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Ulm

05.06.2016

Kienlesbergbrücke in Ulm: Langsam wird’s ernst

Die ersten Stahlträger für den Bau der neuen Kienlesbergbrücke wurden jetzt per Schwertransport nach Ulm geliefert.
Bild: Thomas Heckmann

Die ersten 30-Meter-Stahlträger für die neue Kienlesbergbrücke wurden jetzt nach Ulm geliefert. In zwei Jahren soll dort die Straßenbahn drüber fahren.

Ein 30 Meter langer Stahlträger wurde in der Nacht zum Freitag an der Baustelle bei den Stadtwerken angeliefert. Er wird für den Bau der Straßenbahnbrücke von der Neutorstraße zum Kienlesberg benötigt. Aus mehreren dieser Vorschubelemente entsteht das Lehrgerüst, in dem ab Herbst die Brücke gebaut wird und dann Stück für Stück über die Bahngleise geschoben wird.

Von Hannover kommend, erreichte der Schwertransport gegen drei Uhr morgens sein Ziel. Wegen der Länge gab es eine Transportgenehmigung nur für die Nacht, auch musste aufwendig an der Neutorkreuzung rangiert werden, was tagsüber zu einem Verkehrschaos geführt hätte. Morgens wurde dann der Träger abgeladen. Die gut 41 Tonnen hob ein Mobilkran scheinbar mühelos an. Der Kranführer setzte den Stahlträger millimetergenau auf eine Tragkonstruktion auf, Arbeiter begannen dann sofort mit dem Verschweißen der Teile.

Die Vorschubelemente werden an der Baustelle gelagert und dann voraussichtlich in der Nacht zum 13. Juni aufgelegt. Bereits ab September soll die eigentliche Brücke eingeschoben werden. Das wird voraussichtlich mehrere Monate dauern. Die Arbeiten können nur nachts und nur für einige Stunden ausgeführt werden und müssen minutiös mit der Bahn abgestimmt werden. Schließlich führt die Baustelle über die viel befahrene Bahnstrecke Ulm-Stuttgart, auf der auch die Bahn selbst baut. Künftig kommen in diesem Bereich die ICE-Züge aus dem Tunnel.

Jedes Mal, wenn die SWU an dieser Stelle bauen, brauchen sie eine Genehmigung. Die 270 Meter lange Stahlbrücke, auf der künftig auch Fußgänger und Radfahrer die Gleise queren können, ist das wohl schwierigste Stück auf der neuen Straßenbahnstrecke. Insgesamt müssen 9,3 Kilometer Schienen für die Tram gebaut werden. Der Zeitplan ist eng. Der Abschnitt der neuen Linie 2 Richtung Kuhberg soll bereits Ende 2017 fertig sein. Das Stück hoch zur Wissenschaftsstadt soll Mitte 2018 folgen. Der Weg zur Universität führt dann über die neue Brücke, die westlich der historischen Neutorbrücke entsteht. (mru, oma)

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