtungen in der näheren Umgebung betreut.

Sobald das Wetter es zulässt, sollen auf dem Gelände die Bautrupps anrücken, erklärte der Bauherr gestern. Nach Schätzungen des Investors wird mit dem Neubau des Gebäudes Mitte/Ende März begonnen. Nach etwa einem halben Jahr könnte das rund 1,5 Millionen Euro teure Projekt schon fertig sein und die ersten Flüchtlinge einziehen. Wie schon vor Monaten erneuerte der Bauherr seine schon vor Monaten getroffenen Aussagen, wonach er auf dem Gelände keine Baracke bauen will, sondern ein Vorzeigeobjekt für eine menschenwürdige Unterkunft. „Ich baue vom Feinsten, die Leute sollen sich darin wohlfühlen“, sagte er gestern gegenüber der NUZ.

Die Regierung von Schwaben und der Landkreis Neu-Ulm suchen noch immer händeringend nach Unterkünften für Asylbewerber, nachdem die Flüchtlingsströme aus den Kriegsgebieten und Krisenregionen der Welt nicht abreißen. Da kommt der von einem Sendener Investor geplante Neubau einer Unterkunft für solche Zwecke genau richtig. Der Unternehmer will auf seinem Grundstück an der Ecke Römerstraße/alte B19 neben dem vorhandenen, ebenfalls als Flüchtlingsunterkunft genutzten Gebäude ein neues Haus bauen lassen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Diese Pläne waren im Stadtrat lange Zeit umstritten und standen monatelang auf der Kippe, da sich im Sendener Stadtrat Widerstand formiert hatte. Der nämlich lehnte die Pläne ab und erließ im Sommer 2013 eine Veränderungssperre für das Gewerbegebiet Hungerwiesen mit der Begründung, dass der dort gültige Bebauungsplan Mängel aufweise, die behoben werden müssten, bevor Neubauten entstehen könnten. In der Folge lehnte auch das Landratsamt den Bauantrag ab. Daraufhin hatte der Bauherr Klage eingereicht beim Verwaltungsgericht, weil er und sein Rechtsanwalt hinter der Veränderungssperre eine rechtswidrige Blockadepolitik witterte, die nur ein Ziel habe: Das Vorhaben zu verhindern.

Noch bevor es jedoch zu einer Verhandlung oder einem Urteil kam, einigten sich Stadt und Bauherr auf einen Kompromiss, da die Richter in einem relativ frühen Stadium signalisiert hatten, dass der Bau der Unterkunft durch die Stadt wohl nicht zu verhindern sei. In der außergerichtlichen Einigung wurden jedoch die ursprünglichen Pläne für ein Haus mit bis zu 140 Plätzen deutlich abgespeckt. Der Investor hatte sich auf 70 Betten herunterhandeln lassen, was aus Sicht der Stadt eine „sozial verträgliche Lösung“ darstelle.

Mit den schon vorhandenen Unterkünften werden dann also auf dem Grundstück ab dem kommenden Sommer insgesamt 94 Flüchtlinge eine zumindest vorübergehende Bleibe bekommen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren