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Holzheim

11.11.2019

Gemeinderat stellt Grünzone an der Leibi infrage

Der Regionalplan Donau-Iller sieht vor, dass die Talaue der Leibi bei Holzheim von Bebauung freigehalten wird. Das will der Gemeinderat so nicht hinnehmen.
Bild: Willi Baur

Die Talaue ist bislang nicht für eine Bebauung vorgesehen. Gemeinderäte sehen die dörfliche Entwicklung und das Zusammenwachsen der Ortsteile gestört.

Es war ein deutliches „Ja, aber“: Der Holzheimer Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung zwar einer Gesamtfortschreibung des Regionalplans Donau-Iller zugestimmt, stellt aber den darin ausgewiesenen Grünzug in der Talaue der Leibi infrage. Sie störe die dörfliche Entwicklung und beeinträchtige ein Zusammenwachsen der beiden Ortsteile, hieß es.

Jedenfalls soll auf Wunsch der Kommune vor einer Verabschiedung des Planes das Teilkapitel Grünflächen noch im Hinblick auf diese Vorgabe geprüft werden. Die Gemeinde war als Träger öffentlicher Belange im Beteiligungsverfahren vom Regionalverband zu einer Stellungnahme aufgefordert worden, eventuelle Anregungen inklusive. Beim Plan insgesamt, den eingangs Bauamtsleiter Alexander Gehr erläutert hatte, sah das Gremium keinen Diskussionsbedarf. Wohl aber zu dem dort vorgesehenen Grünstreifen, dem Verlauf der Leibi in Nord-Süd-Richtung folgend zwischen dem Kernort und dem Ortsteil Neuhausen.

Planer sehen besondere Funktion für Luftaustausch

Rudi Veitz (CSU/Dorfgemeinschaft) monierte: „Eine Grünzone macht hier keinen Sinn und stört nur die dörfliche Entwicklung.“ Er glaube nicht, dass sich die Stadt Neu-Ulm etwas Vergleichbares gefallen ließe, fügte er hinzu. Veitz schlug deshalb vor, eine Planungsänderung zu beantragen.

Gemeinderat stellt Grünzone an der Leibi infrage

Demgegenüber erinnerte Bürgermeisterin Ursula Brauchle an die Bemühungen, beim Kreistag eine Zustimmung zur Verkleinerung des Landschaftsschutzgebietes zu erreichen. „Die Zustimmung zu dieser Grünzäsur war seinerzeit Voraussetzung für die Erweiterung des Gewerbegebietes an der Leibi“, sagte sie. Bekanntlich sollte damit die geplante Umsiedlung des Neuhauser Autohauses Weiß ermöglicht werden. Ohnehin sei es schwierig, die Wiesen im Bereich zwischen Staatsstraße und dem sogenannten Promilleweg zu bebauen, äußerte sich Brauchle skeptisch und verwies auch auf das in der Planbegründung genannte Hauptargument des Luftaustausches im Leibital.

Dem wird seitens der Planer in der Tat „eine besondere Funktion für die Ableitung von Frisch- und Kaltluft“ zugeschrieben. Sie sehen den Bereich zwischen Holzheim und Neuhausen als einzige Engstelle, die von einer Abriegelung durch die Siedlungsentwicklung bedroht sei. Konkret heißt es: „Die topografische Entwicklung und der an die Leibi herangerückte westliche Ortsrand von Holzheim beeinträchtigen die klimatische Funktion bereits.“ Nun solle durch den Erhalt der Grünzäsur eine weitere Bebauung, insbesondere eine von West nach Ost ausgerichtete Entwicklung vermieden werden.

Inzwischen ist das Gewerbegebiet erweitert worden

Auf dieser Basis hatte das Gremium im Juni 2016 schließlich der Grünflächenplanung unter dem Vorbehalt zugestimmt, dass dadurch die Erweiterung des Gewerbegebietes nicht tangiert wird. Dessen Ausdehnung südlich der Staatsstraße war schon drei Monate zuvor verworfen worden.

Wegen Wasserwirtschaft und Landschaftsbild sollte die Talaue der Leibi großflächig von einer Bebauung freigehalten werden, so die Intention. Die Ausweisung einer Grünzäsur über das inzwischen erweiterte Gewerbegebiet hinaus sah der Gemeinderat vor drei Jahren denn auch als unproblematisch. So hieß es am Ratstisch: „Wir haben ja nicht vor, Holzheim und Neuhausen zusammenzubauen.“

Mehr über eine Infoveranstaltung zum Regionalplan Donau-Iller lesen Sie hier: Was wird aus der Region Donau-Iller? Jetzt sind die Bürger gefragt

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