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Neu-Ulm

22.02.2015

Keine Angst vor schiefem Wasserturm

Ein Blick aus dem jetzigen Hochschulgebäude auf die Fläche, auf der der Neubau entstehen soll. Die Turnhalle muss weichen, der Wasserturm bleibt stehen.
Bild: Ranft

Neu-Ulmer Bürger äußern Kritik und Sorgen rund um die geplante Erweiterung der Hochschule Neu-Ulm

Die Hochschule Neu-Ulm in Wiley Mitte wird in östlicher Richtung um 3900 Quadratmeter Nutzfläche erweitert. Dem Neubau müssen eine Sporthalle und ein Technikgebäude der Stadtwerke weichen. Die Verwaltung hat jetzt öffentlich über das Bauvorhaben informiert. Gekommen waren 13 Zuhörer, und denen ging es vornehmlich um die Menge künftiger Parkplätze.

Die „Sorge vor dem zunehmenden Parkdruck“ nach Erweiterung der Hochschule bestehe ohne Frage, versuchte Stadtbaudirektor Markus Krämer kritischen Anmerkungen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dennoch sei an der Zahl der Stellplätze nicht zu rütteln. „Verwaltung und Stadtrat haben schon allen erdenklichen Druck ausgeübt, sodass es in der Staatsregierung als Bauherrin schon ächzte.“ Über die vorgesehenen 462 Stellplätze hinaus werde es nichts geben. Die Kritiker gaben sich jedoch nicht zufrieden. „Nur 460 Stellplätze bei 3500 Studenten bilden ein Missverhältnis“, rechnete ein Rentner vor. Sowohl die Verwaltung als auch die Hochschule müssten mehr tun im Sinne der Wiley-Bewohner. Manch einer traue sich ja nicht mal, sein Auto aus dem Carport zu fahren, weil der private Stellplatz bei Rückkehr mit Sicherheit belegt sei.

Stadträtin Christina Richtmann (FW) wollte wissen, „was denn die Hochschule tut, um die Zahl der Autos zu reduzieren“. Deren Pressesprecherin verwies darauf, dass bereits Carsharing-Angebote im Hause kursierten und auch das Parkhaus am Dietrich-Theater genutzt werde. Die Stadt solle öfter mal ihre Parkaufsicht vorbeischicken, wurde gefordert, wohlwissend, „dass dieser Schuss auch nach hinten losgehen kann.“ Denn auch mancher Wiley-Bewohner nehme es mit dem Abstellen des Fahrzeugs wohl nicht so genau. Baudirektor Krämer regte an, verstärkt über Radverkehr zur Hochschule nachzudenken, dort vielleicht gar eine Fahrradwerkstatt einzurichten. Einigkeit wurde nicht erzielt, und Krämer fasste zusammen „Studieren und Auto passt eigentlich nicht zusammen“. Zu den eigentlichen Neubauplänen kamen Fragen kaum auf. „Ja“, antwortete Baudirektor Frieder Vogelsgesang vom Staatlichen Bauamt Krumbach, „der Neubau wird etwa anderthalb Meter höher als der bestehende Bau“. Ob der geplante „Campusplatz“ zwischen beiden Gebäuden tatsächlich angelegt werde, sei angesichts der Kosten in sechs- bis siebenstelliger Höhe fraglich. Den voraussichtlichen Baubeginn setzte Vogelsgesang auf Februar oder März 2016. Mit der Fertigstellung rechne er zum Wintersemester 2018. „Dann sind wir komplett fertig, was auch Präsidentin Feser lieber hat, als eine halbe Baustelle früher zu beziehen“.

Sorge bereitete der alte Wasserturm, der stehen bleibt. Ob sichergestellt sei, dass er im Zuge der Baumaßnahmen nicht zu Schaden komme, weil möglicherweise die Baugrube Bodensenkungen verursache. Nein, mit einem „schiefen Wasserturm von Neu-Ulm“ sei nicht zu rechnen. Aber auch die Stellplätze sollten ihm nicht zu nahe kommen, weil beides optisch nicht zusammenpasse. (grr)

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