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Philharmonisches Konzert

19.02.2015

Mit Gefühl, Tempo und Klasse

Starker Solist: Bernhard Lörcher von den Stuttgarter Philharmonikern.
Bild: Mayer

Felix Bender dirigiert Dvorák, Brahms und Hindemith im CCU. Das Solisten-Tandem glänzt

Als anderswo noch die Narren tobten, waren im Congress Centrum Ulm ganz andere Töne zu hören: Mit dem 29-jährigen Felix Bender aus dem sächsischen Chemnitz stellte dort ein junger Gastdirigent seine frischen Qualitäten beim zweiten Philharmonischen Konzert der laufenden Spielzeit unter Beweis. Im Brahmschen Doppelkonzert verschmolzen Tamás Füzesi (Violine) und Bernhard Lörcher (Violoncello) zu einem blendenden Solisten-Tandem.

Im Epochensprung von Spätromantik zur klassischen Moderne ist Hindemiths „Mathis der Maler“ ein neoklassizistisches Impulswerk. Seine Klangbilder schöpfen (auch als Auszug der gleichnamigen Oper) aus den Grünewald-Bildtafeln des Isenheimer Altars. Vor diesen Klangballungen von Trauermusik, Kirchenlied und Chorälen zogen die Philharmoniker bereits beim dreisätzigen Doppelkonzert a-Moll von Johannes Brahms alle Register konzertanter Geschlossenheit und beflügelte so das Solistenduo zu souveränem Modellieren.

Virtuos solo und im Zusammenspiel

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Füzesi, Konzertmeister des Philharmonischen Orchesters der Stadt Ulm, und Lörcher, Solo-Cellist der Stuttgarter Philharmoniker, spielen auf der gleichen Wellenlänge: empfindsam, zupackend, mit singender Tongebung bis in die Spitzen, hochvirtuos und zugleich bravourös orchesterintegriert. Diese außergewöhnliche Teamleistung honoriert das Publikum mit großem Applaus, der bei Antonin Dvoráks programmatischer Marschmusik im Einsteinsaal schon so richtig losgeprasselt war.

Die Carneval-Ouvertüre (op. 92) war für den Musikrat-Stipendiat der Künstlerliste „Maestros von morgen“ ein tempogeladenes Dirigier-Debüt: Felix Bender, seines Zeichens erster Kapellmeister der Städtischen Theater Chemnitz, entlockte Dvoráks Lebewohl-Musikstück aus dem kurz vor seiner Amerika-Emigration komponierten Ouvertüren-Zyklus im großen Stil den slawischen Schmiss. Doch im karnevalistischen Dampfbad glänzten die Ulmer Philharmoniker auch durch blitzschnelles Umschalten auf zauberhafte Zwischenspiele.

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